Eisbrecher MS Eisvogel im Dauereinsatz: Erstmals seit 2017 frieren Wiener Gewässer wieder zu

Wien (OTS) – Eine anhaltende Kältewelle lässt erstmals seit dem Jahr
2017 die
Wiener Gewässer wieder großflächig zufrieren. Auch im Hafen Wien
bilden sich bei anhaltenden Minusgraden innerhalb kurzer Zeit
geschlossene Eisflächen. Um den Betrieb in den Hafenbecken
aufrechtzuerhalten und Schiffe vor gefährlichem Eisdruck zu schützen,
ist der Eisbrecher „MS Eisvogel“ des Hafen Wien, einem Unternehmen
der Wien Holding, derzeit regelmäßig im Einsatz und bricht etwa alle
zwei Tage das Eis in den Häfen Freudenau, Albern und Lobau.

Bereits ab Temperaturen von minus sechs Grad frieren die
Fahrrinnen der Hafenbecken innerhalb eines Tages zu, bei noch
tieferen Temperaturen kann sich das Eis innerhalb weniger Stunden
massiv verdichten. Gerade unter diesen Bedingungen kommt der „MS
Eisvogel“ eine zentrale Rolle zu: Mit ihrem Gewicht, ihrer
Motorleistung und spezieller Bauweise hält sie die Hafenbecken offen
und schützt ankernde Schiffe vor Schäden durch Eispressung.

Solche Wetterlagen verdeutlichen, wie wichtig eine vorausschauend
organisierte und gut ausgestattete Infrastruktur für eine Großstadt
wie Wien ist. Der Hafen Wien übernimmt im urbanen Versorgungssystem
eine Schlüsselrolle – auch und besonders in den Wintermonaten. Der
kontinuierliche Einsatz der MS Eisvogel stellt sicher, dass diese
Infrastruktur selbst unter extremen Bedingungen verlässlich
funktioniert und damit Wirtschaft, Arbeitsplätze und
Versorgungssicherheit unterstützt. Zugleich zeigt sich, dass die
jahrzehntelange Nutzung eines bewährten Spezialschiffs Ausdruck einer
nachhaltigen und langfristigen Planungsstrategie ist.

Zwtl.: MS Eisvogel schützt Infrastruktur und Sachwerte im Winter

Der Hafen Wien ist als größter öffentlicher Donauhafen
Österreichs ganzjährig in Betrieb. Rund ein Drittel der jährlich etwa
1.000 abgefertigten Frachtschiffe läuft den Hafen auch in den
Wintermonaten an. Zusätzlich erfüllt insbesondere der Hafen Freudenau
eine besondere Funktion als Schutz- und Winterhafen: Rund 25
Donaukreuzfahrtschiffe überwintern hier fest vertaut und sind auf
regelmäßig eisfreie Becken angewiesen.

Der Eisbrecher MS Eisvogel ist ein zentraler Bestandteil der
Sicherheits- und Betriebsinfrastruktur des Hafen Wien. Gerade bei
seltenen, aber besonders intensiven Kälteperioden zeigt sich die
Bedeutung einer technischen Ausstattung, die auch für
außergewöhnliche Szenarien ausgelegt ist. Der Hafen Wien übernimmt
hier Verantwortung für einen reibungslosen Ablauf der Schifffahrt und
den Schutz erheblicher Sachwerte.

