Wien (OTS) – Der Wiener Religionsrat startet mit einer ambitionierten
Agenda ins
Jahr 2026. Bürgermeister Michael Ludwig diskutierte heute gemeinsam
mit Vertreterinnen und Vertretern der gesetzlich anerkannten Kirchen
und Religionsgesellschaften sowie religiösen Bekenntnisgemeinschaften
zentrale gesellschaftspolitische Themen – darunter Digitaler
Humanismus, interreligiöser Zusammenhalt und konkrete Maßnahmen für
das friedliche Miteinander in der Stadt.
Im Rahmen der heutigen Sitzung wurde ebenso die
Grundsatzerklärung des Religionsrates unterzeichnet .
Digitaler Humanismus als strategisches Zukunftsthema
Ein inhaltlicher Schwerpunkt der heutigen Beratungen war der
Austausch mit Klemens Himpele, CIO der Stadt Wien, zur Rolle von
Digitalisierung und künstlicher Intelligenz im urbanen Kontext.
Ludwig betonte, dass der digitale Wandel Gestaltung und Regulierung
erfordert:
„Wir dürfen nicht zu Getriebenen dieses Innovationsprozesses
werden, sondern müssen diesen mit sozialem Augenmaß und klaren Zielen
gestalten. Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen – nicht der
technische Fortschritt.“ so Ludwig.
Gerade Religionsgemeinschaften seien wichtige Akteure bei der
Vermittlung von Orientierung, Werthaltungen und gesellschaftlichem
Dialog.
Grundsatzerklärung: Bekenntnis zu Frieden, Menschenwürde und
gesellschaftlichem Zusammenhalt
Die morgen zu unterzeichnende Grundsatzerklärung beinhaltet ein
klares Bekenntnis zu humanitären Grundwerten wie Menschenwürde,
Freiheit, Gerechtigkeit und der Gleichwertigkeit der Geschlechter.
Gemeinsam positioniert sich der Religionsrat ausdrücklich gegen:
–
religiös motivierte Gewalt
–
politischen Missbrauch von Religionen
–
Rassismus, Antisemitismus, Antialevitismus
–
antimuslimische und antichristliche Tendenzen
–
Ausgrenzung und Feindseligkeit gegenüber Religionen
Ludwig würdigte den erfolgreichen Konsens:
„Die Grundsatzerklärung unterstreicht Wien als Stadt des Friedens
und des Dialogs. Sie zeigt, dass interreligiöse Zusammenarbeit
funktioniert und in unserer Stadt täglich gelebt wird.“
Darüber hinaus enthält die Erklärung konkrete
Maßnahmenvorschläge, etwa zur Bildungsarbeit gegen Vorurteile, zur
Ausweitung seelsorgerischer Angebote in Krankenanstalten und
Justizanstalten sowie zur Eindämmung von Hass und Radikalisierung in
digitalen Medien.
Hintergrund
Der vom Wiener Bürgermeister initiierte Religionsrat versteht
sich als verbindendes Dach zwischen den Religionen und als Plattform
für Austausch und Beratung. Ziel ist es, zu sozialem Frieden, Respekt
und einem solidarischen Miteinander in der Stadt beizutragen.