Straßburg (OTS) – „Seit fast 20 Jahren erhalten Flugpassagiere bei
Verspätungen ab drei
Stunden Entschädigungszahlungen und es ginge in die ganz falsche
Richtung, den Konsumentenschutz jetzt dramatisch zurückzudrehen. Das
Europaparlament steht ganz klar für die Beibehaltung und den Ausbau
dieser Flugpassagierrechte“, sagt Sophia Kircher, Verkehrssprecherin
der ÖVP im Europaparlament und stv. Vorsitzende des
Verkehrsausschusses, zur heutigen Abstimmung über die Position des
Europaparlaments zur Weiterentwicklung der Flugpassagierrechte.
“Jetzt geht es in die finalen Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten
und da müssen die Verkehrsminister zeigen, ob ihnen Konsumentenschutz
über den Wolken wichtig ist oder nicht und ein großer Teil der
verspäteten Flugpassagiere in Zukunft leer ausgehen soll.”
„Das Europaparlament verlangt weiterhin Entschädigungszahlungen
ab drei Stunden Verspätung in der bisherigen Höhe, Gratis-Handgepäck
und keine zusätzlichen Gebühren für das Einchecken am Schalter der
Fluglinien“, skizziert Kircher. “Die von den Mitgliedstaaten
geforderte Verlängerung der Mindestverspätung für Entschädigungen von
drei auf vier Stunden würde dazu führen, dass viele Passagiere
künftig durch die Finger schauen. Denn Daten des europäischen
Verbraucherschutz-Dachverbands BEUC zeigen, dass ein Großteil der
Verspätungen zwischen zwei und vier Stunden liegen.”
Kircher fährt fort: “Die Mitgliedstaaten haben zudem die
Gelegenheit verpasst, einheitliche Regelungen zu Größe und Gewicht
des Handgepäcks vorzuschlagen. Stattdessen legitimiert ihre
Verhandlungsposition sogar, dass Airlines künftig für normales
Handgepäck Gebühren verlangen dürfen, obwohl der Europäische
Gerichtshof bereits klargestellt hat, dass Handgepäck ein
wesentlicher Bestandteil von Passagierrechten ist.”
„In den anstehenden Verhandlungen verteidigen wir einen starken
Konsumentenschutz für Flugpassagiere. Natürlich muss auch die
Wettbewerbsfähigkeit der Luftverkehrsbranche berücksichtigt werden.
Aber das darf kein Vorwand sein, um langerstrittene und seit einer
Generation verankerte Passagierrechte derart auszuhöhlen“, schließt
Kircher. (Schluss)