Aktionstag in Privatkrankenanstalten – Hunderte Beschäftigte sagten Nein zu Lohnraub

Wien (OTS) – Unter den Beschäftigten von Österreichs
Privatkrankenanstalten regte
sich am heutigen Aktionstag deutlicher Protest. Die
Kollektivvertragsverhandlungen gehen am 12. Jänner 2026 in die fünfte
Runde – bislang lagen die Angebote der Arbeitgeber jedoch deutlich
unter der rollierenden Inflation und beinhalteten keinerlei
rahmenrechtliche Verbesserungen.

„Kolleg:innen aller Berufsgruppen in mehreren Bundesländern haben
sich am Aktionstag beteiligt und sprachen sich auf Plakaten gegen
Lohnraub aus. Es war wichtig zu zeigen, dass wir keine
Verschlechterungen bei Löhnen und Gehältern zulassen“, berichtet
Harald Steer, Verhandlungsleiter der Gewerkschaft vida.

Lohnzurückhaltung sichert keinen Arbeitsplatz

Die Kollektivvertragsverhandlungen sind von Kürzungen
öffentlicher Gelder und angedrohten Kündigungen überschattet. Doch
die Annahme, dass Lohnzurückhaltung Arbeitsplätze sichere, habe sich
in der Vergangenheit mehrfach als Trugschluss erwiesen. Zudem sei die
finanzielle Lage der Privatkrankenanstalten weniger dramatisch, als
von Arbeitgeberseite oft dargestellt werde, betont Steer:

„Träger der Einrichtungen sind meist große Unternehmen wie Porr,
Strabag oder Uniqa. Sie machen nach wie vor Gewinn. Es ist also nicht
einzusehen, warum ausgerechnet beim Personal gespart werden soll.“

Lohnraub gehe nicht nur zulasten der Beschäftigten, die täglich
hohe Verantwortung tragen, sondern auch zulasten der Patient:innen,
die auf eine funktionierende Gesundheitsversorgung angewiesen seien.

Weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen

Für den kommenden KV-Verhandlungstermin stellt Steer klar: „Mit
Reallohnverlusten wird es mit uns keinen Abschluss geben. Wenn
Arbeitgeber und die dahinterstehenden Unternehmen das nicht einsehen
wollen, müssen wir leider weitere Schritte ergreifen.“