Land&Forst Betriebe Österreich bei Protest in Brüssel für starke GAP

Wien (OTS) – Morgen, Donnerstag, demonstrieren tausende Landwirtinnen
und
Landwirte am Rande des Gipfels der Staats- und Regierungschefs in
Brüssel gegen die geplanten Kürzungen im EU-Agrarbudget und die
Schwächung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Auch die Land&Forst
Betriebe Österreich sind vertreten: Vizepräsident Carl von Croy und
Generalsekretär Martin Kubli reisen nach Brüssel, um gemeinsam mit
zahlreichen Spitzenvertretern und tausenden von Demonstrierenden ein
klares Zeichen für eine starke und faire Landwirtschaftspolitik zu
setzen.

Auslöser der Proteste ist der von der Europäischen Kommission
präsentierte Entwurf zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR), der eine
massive Umgestaltung der EU-Finanzarchitektur vorsieht. Künftig soll
die GAP nicht mehr über ein eigenes Budget verfügen, sondern in einem
zentralen „Single Fund“ aufgehen. Gleichzeitig drohen empfindliche
Kürzungen der Agrarmittel.

„Die GAP ist kein beliebiger Budgetposten, sondern das Fundament
für Versorgungssicherheit, Wertschöpfung und Stabilität im ländlichen
Raum“, betont Vizepräsident Carl von Croy. „Verliert die
Landwirtschaft ihre eigenständige Politik und die klare finanzielle
Verankerung, steht langfristig auch die regionale
Lebensmittelversorgung und das hohe europäische Produktionsniveau auf
dem Spiel. Genau dagegen gehen wir in Brüssel auf die Straße.“

Zusätzlich zum drohenden Budgetabbau sorgt der aktuelle GAP-
Vorschlag für große Unruhe in der Praxis. Vorgesehen ist eine
verpflichtende Degression der Direktzahlungen ab 20.000 Euro sowie
eine Kappung bei 100.000 Euro pro Betrieb und Jahr. Nach Analysen
wären davon vor allem leistungsfähige Haupterwerbsbetriebe betroffen
– also jene Betriebe, die maßgeblich die europäische
Lebensmittelversorgung sichern und zur Beschäftigung im ländlichen
Raum beitragen.

„Diese Form der Degression und Kappung ist keine soziale
Umverteilung, sondern eine Bestrafung von genau jenen Betrieben, die
im Haupterwerb ihre volle Energie in die nachhaltige
Lebensmittelproduktion stecken, im Sektor investieren, Arbeitsplätze
schaffen und damit Verantwortung übernehmen“, warnt Generalsekretär
Martin Kubli. „Bei den vermeintlichen Begünstigten dieser
Umverteilung kommt wiederum nur sehr wenig Geld an. Das ist gerade in
Zeiten steigender Produktionskosten und wachsender Anforderungen ein
völlig falscher Mechanismus.“

Mit der Teilnahme an der Demonstration in Brüssel unterstützen
die Land&Forst Betriebe Österreich die Forderung nach einer
eigenständigen, transparenten und langfristig abgesicherten
Finanzierung der GAP. „Europa braucht eine starke Landwirtschaft und
dafür eine starke Gemeinsame Agrarpolitik“, so von Croy abschließend.
„Wer Versorgungssicherheit und hohe Produktionsstandards möchte, darf
die Landwirtschaft nicht im Budget kürzen oder strukturell schwächen.
Unsere Präsenz in Brüssel ist ein klares Signal: Die Betriebe
erwarten Planungssicherheit – keine Experimente auf ihre Kosten.“

Die Land&Forst Betriebe Österreich sind die freiwillige
Vereinigung österreichischer Landbewirtschafter, mit der Zielsetzung,
Österreichs Wälder und Felder als betriebliche Grundlage und
gesellschaftlichen Mehrwert zu erhalten und Bewusstsein für die
Anliegen privater land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und deren
Tätigkeit zu schaffen. Die Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe
Österreich bewirtschaften zusammen mehr als ein Viertel des
österreichischen Waldes und produzieren jede fünfte Tonne des
österreichischen Getreides.