Wien (OTS) – Tausende Beschäftigte der IT-Branche folgten heute dem
Aufruf der
Gewerkschaft GPA, vor der Wirtschaftskammer (WKO) in Wien für einen
fairen Gehaltsabschluss zu demonstrieren und ein Ende der
Blockadehaltung der Arbeitgeber einzufordern.
„Vier Verhandlungsrunden ohne ein Angebot für die IST-
Gehaltssumme: Das ist absolut inakzeptabel!“, betonte Sandra Steiner,
Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft GPA. „Die Blockadehaltung der
Arbeitgebervertretung verhindert einen vernünftigen
Kollektivvertragsabschluss. Wir erwarten uns in der morgigen
Verhandlungsrunde ein ernsthaftes Angebot, das unsere Leistung als
Beschäftigte in der IT anerkennt!“, so die Gewerkschafterin im Zuge
der Kundgebung. Derzeit bieten die Arbeitgeber lediglich eine
Erhöhung von 1,9% auf die Mindestgehälter, eine Erhöhung der IST-
Gehaltssumme schließt man aus. „Kein Angebot für die IST-Gehälter zu
machen ist unverantwortlich! Gerade in Zeiten hoher Preise und in
einer Branche, die besser durch die Krise gekommen ist als die
Gesamtwirtschaft. Und besonders gegenüber 90.000 Beschäftigten, die
diese Branche am Laufen halten!“, so Steiner im Zuge der Kundgebung.
„Wir alle verlangen Fair Play durch Fair Pay! Genau deshalb stehen
wir heute hier“, führte Steiner weiter aus.
Auch Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA sprach in
ihrer Rede von einer bewussten Hinhaltetaktik: „Wenn die Arbeitgeber
glauben, dass man eine wichtige Branche, in der das Knowhow der
Beschäftigten zentral ist, mit Minimalabschlüssen und
Verzögerungstaktik in eine gute Zukunft führen kann, dann irren sie
sich!“ Denn eine Branche, die sich selbst als Innovations- und
Jobmotor bezeichnet, müsse auch innovativ und fair handeln und
verhandeln: „Wer nach außen von Verantwortung spricht, aber nach
innen jede Lösungsfindung blockiert, beschädigt die eigene
Glaubwürdigkeit. Und das ist nicht nur ein Problem für die
Beschäftigten, das ist ein Problem für den gesamten IT-Standort
Österreich!“, so Teiber weiter. „Statt Sicherheit für die
Beschäftigten wie Betriebe zu ermöglichen, wird hingehalten und
verzögert – doch wir lassen uns nicht abspeisen! Wir erwarten uns ein
faires Angebot, wir erwarten Respekt vor der Leistung der Kolleginnen
und Kollegen und wir erwarten Verhandlungen, die diesen Namen auch
verdienen!“, appellierte Teiber bei der Kundgebung vor der WKO.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am Freitag, 23.01. statt.