Online-Glücksspiel: Ziele der Glücksspielreform nur mit Öffnung des Marktes zu erreichen

Wien (OTS) – KORREKTUR-HINWEIS
KORREKTUR zu OTS0006 vom 02.02.2026

Statt das Betreibermonopol einzuzementieren, wäre die
Marktöffnung
der bessere Weg – für den Spielerschutz und die kränkelnden
Staatsfinanzen. Das zeigt eine umfassende Analyse des Online-
Glücksspielmarktes von BRANCHENRADAR.com Marktanalyse.

Aus Anlass der anstehenden Novellierung des österreichischen
Glücksspielgesetzes hat BRANCHENRADAR Marktanalyse soeben eine Studie
mit Fokus auf das Online-Glücksspiel in Österreich vorgelegt. Unter
dem Titel „Neuausrichtung des Online-Glücksspiels in Österreich“
kommen die Experten darin zu einem klaren Ergebnis: Der derzeit
vorliegende Gesetzesentwurf zur Neuregulierung des Online-
Glücksspiels verfehlt die gesteckten Ziele völlig. Vielmehr
verschärft dieser die bestehenden Probleme massiv: Statt
Spielerschutz zu stärken, den Schwarzmarkt einzudämmen und
Steuereinnahmen zu erhöhen, führt der Vorschlag zu einer
Einzementierung des Monopols, einer Verlagerung in den illegalen
Markt und damit zu sinkendem Spielerschutz sowie dramatischen
Steuermindereinnahmen.

Zwtl.: Kontraproduktive Annahmen im Gesetzesentwurf

Der Reformvorschlag geht nämlich in Wahrheit von einer
folgenschweren Fehlannahme aus: Im Sinne einer vermeintlichen
Erhöhung des Spielerschutzes sind massive Eingriffe in den
Spielverlauf virtueller Glücksspielautomaten geplant. Da solche
Restriktionen jedoch die Attraktivität des Glücksspiels reduzieren,
wäre mit einer massiven Abwanderung von Spielern zu ausländischen
Angeboten zu rechnen. Ausländische Angebote gelten in Österreich aber
allesamt als illegal. Folglich möchte man den illegalen Anbietern
durch DNS- und Payment-Blocking das Wasser abgraben.

„Eine riskante Wette“ empfindet Studienautor Andreas Kreutzer.
„Es gibt auf dieser Erde bislang keine Demokratie, die mit DNS- und
Payment-Blocking illegales Glücksspiel unterbinden konnte.
Spielerschutz entsteht auch nicht durch unattraktive oder verknappte
Angebote, sondern durch einen regulierten Markt, der mit illegalen
Anbietern auch tatsächlich konkurrieren kann“.

Zwtl.: Szenarien bis 2031: Reformvorschlag schwächt den legalen Markt

Branchenradar Marktanalyse hat für die Studie verschiedene
Varianten durchgerechnet:

Basisszenario 1 (Status Quo): Bei unveränderter Rechtslage wird
ein Marktwachstum des Bruttospielertrags (BSE) von Ꞓ 496 Mio. (2024)
auf Ꞓ 1 Mrd. (2031) prognostiziert. Die Kanalisierungsrate in den
legalen Markt (win2day.at) würde jedoch von aktuell 46,7 % auf rund
39,0 % sinken. Die kumulierten Steuereinnahmen von 2026-2031 würden
sich auf ca. Ꞓ 901 Millionen belaufen.

Szenarien 2 & 3 (Umsetzung des Reformentwurfs): Diese Modelle
zeigen die negativen Konsequenzen der Reform. Durch die unattraktiven
Spielbedingungen, etwa durch ein Einsatzlimit von Ꞓ 250 pro Woche,
ist eine massive Spielerabwanderung in den unregulierten Markt zu
erwarten. Selbst unter optimistischen Annahmen zur Wirksamkeit von
DNS- und Payment-Blocking-Maßnahmen bricht die Kanalisierungsrate
dramatisch ein:

Im „Worst-Case“ (Szenario 2) sinkt die Kanalisierungsrate bis
2031 auf 27,8 %. Die kumulierten Steuereinnahmen (2026-2031) würden
auf nur noch Ꞓ 600 Millionen fallen – ein Verlust von Ꞓ 300 Millionen
gegenüber dem Status Quo.

Im „Best-Case“ der Reform (Szenario 3) sinkt die Rate auf 35,6 %
und die Steuereinnahmen auf Ꞓ 726 Millionen – immer noch ein Minus
von Ꞓ 175 Millionen.

Damit würde der regulierte Markt marginalisiert, während der
illegale Markt weiter wächst – ein Szenario, das sowohl den
Spielerschutz als auch die fiskalischen Interessen des Staates
untergräbt. Hinzu kommt, dass die Annahme Sperren allein würden
wirken, sowohl durch diese Analyse, als auch durch einen Rundruf bei
europäischen Glücksspielbehörden klar widerlegt wird.

Zwtl.: Kontrollierte Marktöffnung als beste Lösung

Als Alternative präsentiert die Studie eine kontrollierte
Marktöffnung nach dem Vorbild der Landesausspielungen (
Automatensalons) mit strengen, aber marktkonformen
Spielerschutzauflagen.

Teilöffnung mit 9 Lizenzen: Kanalisierungsraten von bis zu 81 %
und kumulierte Steuereinnahmen von bis zu Ꞓ 1,66 Mrd. – das
entspricht Mehreinnahmen von bis zu Ꞓ 760 Mio. gegenüber dem Status
quo.

Liberalisierung mit 15 Lizenzen: Kanalisierungsraten von bis zu
85,5 % und Steuereinnahmen von bis zu Ꞓ 1,88 Mrd. – nahezu eine
Verdopplung der Einnahmen im Vergleich zur aktuellen Rechtslage.

Zwtl.: Spielerschutz funktioniert nur im regulierten Markt

Die Studie betont, dass wirksamer Spielerschutz nur dort greifen
kann, wo Spieler tatsächlich erfasst werden. Instrumente wie
Identitäts- und Alterskontrollen, Limitierungen, Sperrsysteme,
Monitoring des Spielverhaltens und geschulte Mitarbeitende – wie sie
bei Landesausspielungen gängige Praxis sind – verlieren ihre Wirkung,
wenn ein Großteil der Spieler das legale, regulierte Angebot nicht
nutzt.

Branchenradar Marktanalyse empfiehlt daher eine Neuausrichtung
der Online-Glücksspielpolitik, die sich an realen Marktmechanismen
orientiert: mehr legale Anbieter, klare Regeln, konsequente Aufsicht
– und damit mehr Spielerschutz und mehr Steuereinnahmen. Andreas
Kreutzer: “Die Regierung kann jetzt endlich die Chance ergreifen,
einen modernen und konkurrenzfähigen legalen Markt zu schaffen, bei
dem den Illegalen schwarz vor Augen wird.”.