Wien (OTS) – Nachdem es in den ersten vier Verhandlungsrunden zum
Kollektivvertrag
des Verbands der Privatkrankenanstalten Österreichs (VPKA) zwar ein
gutes Gesprächsklima gegeben hat, es bisher aber dennoch zu keiner
Einigung gekommen ist, vertrauen die Arbeitnehmervertreter weiterhin
auf den Dialog mit der Gewerkschaft. Nicht nachvollziehbar ist für
die Privatkliniken allerdings das fehlende Verständnis dafür, dass
sich die Mitglieder des Verbands aus einer sehr inhomogenen Gruppe
mit unterschiedlichen Finanzierungssystemen zusammensetzen.
In der Presseaussendung der Gewerkschaft vida zu den KV-
Verhandlungen für die Beschäftigten der Privatkrankenanstalten vom
19. Dezember 2025 wird der Eindruck erweckt, dass bei den
Mitgliedsbetrieben Profite angehäuft werden, die im Zuge der
Lohnverhandlungen nicht an die Beschäftigten weitergegeben werden.
„Wir haben großes Verständnis für die Anliegen der Mitarbeitenden.
Die Arbeitnehmervertreter scheren jedoch alle Kliniken und Rehas, für
die der Kollektivvertrag gültig ist, über einen Kamm. Nicht nur die
genannten Unternehmen, sondern auch kleinere und anders finanzierte
Betriebe zählen zu unseren Mitgliedern. Einige haben als einzige
Finanzierungsquelle von den Kassen eine Finanzierung unter der
Inflation erhalten. Daher müssen wir uns bei den KV-Verhandlungen
auch primär an deren finanziellen Möglichkeiten orientieren“ , betont
der Vizepräsident und Verhandlungsführer des Verbands der
Privatkrankenanstalten, Mag. Stefan Günther.
Mittels Kollektivvertrags wird immer nur der Mindestlohn
abgebildet. Jene Betriebe, die finanziell besser aufgestellt sind,
bieten ihren Mitgliedern nach Möglichkeit eine Überzahlung an.
Entgegen dem Bild, das von der Gewerkschaft gezeichnet wird, kommen
von den Kliniken auch keine Rückmeldungen, dass die Beschäftigten
unzufrieden wären. Seitens des Verbands hat man daher auch wenig
Verständnis dafür, dass so knapp vor Weihnachten eine künstliche
Kampfstimmung erzeugt wird, die nur zur Verunsicherung der
Beschäftigten beiträgt. Schließlich haben die Verhandlungstermine bei
guter und wertschätzender Stimmung stattgefunden und beide Seiten
sind mit Ausblick auf die nächste Verhandlungsrunde im Jänner gut
auseinandergegangen. „In der Aussendung der Gewerkschaft werden
Forderungen wiederholt, auf die wir bereits eingegangen sind. Der von
uns eingangs vorgeschlagene Drei-Jahresabschluss ist bereits vom
Tisch, denn wir sind beim letzten Verhandlungstermin bereits auf ein
Zwei-Jahresangebot heruntergegangen. Wir werden für unser Angebot für
den 5. Verhandlungstermin die Wünsche der Arbeitnehmervertreter
selbstverständlich überprüfen und hoffen auf einen konstruktiven
Termin im neuen Jahr“ , so Stefan Günther abschließend.
Zwtl.: Über den Verband
Der Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs ist seit 1953
die Interessensvertretung für Rechtsträger privater Krankenanstalten
und verfügt über eine eigene Kollektivvertragsfähigkeit. Er
repräsentiert eine der tragenden Säulen des österreichischen
Gesundheitswesens. Nähere Informationen unter
www.privatkrankenanstalten.at