Zwtl.: Zuverlässiger Eisbrecher, seit Jahrzehnten im Einsatz bewährt

80 Tonnen bringt der 32 Meter lange und sechseinhalb Meter breite
Eisbrecher auf die Waage. Derzeit ist das Eis „nur“ bis zu 15
Zentimeter dick. Kein Problem für die „Eisvogel“, sie bricht das Eis
mit der Kraft ihres Buges und schiebt die Schollen zur Seite. Bis zu
12 Millimeter dicker Stahl schützt den Rumpf vor den scharfen, harten
Eiskanten. Die beiden Dieselmotoren mit insgesamt 520 PS schieben den
Koloss im Schritttempo Meter um Meter voran. Wird das Eis noch
dicker, dann kann die „Eisvogel“ zusätzlich noch etwa 30 Tonnen an
Wasserballast aufnehmen. Das Schiff hievt sich dann auf die Eisplatte
und bricht sie mit seinem Gewicht in Stücke. „Bis zu 60 Zentimeter
dickes Eis können wir so brechen“, erklärt Kapitän Michael Schopf.
Zuletzt war das im Jahr 1985 der Fall, bei tagelanger Kälte mit bis
zu minus 20 Grad. „Dann vibriert im Kampf gegen die Eismassen der
ganze Schiffskörper, Heckwasser schäumt auf und laut knirschend
bricht das Eis in Stücke“, so Schopf. Die ‚MS Eisvogel‘, das
Betriebsschiff des Hafen Wien, feierte erst im letzten Jahr ein ganz
besonderes Jubiläum – seit 70 Jahren ist sie auf der Donau im Einsatz
und macht heute ihrem Namen wieder alle Ehre.

„Als größter öffentlicher Donauhafen Österreichs muss der Hafen
Wien auch im Winter nicht nur für Güter, die per Schiene und LKW hier
umgeschlagen werden, sondern auch für die Schifffahrt offen sein.
Zieht eine massive Kaltfront über Wien, ist die Eisvogel der Garant
dafür, dass Frachtschiffe im Hafen Wien jederzeit ungehinderte
Zufahrt zum Kai haben. Durch seinen Einsatz hält der Eisbrecher nicht
nur die Fahrrinne frei, sondern bewahrt auch die Rümpfe der im Hafen
Wien sowie am Kai vor Anker liegenden Fracht- und
Donaukreuzfahrtschiffe vor schweren Schäden“, so Fritz Lehr ,
kaufmännischer Geschäftsführer des Hafen Wien.

Die „Eisvogel“ ist auch im Sommer im Einsatz

Neben dem Eisbrechen ist die „MS Eisvogel“ ganzjährig auch als
Berge- und Feuerlöschschiff im Einsatz und leistet damit einen
wichtigen Beitrag zur Sicherheit im Hafenbereich. Der Hafen Wien ist
ein Unternehmen der Wien Holding und zählt mit seinen Standorten
Freudenau, Albern und Lobau zu den bedeutendsten Logistikdrehscheiben
an der Donau. Auf einer Fläche von rund drei Millionen Quadratmetern
sind zahlreiche logistiknahe Unternehmen angesiedelt, insgesamt
arbeiten rund 5.000 Menschen im Hafen Wien und den dort tätigen
Betrieben.

Zwtl.: Eckdaten MS Eisvogel

Baujahr: 1955

Länge: 32,0 Meter

Breite: 6,5 Meter

Gewicht: 80 Tonnen (zusätzlich ca. 30 Tonnen Wasserballast
möglich)

Antrieb: Zwei Dieselmotoren à jeweils 260 PS (im Summe 520 PS)

Rumpfstärke: 6 – 12 mm dicker Stahl

Zwtl.: Zum Hafen Wien

Rund 2.000 Kilometer vom Schwarzen Meer und rund 1.500 Kilometer
von der Nordsee entfernt, punktet der Hafen Wien mit seiner optimalen
direkten Anbindung an die drei Verkehrsträger Schiff, Eisenbahn und
LKW sowie mit der Nähe zum Flughafen Wien- Schwechat. Der Hafen Wien
ist als Tochter der Wien Holding ein Unternehmen der Stadt Wien. Auf
einer Fläche von 3 Millionen Quadratmetern sind rund 200 Unternehmen
angesiedelt und mit bis zu 5.000 Arbeitsplätzen ist das
Logistikzentrum Hafen Wien ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.
Mit den Frachthäfen Freudenau, Albern und Lobau handelt es sich um
den größten öffentlichen Donauhafen Ostösterreichs.