Katholische Jugend: Ungleichbehandlung von Grundwehrdienst, Zivildienst und Zivilersatzdienst ist unpassend

Wien (OTS) – Am Dienstag wurde der Bericht der Wehrdienstkommission
zur
Weiterentwicklung des Wehrdienstsystems veröffentlicht. Als zentrales
Element empfiehlt die Kommission eine Verlängerung des
Grundwehrdienstes (inklusive verpflichtender Milizübungen) auf 10
Monate sowie des Zivildienstes auf 12 Monate.

Die Katholische Jugend Österreich, Österreichs größte
konfessionelle Jugendorganisation, spricht sich klar dagegen aus,
dass der Zivildienst weiterhin länger dauern soll als der
Grundwehrdienst. Diese Ungleichbehandlung ist aus Sicht der
Katholischen Jugend unpassend und nicht mehr zeitgemäß, weil es junge
Menschen, die aus ethischen und moralischen Gründen den Dienst an der
Waffe verweigern, benachteiligt. Ebenso braucht es eine
Gleichstellung und faire Betrachtung von Wehrdienst, Zivildienst und
Zivilersatzdienst, wie das Freiwillige Soziale Jahr.

„Junge Menschen übernehmen in allen diesen Diensten Verantwortung
und leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unser Land – es ist
nicht nachvollziehbar, warum manche Formen dieses Dienstes
strukturell als weniger wert behandelt werden“, sagt Klemens
Lesigang, Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich.

Gerade das österreichische Gesundheits- und Sozialsystem ist in
vielen Bereichen auf den Einsatz von Zivildienern und
Freiwilligendienstleistenden angewiesen. Eine Verlängerung,
insbesondere ohne substanzielle Verbesserungen, würde die Belastung
der Betroffenen erhöhen und ein falsches Signal senden: dass ziviles
Engagement weniger Anerkennung erfährt als andere Formen des
Pflichtdienstes.

Darüber hinaus betont die Katholische Jugend, dass junge Menschen
vor Antritt ihres Grundwehrdienstes oder Zivildienstes oft bereits
Fixkosten zu tragen haben – etwa für Wohnen, Mobilität,
Versicherungen oder laufende Verpflichtungen. Wer Dienst für die
Allgemeinheit leistet, darf nicht in finanzielle Unsicherheit
gedrängt werden.

Statt einer Verlängerung fordert die Katholische Jugend daher
eine Gleichberechtigung aller Dienste, eine faire Entlohnung für die
geleistete Arbeit und bessere Arbeitsbedingungen – für alle jungen
Menschen im Pflichtdienst, unabhängig davon, ob sie Wehrdienst,
Zivildienst oder Zivilersatzdienst leisten. Wertschätzung muss auch
konkret spürbar sein: durch faire Bezahlung, klare Arbeitszeiten,
Schutz vor Überlastung und Bedingungen, mit denen junge Menschen ihre
laufenden Kosten decken können.