Wien (OTS) – „Die Regierungsparteien bejubeln sich selbst für ihre
Überstundenbegünstigung, von der überwiegend Männer profitieren.
Dabei verdrängen sie, dass mehr als die Hälfte der in Teilzeit
beschäftigten Frauen immer noch auf das Recht auf Stundenaufstockung
wartet“, meint Markus Koza, Arbeitnehmer:innensprecher der Grünen.
„Vor zwei Jahren haben wir die Überstundenbegünstigung bewusst
nur befristet ausgeweitet, weil es damals einen Arbeitskräftemangel
gab. Zusätzliche Überstunden haben daher keine Jobs gefährdet. Wir
wussten aber, dass diese Arbeitsmarktlage ein Ablaufdatum hatte“,
führt Koza aus und resümiert: „Heute gefährden steuerlich begünstigte
Überstunden bei steigender Arbeitslosigkeit Arbeitsplätze.“
Stattdessen sollte die Regierung endlich das Recht auf
Stundenaufstockung bei regelmäßig geleisteter Mehrarbeit in Teilzeit
umsetzen: „Hier besteht tatsächlich dringender Handlungsbedarf“, so
Koza. Wenn Teilzeitbeschäftigte regelmäßig und dauerhaft mehr
arbeiten müssen, als vereinbart, sollen sie ein Recht auf Erhöhung
ihrer Wochenarbeitszeit haben.
„Das Recht auf Stundenaufstockung bringt gleich mehrfachen
Nutzen: den Betroffenen – vor allem – Frauen, weil sie ein höheres
Einkommen bei stabileren und berechenbareren Arbeitszeiten erzielen.
Dem Finanzminister, weil höhere Einkommen höhere Steuereinnahmen
bringen. Und dem Sozialstaat, weil höhere Sozialabgaben fließen. Beim
Recht auf Stundenaufstockung heißt es aber leider immer noch: bitte
warten! Während es bei Steuerbegünstigungen auf einmal schnell geht.
Auch ein Zeichen dafür, wo diese Regierung Prioritäten setzt“,
schließt Koza.