Erfurt/Berlin (OTS) – Nicht nur der Feuersalamander steht bei uns auf
der Kippe – er ist
nur eines von vielen Beispielen dafür, wie wichtig die
wissenschaftliche Arbeit moderner Zoos heute ist. Die heimische
Amphibienart leidet massiv unter dem aus Asien eingeschleppten Bsal-
Pilz. Viele Zoos im Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) halten
daher jetzt Feuersalamander und forschen gleichzeitig daran, wie
erkrankte Tiere wieder stabilisiert und gesund gepflegt werden
können. Die Erkenntnisse aus Haltung, Tiermedizin, Genetik und
Forschung fließen unmittelbar in den Schutz dieser Art ein.
Der Feuersalamander ist dabei nur ein Beispiel für die
vielfältigen Artenschutzprojekte, die VdZ-Zoos in Deutschland,
Österreich, der Schweiz sowie Spanien, die Stiftung Artenschutz und
auch Citizen Conservation gemeinsam voranbringen. Auch der
Himmelblaue Zwergtaggecko, eine der seltensten Reptilien Afrikas,
steht stellvertretend für das breite Engagement der Zoogemeinschaft.
Ebenso zählen der Eurasische Luchs, der Waldrapp oder das
Przewalskipferd zu jenen Arten, für die Zoos seit Jahrzehnten
unverzichtbare Partner im Artenschutz sind.
Arbeitstreffen im Thüringer Zoopark Erfurt
Vor diesem Hintergrund kommen aktuell im Thüringer Zoopark Erfurt
rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus deutschsprachigen Zoos zu
einer zweitägigen gemeinsamen Fachtagung zusammen. Im Fokus stand,
wie Haltung, Forschung und internationale Zusammenarbeit den Schutz
bedrohter Arten langfristig stärken können.
Volker Homes, Geschäftsführer des VdZ, ist sich sicher: „Ob
heimische Arten wie der Feuersalamander und der Luchs oder
internationale Projekte wie der Schutz seltener Geckos: Die Tagung in
Erfurt zeigte eindrucksvoll, wie eng verzahnt Forschung, Haltung und
Artenschutz in Zoos heute sind. Die Zoogemeinschaft arbeitet national
wie international wissenschaftlich fundiert zusammen – und schafft
damit konkrete Perspektiven für den Erhalt bedrohter Tiere und ihrer
Lebensräume.“
In Vorträgen und Diskussionen wurden aktuelle Entwicklungen im
Schutz von Tierarten vorgestellt, ebenso wie neue Erkenntnisse aus
der Forschung. So berichtete beispielsweise Heike Maisch, Kuratorin
im Zoopark Erfurt, über Fortschritte im Schutz des Himmelblauen
Zwergtaggecko in Tansania – ein Projekt, das zeigt, wie eng Zoos mit
internationalen Partnern zusammenarbeiten, um Arten weltweit zu
erhalten.
„Mit unserem ersten eigenen Artenschutzprojekt übernehmen wir
ganz bewusst Verantwortung für eine bedrohte Art, direkt dort, wo sie
lebt. Durch Brandschutzmaßnahmen, das Entfernen invasiver Pflanzen
und die Ausbildung und Finanzierung von Anti-Wilderer- und Anti-
Waldbrand-Patrouillen schaffen wir Perspektiven für den Himmelblauen
Zwergtaggecko.“
Da liegt es nur nahe, dass die Arbeit der modernen Zoos auch
Thema beim Weltnaturschutzkongress der IUCN in Abu Dhabi war: Die
Bedeutung von Zoos wächst, weil die Bedrohung der Arten in der Natur
leider immer weiter zunimmt.