Zwtl.: Drei Viertel der Österreicher:innen glauben nicht
an eine
ausreichend hohe staatliche Pension
– 90 Prozent: Bedeutung von privater Altersvorsorge auf All-Time-High
– 225 Euro im Monat für private Altersvorsorge
– 40 Prozent schätzen das eigene Risiko von Altersarmut als hoch ein
– 6 von 10 Befragten gehen davon aus, im Alter weiter arbeiten zu
müssen
Die Vorsorgestudie 2026 von Erste Bank, Sparkassen und der Wiener
Städtischen zeigt: Immer mehr Menschen zweifeln an einer ausreichend
hohen staatlichen Pension. Gleichzeitig wächst der Zuspruch für
private finanzielle Vorsorge – beeinflusst auch durch den
demografischen Wandel und die weltweiten geopolitischen
Unsicherheiten.
Fragt man die Österreicher:innen nach ihrer Erwartung für
Wirtschaft und Lebensqualität in den kommenden Monaten, rechnen 61
Prozent mit einer Verschlechterung, 28 Prozent mit gleichbleibenden
Verhältnissen und nur 9 Prozent mit einer Verbesserung. Die
Sorgenfalten werden also größer. Es verwundert daher nicht, wenn
Menschen in diesem Umfeld vermehrt auf Verlässlichkeit und Sicherheit
setzen. Besonders zentrale Themen, für die man auch bereit ist,
privat finanziell vorzusorgen, sind für 67 Prozent der Befragten die
Gesundheit (+5 PP zu 2025), die Pension (61 %, +7 PP) und eine
finanzielle Reserve für Krisenfälle (60 %, +4 PP). Es folgen Wohnen (
55 %, +9 PP) und für jede:n Zweite:n die Familie (+2 PP).
Zwtl.: Vertrauen in staatliche Pensionen nimmt weiter ab
Befragt nach den Hauptgründen der Österreicher:innen vorzusorgen,
nennt knapp die Hälfte der Befragten (48 %), dass sie nicht mehr
daran glaubt, dass der Staat ein verlässlicher Partner bei Pensionen
ist. Ebenso viele nennen eventuelle Schicksalsschläge als
Vorsorgegrund. 45 Prozent wollen so ihr persönliches finanzielles
Risiko verringern und hoffen dadurch, ihren gewohnten Lebensstandard
später im Alter halten zu können. „Hier zeigen die zuletzt stärker
werdenden Diskussionen über die Finanzierbarkeit des staatlichen
Pensionssystems Wirkung. Drei Viertel der Befragten zweifeln demnach
daran, später eine ausreichend hohe Pension vom Staat zu erhalten.
Dass bereits heute jeder vierte Steuereuro in die Stützung der
öffentlichen Pensionen fließt, verunsichert mittlerweile 8 von 10
Befragten in Österreich“ , erläutert Sonja Brandtmayer,
Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen die aktuelle
Situation. Jede:r sechste Befragte geht gar davon aus, in der Pension
weiter arbeiten zu müssen, um sich seinen Lebensstandard in der
Pension leisten zu können.
Zwtl.: Vorsorgebetrag weiter hoch – Klassiker gefragt
Fragt man die Menschen in Österreich nach den bereits genutzten
Vorsorgeinstrumenten, werden die Anlage-Klassiker genannt: Das
Sparkonto (51 %), die Lebensversicherung (38 %), Wertpapiere und
Fondssparpläne (25 %). Es folgen das Bausparen (24 %), Gold (17 %)
und Immobilien (16 %). Auffallend dabei ist, dass erstmals seit
Jahren das Sparkonto weniger stark nachgefragt ist –
Lebensversicherungen, Wertpapiere und Fondssparpläne hingegen an
Beliebtheit zulegen können. „Erfreulich ist auch, die Höhe des
Betrages, den die Menschen im Schnitt pro Monat bereit sind, für ihre
persönliche Pensionsvorsorge zu investieren. Trotz der
wirtschaftlichen Anspannungen bewegt sich dieser mit 225 Euro auf
einem hohen Niveau,“ , so Gerda Holzinger-Burgstaller,
Vorstandsvorsitzende der Erste Bank Oesterreich zum Vorsorge-Status
quo. Männer investieren dabei mit 265 Euro pro Monat im Schnitt immer
noch deutlich mehr als Frauen mit 179 Euro.
Zwtl.: Schreckgespenst Altersarmut
Große Sorge macht den Österreicher:innen das Thema Altersarmut.
39 Prozent der Befragten schätzen das Risiko, später in der Pension
selbst von Altersarmut betroffen zu sein als hoch ein. Wie also einer
möglichen Altersarmut wirksam entgegensteuern? 86 Prozent sehen hier
eine möglichst frühzeitige private finanzielle Vorsorge sowie eine
stärkere staatliche Förderung privater Vorsorge (77 %) als
wirkungsvollste Maßnahmen. Vor diesem Hintergrund fällt auch die
Zufriedenheit mit dem staatlichen Pensionssystem generell eher mäßig
aus – 46 Prozent zeigen sich damit zufrieden, 44 Prozent nicht.
Frauen, die in Österreich rund dreimal so oft von Altersarmut
betroffen sind wie Männer, zeigen sich mit 50:39 Prozent hier klar
unzufriedener. „ Angesichts dieses Umfelds ist es wenig überraschend,
dass Vorsorge an Bedeutung gewinnt. Für 90 Prozent der Befragten hat
private Vorsorge einen sehr hohen bzw. hohen Stellenwert “, so die
beiden Finanzexpertinnen unisono.
Zwtl.: Zufriedenheit mit Pensionskonto gering
Um Planungssicherheit für die eigene Pension zu haben, gibt es
seit 20 Jahren für alle nach dem 1.1.1955 geborenen
Österreicher:innen das Pensionskonto. Laut Umfrageergebnis weiß
jedoch erst rund die Hälfte der Befragten darüber Bescheid. Und:
Lediglich die Hälfte jener, die ihr Guthaben kennen, ist damit sehr
bzw. eher zufrieden (Männer: 53 %, Frauen: 47 %). Umgekehrt zeigen
sich 45 Prozent damit nicht zufrieden – hier geben 47 Prozent der
Frauen an, eher nicht bzw. überhaupt nicht zufrieden zu sein. Auf die
Frage, wie hoch die eigene Bruttopension später einmal ausfallen
wird, geben die Befragten einen durchschnittlichen Betrag von 2.023
Euro an. Männer rechnen dabei mit 2.254 Euro, Frauen mit 1.748 Euro.
Zur Studie: Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtische
beauftragten das Marktforschungsinstitut IMAS mit einer Online-
Befragung rund um das Thema der privaten Altersvorsorge. Ende 2025
beantworteten 1.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren Fragen rund um
ihre Vorsorgestrategien in turbulenten Zeiten, ihr konkretes Spar-
und Vorsorgeverhalten, die Einschätzung ihrer finanziellen Situation
im Alter sowie ihren Erwartungen für die Zukunft. Die Ergebnisse sind
repräsentativ für die österreichische Bevölkerung im Alter von 16 bis
65 Jahren.