Wien (OTS) – Die erneute Debatte um das Sobieski-Denkmal am
Kahlenberg sorgt
sowohl bei der Wiener Volkspartei als auch bei der polnischen
Community für Irritationen. Die Wiener Volkspartei wird daher im
nächsten Gemeinderat einen Antrag zur Errichtung des Sobieski-
Denkmals am Kahlenberg einbringen. Für Stadträtin Kasia Greco ist
klar: „Jan III. Sobieski hat sich dieses Denkmal mehr als verdient.
Er ist untrennbar mit der Geschichte Wiens und Europas verbunden.
Dass ein seit Jahren zugesagtes Denkmal bis heute nicht umgesetzt
wurde, ist weder historisch noch politisch nachvollziehbar.“ Greco,
die selbst polnische Wurzeln hat und dem Vorstand der Österreichisch-
Polnischen Gesellschaft angehört, betont, dass Wien hier ein klares
Zeichen für Verlässlichkeit, historischen Respekt und internationale
Verantwortung setzen müsse.
Unterstützung erhält die Initiative auch aus diplomatischer
Richtung. Der polnische Botschafter in Österreich, Zenon Kosiniak-
Kamysz, begrüßt den Vorstoß der Wiener Volkspartei ausdrücklich:
„Sobieski hat mit seinem Einsatz 1683 maßgeblich dazu beigetragen,
Wien zu verteidigen und die europäische Geschichte entscheidend zu
prägen. Seine Bedeutung für Wien, Polen und Europa ist historisch
unbestritten. Ein würdiges Denkmal am Kahlenberg wäre ein wichtiges
Zeichen der Anerkennung und der gemeinsamen europäischen
Erinnerungskultur.“ Die polnische Seite sei bereit, die Gespräche
konstruktiv fortzusetzen und das Projekt gemeinsam mit der Stadt Wien
umzusetzen.
Abschließend übt Greco deutliche Kritik an der Linie der SPÖ-Neos
-Stadtregierung: „Es ist für viele Menschen nicht nachvollziehbar,
warum Wien Verbrechern wie Stalin eine Gedenktafel widmet und
Gewaltherrschern wie Che Guevara – der für Erschießungskommandos,
politische Unterdrückung und massive Menschenrechtsverletzungen steht
– sogar ein Denkmal zugesteht, während ein historischer Verteidiger
Wiens bis heute keinen angemessenen Platz im Stadtbild erhält.“
Bestehende Hinweise wie Straßennamen oder Plätze seien zwar ein Teil
der Erinnerung, aber „angesichts des historischen Gewichts Sobieskis
und des internationalen Kontexts völlig unzureichend“. Greco
abschließend: „SPÖ und Neos sind es Sobieski, der polnischen
Community und unseren internationalen Partnern schuldig, dieses
Versprechen endlich einzulösen. Der Gemeinderat hat nun die Chance,
ein klares Zeichen für Verantwortung, Verlässlichkeit und europäische
Geschichte zu setzen.“