Wien (OTS) – Bundesminister Peter Hanke reagiert auf die aktuelle
Bilanz der
Verkehrstoten 2025. Mit einer umfassenden Sammelnovelle,
technologischen Innovationen und einer klaren „Vision Zero“ für
Kinder setzt das BMIMI auf gezielte Maßnahmen, um die Mobilität der
Zukunft sicher und verlässlich zu gestalten. „Hinter jeder dieser 397
Zahlen steht ein Mensch, eine Familie, ein Schicksal. Und hinter der
Verdoppelung der getöteten Radfahrer – von 32 auf 65 – steht ein
klarer Auftrag: Wir brauchen nicht mehr Kulturkampf auf unseren
Straßen, sondern mehr Sicherheit für alle, die unterwegs sind“, so
der Minister.
Investition statt Ideologie: Sichere Infrastruktur für alle
Verkehrsträger
Für Hanke ist die Botschaft eindeutig: „Österreich braucht keine
Debatte darüber, wer moralisch ‚richtiger‘ unterwegs ist – ob mit
Auto, Rad oder zu Fuß. Wir brauchen Infrastruktur, die allen Platz
und Sicherheit gibt.“ Die drastische Zunahme bei Rad- und E-Bike-
Unfällen (höchste Zahl seit 2002) zeigt laut Minister: „Wir haben in
den letzten Jahren zwar mehr Menschen aufs Rad gebracht – aber nicht
überall die Infrastruktur mitgebaut, die sie schützt.“
Das BMIMI setzt daher auf drei Ebenen an:
1. Konkrete Infrastruktur-Offensive für aktive Mobilität
Ausbau geschützter Radwege entlang Bundesstraßen (180 Mio. Euro
im ASFINAG-Rahmenplan)
Sichere Querungsstellen an Unfallschwerpunkten (Datenanalyse
durch AIT)
200 neue multimodale Mobilitätsknoten bis 2029 mit sicheren Rad-
Abstellanlagen
2. Klare Regeln für neue Mobilitätsformen
Die vom BMIMI vorbereitete Sammelnovelle zur StVO wird die
Mobilität auf zwei Rädern sicherer machen:
E-Mopeds : Einstufung als Kraftfahrzeuge mit Zulassungs-,
Führerschein- und Versicherungspflicht sowie Helmpflicht
E-Scooter : Klare Definition als Fahrzeuge, Helmpflicht bis 16
Jahre, Ausstattung mit Blinkern/Klingeln, 0,5º/₀₀-Grenze
E-Bikes : Helmpflicht bis 14 Jahre – als Teil der „Vision Zero“
für Kinder
„Wir schaffen Klarheit für alle, die unterwegs sind – ob zu Fuß,
mit Rad, Scooter oder Auto“, so Hanke. „Und wir schützen vor allem
die Schwächsten: unsere Kinder.“
3. Vision Zero für Kinder – mit messbaren Meilensteinen
Acht Kinder starben 2025 im Straßenverkehr. „Jedes einzelne ist
eines zu viel“, betont Hanke. „Deshalb setzen wir uns das Ziel: Bis
2030 kein Kind mehr, das im Straßenverkehr stirbt.“ Konkrete Schritte
dafür:
–
2026 : Start der bundesweiten Helm-Kampagne für Kinder
–
2027 : Verkehrssicherheits-Bildung in jedem Kindergarten und
jeder Volksschule Österreichs (Pilotprojekt mit 200 Schulen startet
2026)
–
2028 : Alle Schulwege an Bundesstraßen mit sicheren Querungen
ausgestattet
–
2029 : Evaluierung und Anpassung basierend auf Unfallzahlen
Technologie für Sicherheit: Intelligente Systeme statt starrer
Verbote
Das BMIMI fördert über den Verkehrssicherheitsfonds (VSF) gezielt
Forschungsprojekte, etwa zur Sicherheit von Kindern in Lastenrädern
oder zu intelligenten Warnsystemen für Abbiegeunfälle.
Ein weiterer Baustein: automatisiertes, kamerabasiertes
Zufahrtsmanagement für Kommunen. „Wir geben Gemeinden die Werkzeuge,
um Wohngebiete zu beruhigen – effizient, ohne ständige Kontrollen und
für alle transparent nachvollziehbar“, erklärt Hanke.
Das AIT arbeitet zudem an:
–
Echtzeit-Gefahrenerkennung an Kreuzungen
–
Predictive Analytics für Unfallschwerpunkte
–
Intelligente Ampelschaltungen, die Radfahrer und Fußgänger
priorisieren
Hauptunfallursache Unachtsamkeit: Bewusstsein statt Bestrafung
Mit 30,5% bleibt Unachtsamkeit/Ablenkung die Hauptursache
tödlicher Unfälle. „Wir können nicht jeden Fehler mit Verboten
lösen“, so Hanke. „Aber wir können Infrastruktur bauen, die Fehler
verzeiht – breitere Gehwege, geschützte Radwege, intelligente
Assistenzsysteme.“
Parallel dazu startet 2026 eine groß angelegte
Bewusstseinskampagne zum Thema Helm – „nicht als Zeigefinger, sondern
als Schutz, den jeder selbst in der Hand hat.“
Investition in Sicherheit ist Investition in Freiheit
„Sichere Mobilität ist die Grundlage für ein freies Leben“,
betont Hanke abschließend. „Wer Angst haben muss, wenn sein Kind mit
dem Rad zur Schule fährt, ist nicht frei. Wer als Autofahrer ständig
Konflikte mit Radfahrern hat, ist nicht frei. Wir schaffen mit
moderner Infrastruktur und klaren Regeln die Grundlage dafür, dass
sich alle sicher bewegen können – und zwar gemeinsam, nicht
gegeneinander.“