ÖVP-Edelmann: Millionen für ideologische Experimente bei gleichzeitigem Einschneiden bewährter Formate sind das falsche Signal

Wien (OTS) – Die aktuellen Aussagen im Bezug auf die Wiener
Förderpraxis durch
Wiens SPÖ-Kulturstadträtin in der heutigen Kronen Zeitung, bestätigen
die massive Schieflage in der Wiener Kulturpolitik. Während für
avantgardistische Groß- und Prestigeprojekte weiterhin
Millionenbeträge bereitgestellt werden, geraten gewachsene, stark
besuchte und identitätsstiftende Kulturformate zunehmend unter Druck.

„Niemand stellt die Bedeutung von Vielfalt in der Kulturlandschaft
infrage. Aber Vielfalt darf nicht dazu benutzt werden, um Mittel
einseitig zu verteilen und bewährte, breit wirksame Kulturangebote
zurückzudrängen“, betont Judith Edelmann, Kultursprecherin der Wiener
Volkspartei. „Wenn für die Klimabiennale, die Festwochen oder das
KunstHausWien problemlos hohe Summen zur Verfügung gestellt werden,
aber gleichzeitig das Sommernachtskonzert, die Kammeroper oder
notwendige Investitionen in die Hermesvilla infrage gestellt werden,
dann läuft etwas grundlegend falsch.“

Besonders kritisch sieht Edelmann die Argumentation, man dürfe
Kulturformate nicht gegeneinander ausspielen. „Genau das passiert
aber faktisch: Es wird nicht überall gespart, sondern sehr selektiv.
Und diese Auswahl geht zulasten jener Kulturangebote, die ein breites
Publikum erreichen, Planungssicherheit brauchen und fest in der Stadt
verankert sind.“ Auch die Begründung mit fehlender Budgetplanbarkeit
lässt Edelmann nicht gelten: „Planungsunsicherheit mag eine Realität
sein, sie darf aber keine Ausrede dafür werden, bewährte Kulturgüter
auf unbestimmte Zeit zu vertagen, während andere Projekte weiterhin
auf einem sicheren Finanzpolster ruhen. Kulturpolitik braucht
Verantwortung, Transparenz und klare Prioritäten.“

Abschließend hält Edelmann fest: „Wien braucht eine Kulturpolitik,
die sowohl Innovation ermöglicht als auch das schützt, was über Jahre
gewachsen ist. Wer in Zeiten knapper Mittel einseitig fördert,
riskiert nicht Vielfalt, sondern Vertrauen bei Kulturschaffenden
ebenso wie beim Publikum.“