Teure Schule, vererbte Armut: Volkshilfe fordert endlich kostenfreie Schule

Wien (OTS) – Seit Jahren unterstützt die Volkshilfe mit ihrem
Bildungsfonds
armutsgefährdete Kinder und Jugendliche finanziell. Auch im letzten
Jahr wurden wieder 80.000 Euro für die Förderung von schulbezogenen
Ausgaben an Familien vergeben. Ein Blick in die Zahlen des
Bildungsfonds bestätigt, es sind die größten Hürden für Haushalte im
unteren Einkommensdrittel und ganz besonders für Alleinerziehende.

Die Top drei Ausgaben der Eltern zeigen, was im Schulsystem
problematisch ist: Fast ein Viertel der Ausgaben (23 Prozent) musste
für Unterrichtsmaterialien aufgewendet werden. Gefolgt von 19 Prozent
für schulbezogene Veranstaltungen. Auch die Betreuungskosten schlagen
mit 13 Prozent der Ausgaben zu Buche.

„Ausgaben für Computer, Unterrichtsmaterialien,
Schulveranstaltungen, Exkursionen, Ausflüge, Kopierbeiträge und, und,
und. Für armutsgefährdete Familien ist die lange Liste an Ausgaben
besonders belastend. Sie müssen 15 Prozent ihres Haushaltseinkommens
für Schulkosten aufbringen. Im Vergleich dazu müssen Haushalte im
oberen Einkommensdrittel nur fünf Prozent ausgeben. Das zeigt
deutlich, wie Schulkosten in Österreich zu Bildungsungleichheiten
beitragen“ , so Ewald Sacher, Präsident der Volkshilfe Österreich.

Die aktuellen Referenzbudgets für Kinder und Jugendliche rechnen
vor, dass die Schulkosten pro Jahr bei 408 Euro (Kind sieben Jahre)
bzw. 636 Euro liegen (Jugendliche 14 Jahre). Da sind Ausgaben für
Sonderförderbedarf, Nachhilfe und Nachmittagsbetreuung noch nicht
einmal berücksichtigt.

„In Österreich braucht es bis zu fünf Generationen, um aus der
Armut hinauszuwachsen. Unser Schulsystem trägt seinen Teil dazu bei,
dass Armut vererbt wird. Was wir als Volkshilfe seit Jahren fordern,
ist eine Schule, die endlich wirklich kostenfrei ist. Eine
Kindergrundsicherung könnte mit dem Ausbau kinder-spezifischer
Infrastruktur dazu beitragen. Es ist höchste Zeit, das anzugehen“ ,
so Sacher abschließend.