VKI: Veganuary – Vegane Fischalternativen im Taste:Check

Wien (OTS) – Veganuary ist eine Kampagne, die dazu ermutigt, sich im
Jänner und
darüber hinaus vegan zu ernähren. Aus diesem Anlass hat der Verein
für Konsumenteninformation (VKI) in seinem aktuellen Taste:Check elf
vegane Fischersatzprodukte unter die Lupe genommen. Im Rahmen einer
Blindverkostung beurteilten 58 Personen den Geschmack von je fünf
Thunfisch- und Lachsersatzprodukten sowie einer Kaviaralternative.
Zwei von elf Produkten erhielten hier eine „gute“ Bewertung, jeweils
eine Lachs- und ein Thunfischalternative. Der Großteil schnitt
„durchschnittlich“ ab, ein Produkt wurde als „weniger
zufriedenstellend“ beurteilt. Alle verkosteten Produkte stammen aus
EU-Ländern, eines davon aus dem heimischen 3-D-Drucker. Die
ausführlichen Ergebnisse gibt es ab sofort online auf
www.vki.at/veganer-fischersatz .

Die Verkoster:innen – allesamt Laien – waren bunt gemischt: 14
Prozent ernähren sich vegan, 17 Prozent vegetarisch. Der Rest lebt
flexitarisch – isst nur selten Fleisch und Fisch – oder omnivor, also
ohne bewusste Einschränkung. Bewertet wurden Aussehen, Geruch,
Mundgefühl bzw. Konsistenz, Geschmack, sowie die Ähnlichkeit zum
„echten“ Fischprodukt. Um möglichst unbeeinflusst urteilen zu können,
wurde zwischen den Proben mit Weißbrot und Wasser neutralisiert.

Verkostet wurden unterschiedliche Fischersatzprodukte, die im
österreichischen Handel erhältlich waren: Konkret wurden vegane
Alternativen zu Thunfischkonserven, Fischaufstrichen, Räucherlachs,
Lachfilets zum Braten als auch Kaviar aufgetischt. Zwei Produkte
erhielten ein „gutes“ Verkostungsurteil: „BettaF!sh Tu-Nah“, eine
Thunfischalternative, die laut Verkosterinnen stark an echten,
gewürzten Thunfisch aus der Dose erinnert, sowie „Vivera Filets Lachs
-Art“, ein Lachsersatz, der vor allem mit Aussehen und Geschmack
punkten konnte. Die große Mehrheit der Produkte wurde
„durchschnittlich“ bewertet. Nur der Lachsaufstrich „Smoked Lax
Taste“ von Goldblatt konnte geschmacklich nicht überzeugen und
erhielt ein „weniger zufriedenstellend“.

Bei immerhin vier Produkten wurde der Geschmack mehrheitlich als
„ziemlich ähnlich“ oder „komplett gleich“ zum echten Fischprodukt
bewertet: BettaF!sh Tu-Nah, Garden Gourmet Thun-Visch, VegaVita
Räucherlaxx und Revo The Filet, ein Produkt aus dem 3-D-Drucker.

Herkömmlicher Fisch punktet neben dem Eiweißgehalt auch mit Omega
-3-Fettsäuren, Vitamin D und Jod. „Vegane Alternativen können bei
diesen Nährstoffen nicht in allen Bereichen mithalten“, informiert
VKI-Ernährungswissenschafterin Teresa Bauer. „Der Eiweißgehalt der
veganen Nachbauten liegt im Schnitt unter dem der tierischen
Produkte. Um den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren zu erhöhen, werden
manchen veganen Produkten jedoch Leinöl, Rapsöl oder Mikroalgenöle
zugesetzt.“ Zwei vegane Lachsfilets im Taste:Check waren zudem mit
Vitaminen angereichert.

Die verkosteten Fischalternativen erreichen Nutri-Scores von A
bis D – hier primär abhängig von Eiweiß-, Salz- und Fettgehalt. Ein
Vergleich der Nährwerte lohnt sich daher auch innerhalb der veganen
Produktpalette, allerdings ist der Nutri-Score aktuell nur bei
wenigen Produkten aufgedruckt. „Im direkten Vergleich schneiden
Thunfisch in Öl bzw. eigenem Saft und frische Lachsfilets
nährwerttechnisch meist etwas besser ab als die verkosteten veganen
Nachbauten“, erläutert Teresa Bauer. „Bei Thunfischaufstrichen und
Räucherlachs liegen Fisch und verkosteter pflanzlicher Fischersatz
oft gleichauf bei Nutri-Score C bzw. D.“

Vegane Fischalternativen sind meist hochverarbeitet, denn sie
enthalten häufig Aromen, Verdickungsmittel oder andere Zusatzstoffe.
Allerdings weisen auch klassische Thunfischkonserven, Fischaufstriche
und Räucherlachs häufig einen hohen Verarbeitungsgrad auf – im
Gegensatz zu frischen oder tiefgekühlten Natur-Fischfilets. „In der
täglichen veganen Ernährung sollten natürliche Eiweißquellen wie
Hülsenfrüchte, Tofu, Sojadrinks und Nüsse bevorzugt werden.
Pflanzliche Ersatzprodukte, beispielsweise vegane Fischalternativen,
können aber gelegentlich für Abwechslung sorgen“, so Teresa Bauer
abschließend.

SERVICE: Die ausführlichen Ergebnisse gibt es online auf
www.vki.at/veganer-fischersatz .