Chancenbonus-Programm: Erstes Arbeitstreffen der 400 eingeladenen Schulen

Wien (OTS) – Vom 13. bis zum 15. Jänner 2026 trafen die 400
Schulleiterinnen und
Schulleiter sowie die für sie zuständigen Schulqualitätsmanagerinnen
und -manager (SQM) im Bildungsgebäude der Arbeiterkammer Wien
zusammen, um gemeinsam in das Chancenbonus-Programm zu starten. Sie
alle wurden eingeladen, am Chancenbonus-Programm teilzunehmen und mit
Hilfe zusätzlicher Personalressourcen Meilensteine für die
Entwicklung ihrer Schule zu setzen.

In den ersten beiden Vernetzungstreffen erhielten die
Schulleitungen und SQM umfassende Informationen zum Chancenbonus-
Programm und den Möglichkeiten, die sie durch ihre Teilnahme erhalten
werden. Der Chancenbonus bietet einerseits zusätzliche
Personalressourcen – je nach Ausgangslage und Schulgröße erhält jede
teilnehmende Schule zwischen 1 und 7 Vollzeitäquivalenten. Diese
können z.B. in Form von Lehrpersonen, Schulsozialarbeiter/innen,
Sozialpädagog/innen, Schulpsycholog/innen abgerufen werden. Auch
weitere Berufsgruppen wie Theaterpädagog/innen, Musik- und
Tanzpädagog/innen oder Legasthenietrainer/innen sollen mittelfristig
zur Verfügung stehen. Andererseits ist der Chancenbonus aber vor
allem ein Schulentwicklungsprogramm, das positive Veränderung an
besonders herausgeforderten Schulen befördern soll – kooperativ, im
Team, nachhaltig.

Welches Personal am jeweiligen Standort benötigt wird,
entscheidet die Schulleitung autonom und abhängig von der jeweiligen
Ausgangslage. In den kommenden Wochen erarbeiten die eingeladenen
Schulen ihre Ressourcenanträge und planen, welche Ziele sie für ihre
Schule damit erreichen möchten. Im Fokus steht dabei stets: Alle im
Rahmen des Programms gesetzten Maßnahmen zielen darauf ab, durch
gemeinsam an der Schule gelebte Schulentwicklung die Lernmotivation,
das Wohlbefinden an der Schule sowie die Lernergebnisse der
Schülerinnen und Schüler zu verbessern.

Im ersten Arbeitstreffen konnten die Schulleitungen in einen
Austausch treten, einander inspirieren und anhand von Good-Practice-
Beispielen aus dem Projekt 100 Schulen-1000 Chancen innovativ und
kreativ erste Überlegungen für die Weiterentwicklung ihrer Schule
anstellen.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr: „Vernetzungstreffen wie
dieses sind im Rahmen des Chancenbonus-Programms eine wichtige
Plattform für Schulleitungen. Sie ermöglichen gegenseitiges Lernen
und Inspiration – denn gemeinsam geht es immer leichter, als sich
alleine den ganz großen Herausforderungen stellen zu müssen. Ich
freue mich sehr, dass 400 Schulen an diesem ersten Treffen
teilgenommen haben. Das zeigt, dass wir mit dem Chancenbonus den
richtigen Kurs gewählt haben. Es zeigt auch das enorme Engagement der
Schulleitungen von einigen der am meisten geforderten Schulstandorte
Österreichs. Mein Dank gilt allen Schulleitungen für ihr Kommen und
für die großartige Initiative, mit der sie hier in das Chancenbonus-
Programm starten. Ebenso danke ich der Präsidentin der
Arbeiterkammer, Renate Anderl, für die gute Zusammenarbeit sowie für
die Zurverfügungstellung der hervorragenden Räumlichkeiten für dieses
erste Arbeitstreffen.“

„Der Chancenbonus ist ein Meilenstein für Österreichs Schulen,
eine Maßnahme, die wirksam ist und direkt Schulkindern und ihren
Eltern, zugutekommen wird“, so Renate Anderl, Präsidentin der
Bundesarbeitskammer und der Arbeiterkammer Wien. Die AK habe bereits
vor mehr als zehn Jahren ein Modell für die treffsichere Finanzierung
von Schulen entwickelt. Anderl betonte, dass das Engagement und die
Kompetenzen von Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrern unbestritten
seien. „Die bisherigen Ressourcen reichen aber gerade in jenen
Schulen nicht aus, deren Schüler:innen besonders zielgerichtete
Unterstützung und Förderung brauchen. Jedes Kind muss in der Schule
nicht nur Grundkompetenzen erlernen, sondern auch seine Stärken
entdecken und entfalten können – unabhängig vom Bildungsgrad der
Eltern oder ihrer Herkunft. Ich danke dem Team des
Bildungsministeriums und dem Bildungsminister für den Nachdruck bei
der Umsetzung des Chancenbonus.“ Es sei Auftrag der Arbeiterkammer,
sich gegenüber der Politik für berufstätige Eltern einzusetzen, das
werde die AK auch in Zukunft tun: „Wir werden uns auch weiterhin für
die Ausweitung und Weiterentwicklung dieser wichtigen Initiative
einsetzen.“

Der im Regierungsprogramm verankerte Chancenbonus wird ab dem
Schuljahr 2026/27 umgesetzt. Dafür werden jährlich 65 Millionen Euro
an zusätzlichen Mitteln aufgewendet, um zusätzliches Personal an jene
Schulen zu bringen, die besonders gefordert sind. 400 Schulen, die
anhand objektiver Kriterien – der sogenannten SÖL-Klassifikation (
sozioökonomische Ausgangslage) ausgewählt wurden – sind zur Teilnahme
eingeladen und sollen vom Chancenbonus profitieren.

Ziel ist es, dass jene Schulen durch zusätzliche Ressourcen in
einer nachhaltigen Schulentwicklung unterstützt werden, die mit
besonders herausfordernden Rahmenbedingungen arbeiten. Die Zuteilung
von Ressourcen erfolgt auf Basis der sog. SÖL-Kategorie einer Schule.
Sie wird objektiv auf Basis von Daten der Statistik Austria berechnet
– transparent, objektiv und evidenzbasiert. So wird die Zuteilung von
Ressourcen treffsicher und erreicht jene Schulen, die sie am
dringendsten benötigen.