„kulturMontag“: Widerstand US-Kunstschaffender, Populismus-Buch von „Die Tagespresse“-Chef Fritz Jergitsch, Kulturhauptstadt Oulu

Wien (OTS) – Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am
9. Februar
2026 um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON befasst sich mit dem „Fall
of Freedom“ – der Widerstandsbewegung US-amerikanischer
Kulturschaffender gegen die Trump-Regierung. Weiters ist „Die
Tagespresse“-Mastermind Fritz Jergitsch live im Studio und liefert
mit seinem neuen Buch zum Thema Populismus interessante
Lösungsvorschläge. Thema der Sendung ist u. a. auch das Programm der
Europäischen Kulturhauptstadt Oulu in Finnland, das unter dem Motto
„Kultureller Klimawandel“ für Aufsehen sorgen will. Anschließend an
das Magazin steht eine weitere Dokumentation der Reihe „Die
Kunstaufpasser“ über „Das Wallraf-Richartz-Museum – erzählt von
seinem Aufsichtspersonal“ (23.30 Uhr) auf dem Programm.

„Fall of Freedom“ – Wie Kunstschaffende in den USA Widerstand leisten

Ob mit dem brutalen Vorgehen der ICE-Beamten in Minneapolis, dem
völkerrechtswidrigen Angriff auf Venezuela oder den jüngsten
Enthüllungen aus den Epstein Files: Seit Beginn des Jahres sorgt die
Trump-Regierung weltweit für Aufsehen. Unter US-Künstlerinnen und –
Künstlern formiert sich zunehmend Widerstand. „Fall of Freedom“ ist
eine im vergangenen Herbst von Dread Scott und Lynn Nottage
initiierte Protestbewegung, die landesweit zum kreativen Widerstand
gegen die Repressionen und zur Verteidigung der Demokratie aufruft.
Seitdem haben sich Hunderte Galerien, Museen, Bibliotheken, Comedy-
Clubs, Theater, Schulen oder Konzerthallen in fast allen
Bundesstaaten mit Ausstellungen, Performances und öffentlichen Events
an der Bewegung beteiligt. Zu den bekanntesten Namen zählen
Künstler:innen wie Marilyn Minter und Robert Longo sowie Popsänger
John Legend, Filmemacher Michael Moore und Regisseurin Laura Poitras.
Der „kulturMontag“ hat nachgefragt.

Verstehen statt verzweifeln – „Die Tagespresse“-Chef Fritz Jergitsch
über Populismus

In seinem Sachbuch „Heulen hilft uns auch nicht weiter – Populismus
verstehen. Freiheit digital neu denken“ sucht Fritz Jergitsch,
Gründer, Mastermind und Chefredakteur des Online-Satiremagazins „Die
Tagespresse“, die Ursachen für den weltweiten Siegeszug des
Populismus u. a. in den sozialen Medien und liefert konkrete
Lösungsvorschläge. Er plädiert für einen neuen Liberalismus, der die
individuelle Freiheit stärken soll. Dazu braucht es digitale
Grundrechte sowie faire Teilhabe am technischen wie wirtschaftlichen
Fortschritt für alle. Denn: Globalisierung und Digitalisierung haben
neben Wohlstand auch Spaltung, Angst vor Statusverlust und politische
Wut gebracht. Rechtspopulisten nutzen die Verunsicherung der
Gesellschaft und schlagen Kapital daraus. Die politische Mitte
reagiert zu schwach, denn der Liberalismus hat keine überzeugenden
Antworten auf viele Fragen gefunden, etwa die Vermögensungleichheit,
die Wohnungsnot oder die Ausländerpolitik. Zusätzlich befeuern
soziale Medien und Globalisierung die Entwicklung. Was kann eine
demokratische Gesellschaft dem wachsenden Populismus entgegensetzen?
Und warum ist Resignieren keine Lösung? Darüber spricht Fritz
Jergitsch mit Clarissa Stadler live im Studio.

Kultureller Klimawandel – Oulu als Europas Kulturhauptstadt 2026

Neben Trenčin in der Slowakei ist das westfinnische Oulu heuer
Europäische Kulturhauptstadt. Die nördlichste Metropole Europas und
fünfgrößte Stadt Finnlands gilt als Tor zur arktischen Natur. Unter
dem Motto „Kultureller Klimawandel“ will man als Kulturhauptstadt
neue Perspektiven auf Nachhaltigkeit und Gemeinschaft eröffnen. Mehr
als 3.000 Veranstaltungen sollen das ganze Jahr über Menschen
zusammenbringen – Einheimische wie Besucher:innen.
Programmschwerpunkt ist die Geschichte und die Kultur der Samen,
jener indigenen Volksgruppe, von der heute noch etwa 10.000
Angehörige in Finnland leben. Neben einer Ausstellung zur oft
schwierigen Balance der Samen zwischen jahrhunderteralter Tradition
und modernem Alltag wird auch eine Uraufführung der Oper „Ovllá“ über
die Unterdrückung dieser Volksgruppe mit Spannung erwartet. Zu den
Stars des Kulturjahrs zählt der „Mieskuoro Huutajat“ – der Chor der
schreienden Männer, der in Finnland Kultstatus hat. Piia Rantala-
Korhonen, Leiterin des Kulturhauptstadtprogramms Oulu 2026, will
einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Dokumentation: „Die Kunstaufpasser: Das Wallraf-Richartz-Museum –
erzählt von seinem Aufsichtspersonal“ (23.30 Uhr)

Das Wallraf-Richartz-Museum in Köln ist weltweit bekannt für seine
beeindruckende Sammlung mittelalterlicher Malerei. Ohne Ferdinand
Franz Wallraf gäbe es diese Sammlung vielleicht gar nicht – er
rettete viele Werke während der napoleonischen Besetzung Kölns vor
der Zerstörung und legte den Grundstein für das Museum. Heute zählt
es zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen der Stadt und beherbergt
Meisterwerke voller Dramatik, Schönheit und Emotion, die Geschichten
erzählen: Rubens’ üppige Gemälde, impressionistische Meisterwerke von
Lovis Corinth oder Stefan Lochners berühmte „Maria in der
Rosenlaube“, auch bekannt als deutsche Mona Lisa, sind die Stars.
Doch es sind nicht nur die Gemälde selbst, die faszinieren – es sind
auch die Menschen, die sie bewachen. Die Museumsaufseherinnen und –
aufseher sind stille Beobachter:innen, leidenschaftliche
Erzähler:innen und heimliche Expertinnen und Experten. Mit ihrem
einzigartigen Blick entdecken sie immer neue Details und geben den
Werken eine ganz persönliche Bedeutung. In der von Corinna Belz und
Tuan Lam gestalteten Ausgabe der Dokureihe „Die Kunstaufpasser“ über
„Das Wallraf-Richartz-Museum – erzählt von seinem Aufsichtspersonal“
führen drei dieser Aufseher hinter die Kulissen des Hauses. Sie
zeigen ihre Lieblingswerke und eröffnen neue Perspektiven auf die
Kunst – mit Geschichten voller Emotionen, zwischen Liebe und
Eifersucht, Himmel und Erde. „Die Kunstaufpasser“ sind die heimlichen
Hüter dieser Schätze, die mit wachem Blick und tiefem Verständnis
dafür sorgen, dass die Kunst lebendig bleibt.