KI-Servicestelle der RTR diskutiert KI in der Kommunalverwaltung: Chancen, Praxisbeispiele und rechtliche Rahmenbedingungen

Wien (OTS) – Die KI-Servicestelle der RTR-GmbH lud am 15. Dezember
Expert:innen
und Praktiker:innen aus Verwaltung, Politik, Recht und Technologie
zur Veranstaltung „KI in der Kommunalverwaltung“. Ziel war es, die
Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) in Österreichs Städten und
Gemeinden in den Fokus zu rücken und über innovative Projekte,
Herausforderungen und den rechtlichen Rahmen zu diskutieren.

Mit Blick auf knappe Budgets, Fachkräftemangel und stetig
wachsende Anforderungen greifen immer mehr Kommunen auf KI-gestützte
Systeme zurück: Von der Kategorisierung der Eingangspost über die
automatische Transkription von Sitzungsprotokollen bis hin zum
effizienten Dokumentenmanagement – KI bietet vielfach das Potenzial,
Routineaufgaben zu automatisieren und Mitarbeiter:innen zu entlasten.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Bürgerkontakt und hoheitliche
Aufgaben durch KI sinnvoll und rechtssicher unterstützt werden
können.

Klaus Steinmaurer (Geschäftsführer, RTR Telekom und Post) und
Wolfgang Ebner (Bundeskanzleramt) eröffneten die Veranstaltung und
wiesen auf die rasante Entwicklung von KI-Anwendungen in der
Verwaltung hin: „Die Digitale Souveränität der Gemeinden und ihre
Fähigkeit, KI-Lösungen bedarfsgerecht einzusetzen, sind zentrale
Zukunftsthemen,“ betonte Steinmaurer in seinen Begrüßungsworten.

Im ersten Themenblock „KI-Einsatz auf kommunaler Ebene:
Erfahrungen aus der Praxis“ stellte Ronald Sallmann (CDO
Österreichischer Städtebund, Geschäftsführer IT-Kommunal) heraus:
„Wir stehen bei den digitalen Einsatzmöglichkeiten dank KI vor einer
Zeitenwende – auch in der öffentlichen Verwaltung. Was wir aktuell
sehen, sind nach wie vor erste Gehversuche, aber die Vision zeichnet
sich schon deutlich ab.“ Über 60 Prozent der österreichischen Städte
und Gemeinden nutzen bereits Services der IT-Kommunal im E-Government
-Bereich.

Joe Zehetner (Innovation in Politics) regte die Diskussion zu
Nutzen und Risiken von Chatbots an und betonte: „Es gilt abzuwägen,
für welche Bürgeranliegen Chatbots unbedenklich und tatsächlich
vorteilhaft eingesetzt werden können.“ Als Leuchtturmprojekte
bezeichnete er die Plattform „Go Vocal“ sowie die von der Stadt
Klagenfurt und anderen Städten in der Stadtplanung eingesetzten
digitalen Zwillinge.

Die Anwendung in der Praxis veranschaulichte Patrick Lieben-
Seutter (Amtsleiter, Marktgemeinde Wiener Neudorf) anhand des
„Digitalen Gemeindeassistenten“: „KI ist kein Zukunftsthema mehr,
sondern ein konkretes Werkzeug zur Entlastung des Gemeindealltags. In
Wiener Neudorf haben wir die Erfahrung gemacht, dass KI-Lösungen
Routinetätigkeiten automatisieren, Wissen sichern und Prozesse
beschleunigen – bei voller Wahrung von Rechtssicherheit und digitaler
Souveränität.“ Lucas Sobotka (GF Kommunalnet E-Government Solutions)
ergänzte: „Kommunalnet stellt Gemeinden geprüfte, rechtssichere
digitale Services mit 100 % europäischer Datenhaltung zur Verfügung –
flächendeckend in ganz Österreich.“

Im Anschluss widmete sich eine prominent besetzte
Diskussionsrunde unter Moderation von Walter Peissl (KI-Beirat) den
Fragen des weiteren KI-Einsatzes und der regulatorischen
Ausgestaltung.

Johannes Pressl (Präsident Österreichischer Gemeindebund)
plädierte für eine konsequente Standardisierung und datenbasierte
Entwicklung: „Daten sind die Grundlage für sinnvolle KI-Anwendungen,
und die Datenhoheit muss bei den Gemeinden bleiben. Durch eine
gewisse Standardisierung können wir Entwicklungskosten senken und KI-
Anwendungen effizient in die Breite tragen – ohne uns durch
Überregulierung zu sehr einzuschränken.“

Alexandra Ciarnau (DORDA Rechtsanwälte, ailex) wies auf die große
Bedeutung von Transparenz und Datensicherheit hin: „Akzeptanz von KI
in der Verwaltung setzt voraus, dass klar ist, wie und wofür Daten
genutzt und geschützt werden. Transparente Prozesse und sorgfältige
Datenverwendung schaffen nicht nur Rechtssicherheit, sondern auch
Vertrauen bei Bürger:innen und Verwaltungsmitarbeiter:innen.“

Maria-Stephanie Banke (WienIT) skizzierte die Chancen von
generativer KI und mahnte zu einer bewussten Nutzung: „Die
unkomplizierte Anwendung von KI eröffnet vollkommen neue
Möglichkeiten. Entscheidend ist, die Menschen im Umgang mit KI zu
begleiten und klare Rahmenbedingungen zu schaffen, damit der Nutzen
voll ausgeschöpft wird.“

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll: Künstliche Intelligenz
ist längst im Alltag österreichischer Städte und Gemeinden
angekommen. Ihr weiterer, nachhaltiger Einsatz setzt neben
technischer Innovation auch rechtliche Klarheit, Datensouveränität
und die Einbindung von Expert:innen und Bürger:innen voraus.
Gemeinsam mit Partner:innen und Kommunen will die KI-Servicestelle
diesen Transformationsprozess weiter aktiv begleiten.

Weitere Informationen und aktuelle Veranstaltungsankündigungen
finden Sie unter https://ki.rtr.at.

Über die KI-Servicestelle der RTR

Die im Frühjahr 2024 in der RTR eingerichtete Servicestelle für
Künstliche Intelligenz dient einer breiten Öffentlichkeit als
Ansprechpartnerin und Informationshub zum Thema KI. Sie unterstützt
auch bei der Umsetzung des europäischen AI Act. Zu den Aufgaben der
Servicestelle zählt unter anderem die Beratung der Öffentlichkeit,
insbesondere in Bezug auf bereits eingesetzte KI in
Hochrisikobereichen, sowie die Förderung des Wissensaufbaus und –
austauschs zu KI durch Studien, Analysen und Fachveranstaltungen. Das
Informationsangebot auf der Webseite der Servicestelle ki.rtr.at wird
laufend erweitert.