SPÖ-Grossmann: Social Media erst ab 13!

Wien (OTS) – Heute hat das Europäische Parlament einen
Initiativbericht zum Schutz
von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum angenommen. Darin
fordert das Parlament die Europäische Kommission auf, im kommenden
Digital Fairness Act, der Ende 2026 vorgestellt werden soll, eine EU-
weit harmonisierte Altersgrenze von 13 Jahren für die Nutzung
sozialer Medien zu verankern. SPÖ-EU-Abgeordnete Elisabeth Grossmann
begrüßt den Vorstoß des Parlaments: „Millionen Kinder und Jugendliche
wachsen heute in einer digitalen Welt auf. Gerade in sozialen
Netzwerken stoßen Kinder dabei täglich auf Inhalte, die sie emotional
und psychisch überfordern, darunter süchtig machende Endlos-Feeds,
sexualisierte Inhalte, gefährliche Challenges und extremistische
Propaganda. Diese digitalen Räume entziehen sich zunehmend der
Kontrolle durch Erziehungsberechtigte, die meist überfordert sind,
das Online-Verhalten ihrer Kinder wirksam zu begleiten. Wie dringend
Maßnahmen notwendig sind, zeigen tragische Vorfälle der vergangenen
Jahre auf erschütternde Weise. Bei sogenannten ,Blackout-Challenges‘
wurden Kinder dazu angestachelt, sich selbst zu strangulieren, mit
fatalen Folgen bis hin zu Todesfällen. Gleichzeitig steigt die Zahl
dokumentierter Grooming-Fälle kontinuierlich, bei denen Erwachsene
soziale Netzwerke missbrauchen, um Kinder zu manipulieren oder zu
sexuellen Handlungen zu drängen. Diese Entwicklungen finden nicht im
Verborgenen statt, sondern mitten auf großen Plattformen, deren
Schutzmechanismen bis heute systematisch versagen. Damit muss Schluss
sein. Eine EU-weit harmonisierte Altersgrenze ist kein radikaler
Eingriff, sondern ein selbstverständliches Instrument des Kinder- und
Jugendschutzes. Altersbeschränkungen gehören seit Jahrzehnten zum
grundlegenden Instrumentarium des Jugendschutzes, etwa bei Alkohol,
Glücksspiel oder gefährlichen Produkten.“ ****

Grossmann weiter: „Wir müssen uns von der Illusion verabschieden,
dass freiwillige Selbstverpflichtungen der Plattformen ausreichen.
Trotz unzähliger tragischer Schicksale und wiederholter Appelle an
die Unternehmen hat sich kaum etwas verändert. Plattformen schützen
Minderjährige nicht, sondern nutzen ihre Verletzlichkeit gezielt aus.
Mit dem Gesetz über Digitale Dienste (DSA) hat die EU bereits eine
wichtige Grundlage für mehr Schutz im Netz geschaffen. Doch diese
Regelungen reichen nicht aus, um die tieferliegenden, systemischen
Risiken für Kinder wirksam zu bekämpfen. Deshalb braucht es eine
verbindliche Altersgrenze in ganz Europa. Unser Ziel ist klar: eine
digitale Welt, in der Kinder geschützt werden.“ (Schluss) mw