EU-Rechnungshof bestätigt Kritik der Land&Forst Betriebe an geplanter GAP-Reform

Wien (OTS) – Die aktuelle Stellungnahme des Europäischen
Rechnungshofes zur
Gemeinsamen Agrarpolitik bestätigt zentrale Kritikpunkte der Land&
Forst Betriebe Österreich. Die Prüfer warnen vor mangelnder
Budgetklarheit, wachsender Unsicherheit für Betriebe und Risiken für
einen fairen Wettbewerb durch die geplante Neugestaltung der GAP im
EU-Haushalt 2028-2034.

Wie der Europäischer Rechnungshof in seinem Bericht vom 9.
Februar 2026 festhält (siehe
https://www.eca.europa.eu/de/publications/OP-2026-05 ), kritisieren
die Prüfer insbesondere die geplante Finanzierung der GAP über einen
neuen Europäischen Fonds ohne eigene Budgetlinie für die
Landwirtschaft. Dies stelle einen historischen Bruch dar und gefährde
Transparenz, Planungssicherheit sowie eine solide Haushaltsführung.
Zudem warnen sie vor mehr Bürokratie statt Vereinfachung und vor
ungleichen Wettbewerbsbedingungen, da die Mitgliedstaaten künftig
sehr unterschiedlich mit GAP-Mitteln umgehen könnten. Auch die
Transparenz und Rückverfolgbarkeit der Zahlungen bis zu den einzelnen
Betrieben müsse weiterhin sichergestellt sein.

Bereits im Sommer 2025 hatten die Land&Forst Betriebe Österreich
darauf hingewiesen, dass die Auflösung der bewährten GAP-Struktur und
ihre Eingliederung in einen übergeordneten Fonds zu weniger
Vorhersehbarkeit, schwächerer Rechenschaftspflicht und einem unfairen
Wettbewerb zwischen den Mitgliedstaaten führen kann. Der Rechnungshof
teilt nun diese Einschätzung und betont, dass insbesondere die
fehlende Klarheit über die Höhe der künftigen GAP-Mittel die
Planbarkeit für landwirtschaftliche Betriebe massiv beeinträchtigt.

„ Was wir seit der Vorlage des Mehrjährigen Finanzrahmens
kritisieren, wird nun auf unabhängiger, europäischer Ebene bestätigt
“, erklärt Konrad Mylius, Präsident der Land&Forst Betriebe
Österreich. „ Eine gemeinsame europäische Landwirtschaft braucht
gemeinsame Regeln und eine verlässliche Finanzierung. Die
Stellungnahme des Rechnungshofs zeigt deutlich: Die geplante Reform
geht in die falsche Richtung. Jetzt sind Kommission, Rat und
Parlament gefordert, gegenzusteuern und der GAP wieder einen festen,
transparenten Platz im EU-Budget zu geben. “

Die Land&Forst Betriebe Österreich bekräftigen ihre Forderung
nach einer eigenständigen, klar geregelten und langfristig
abgesicherten Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik. Europas
Landwirtschaft braucht Verlässlichkeit und Fairness – nicht
zusätzliche Unsicherheit in ohnehin herausfordernden Zeiten.

Die Land&Forst Betriebe Österreich sind die freiwillige
Vereinigung österreichischer Landbewirtschafter, mit der Zielsetzung,
Österreichs Wälder und Felder als betriebliche Grundlage und
gesellschaftlichen Mehrwert zu erhalten und Bewusstsein für die
Anliegen privater land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und deren
Tätigkeit zu schaffen. Die Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe
Österreich bewirtschaften zusammen mehr als ein Viertel des
österreichischen Waldes und produzieren jede fünfte Tonne des
österreichischen Getreides.