Wien (OTS) – Kritik übt die Familiensprecherin der Grünen Wien,
Ursula Berner an
den Plänen der Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) für die Eröffnung
einer geschlossenen Unterbringung für jugendliche Straftäter unter 14
Jahren. Auch die Volksanwaltschaft spricht sich, so wie viele
Kinderschutzorganisationen, gegen diese Pläne aus. „Die
Volksanwaltschaft bestätigt, was wir Grüne seit Monaten kritisieren:
Das Einsperren von unter 14-jährigen in einer geschlossenen
Unterbringung stellt einen besonders schweren Eingriff in das Leben
der Kinder dar“, so Berner. „Statt endlich in nachhaltige und
langfristige Strukturverbesserungen innerhalb der MA11 und ihrer
Einrichtungen zu investieren, regiert Stadträtin Emmerling wieder mal
mit einer symbolischen PR-Maßnahme, die niemandem hilft.“
Die Erfahrungen aus anderen Ländern (Deutschland, Schweiz) und die
Fachdiskurse lassen keinen Zweifel offen, dass die zwangsweise
Unterbringung in geschlossenen Einrichtungen keine altersadäquate
Begleitung dieser Kinder zulässt. Vielmehr begünstigen geschlossene
Unterbringungen strukturelle Gewalt, wie mehrere Studien aus
Deutschland belegen.
„Wir Grüne schließen uns der Stellungnahme der Volksanwaltschaft und
verschiedenster Kinderschutzorganisationen an, dass es nicht zulässig
ist, strukturelle und systemische Defizite innerhalb der MA11 in der
Versorgung von diesen Kindern durch Freiheitsentzug zu kompensieren“,
so Berner. „Wir fordern eine Neuaufstellung der MA 11 und eine
Potentialanalyse für unter 14-jährige Kinder, die wiederholt
Straftaten begehen. Mehr Personal kann auf die individuellen
Bedürfnisse und die Situation der Kinder besser eingehen. Eine 1:1
Betreuung der Kinder könnte auch zur Verbesserung der öffentlichen
Sicherheit beitragen“, so Berner.