Wien (OTS) – Der Fachverband Telekom-Rundfunk in der
Wirtschaftskammer Österreich
(WKÖ) lehnt die Forderung der Filmwirtschaft nach einer Abgabe und
einer Investitionsverpflichtung für Streamingdienste entschieden ab.
„Bei einer Filmförderung von rund 119 Millionen Euro im Jahr 2026 im
Vergleich zu einer Privat-TV-Förderung von rund 18 Millionen Euro
lässt einen diese Forderung sprachlos zurück“, sagt
Fachverbandsobmann Gerhard Haidvogel. Denn die vorgeschlagenen
Maßnahmen würden gleichzeitig auch eine signifikante finanzielle
Belastung der österreichischen TV-Sender und Abrufdienste bedeuten.
Medienstandort und Medienvielfalt in Österreich wären massiv
gefährdet
„Auch wenn der Eindruck erweckt wird, es gehe ausschließlich um
große internationale Abrufdienste, würde eine solche Abgabe auch
österreichische Abrufdienste unmittelbar betreffen“, stellt
Fachverbandsgeschäftsführerin Helga Tieben klar. „Das gefährdet den
Medienstandort Österreich und die Medienvielfalt im Land.“ Die
österreichische Medienlandschaft kämpft ohnehin mit großen
wirtschaftlichen Herausforderungen, die aus rückläufigen Werbeetats
und dem starken Abfluss von Werbegeldern zu den großen
Digitalplattformen resultieren.
Zudem weist der Fachverband auf rechtliche Bedenken hin. So ist
beispielsweise die Einschränkung einer Investitionsverpflichtung auf
ausschließlich österreichische Filmproduktionen aus europarechtlichen
Gründen unzulässig, da dies eine Diskriminierung der Produzenten
anderer EU-Mitgliedstaaten bedeuten würde. (PWK052/JHR)