Wien (OTS) – Wintersportaktivitäten zählen in Österreich nach wie vor
zu den
beliebtesten Freizeitaktivitäten. Mit mehr als 30.000 Verletzten pro
Saison ist das Unfallaufkommen beim Skifahren, Snowboarden, Rodeln
oder Langlaufen seit Jahren auf hohem Niveau. Präventionsmaßnahmen
und die richtige Absicherung können zu mehr Sicherheit beim
Wintervergnügen beitragen.
Der Trend zu einem aktiven und gesunden Leben führt dazu, dass
Jahr für Jahr mehr Menschen in den alpinen Raum drängen. Der positive
Effekt auf die Gesundheit hat aber auch eine Kehrseite, denn
Wintersportunfälle sind oft mit schweren Verletzungen verbunden. VVO-
Generalsekretär Mag. Christian Eltner : „Alpine Aktivitäten erfreuen
sich in unserem Land großer Beliebtheit. Gerade der Wintersport ist
jedoch auch mit verschiedenen Risiken und Unfallgefahren verbunden.
Gute Vorbereitung, umsichtiges Verhalten und die richtige Absicherung
sind das Um und Auf, um den Winterspaß richtig genießen zu können.“
Zwtl.: Unfälle beim Skifahren dominieren
Im Jahr 2024 wurden in der Unfalldatenbank IDB Austria des
Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) 31.200 Wintersportunfälle
registriert. Ein Wert, der dem Durchschnitt der vergangenen Jahre
entspricht. Der alpine Skilauf bleibt dabei die unfallträchtigste
Disziplin: Mit rund 21.300 verletzten Skifahrerinnen und Skifahrern
entfallen etwa 68 Prozent aller Wintersportunfälle auf den
klassischen Pistensport. In den Jahren zuvor lag diese Zahl leicht
höher (2023: 22.800, 2022: 23.100), was auf eine stabile, aber
weiterhin hohe Unfallhäufigkeit hinweist.
Neben dem alpinen Skilauf sind auch das Snowboarden (2.200
Unfälle), Rodeln (1.500 Unfälle) und Eishockey (700 Unfälle) für
einen nennenswerten Teil der Wintersportunfälle verantwortlich. Diese
Sportarten zusammen machen mehr als 10 Prozent des gesamten Winter-
Unfallgeschehens aus. „Trotz modernster Ausrüstung und verstärkter
Sicherheitsmaßnahmen zeigt sich: Der Wintersport birgt weiterhin ein
beträchtliches Verletzungsrisiko. Prävention, angepasstes
Fahrverhalten und das Bewusstsein für die eigenen Grenzen bleiben
entscheidende Faktoren, um das Unfallrisiko zu senken“, so KFV
Direktor Mag. Christian Schimanofsky .
Zwtl.: „Wir sind froh über jeden Einsatz, der nicht geflogen werden
muss“
Die hohe Anzahl an Unfällen fordert die heimischen Einsatzkräfte
Jahr für Jahr. „Viele Unfälle auf den Skipisten und alpine Notfälle
wären vermeidbar: Fehlende Tourenplanung, mangelndes
Gefahrenbewusstsein oder Selbstüberschätzung zählen zu den häufigsten
Ursachen. Wir sind froh über jeden Einsatz, der nicht geflogen oder
durchgeführt werden muss“, so Oberst Hans Ebner, BA, Leiter der
Alpinpolizei im Bundesministerium für Inneres sowie Bergführer.
Zwtl.: Umsichtiges Verhalten hilft Unfälle zu vermeiden
Mit Beginn der neuen Saison appellieren Präventions- und
Einsatzorganisationen daher an alle Wintersportbegeisterte, auf
Sicherheitsausrüstung und körperliche Vorbereitung zu achten und
Rücksicht auf andere Wintersportlerinnen und Wintersportler zu
nehmen. Auch wenn Ausrüstung und Sicherheitsvorkehrungen für alpine
Sportarten in den letzten Jahren immer besser geworden sind, gibt es
bei der Bewusstseinsbildung noch Aufholbedarf. Das eigene Verhalten
auf der Skipiste, Rodelbahn oder im Gelände ist ein maßgeblicher
Sicherheitsfaktor. Neben guter Vorbereitung sollten während der
Sportausübung Ablenkungen vermieden werden und die Konzentration voll
auf das Geschehen gerichtet sein. Wenn es dennoch zu einem Unfall
kommt, gilt es so rasch wie möglich die Unfallstelle abzusichern und
über den Notruf die Rettungskette in Gang zu setzen.
Zwtl.: Finanzielle Folgen absichern
Neben den körperlichen Folgen sind Unfälle, die in der Freizeit
passieren, oft auch noch mit erheblichen finanziellen Belastungen
verbunden. Denn, bei Verletzungen, die man selbst erleidet, übernimmt
die gesetzliche Sozialversicherung lediglich die Erst- und
Akutversorgung. Aber Achtung: Nach einem Freizeitunfall mit einer
bleibenden Beeinträchtigung muss man nicht nur lernen, mit dieser
zurechtzukommen, sondern auch bedenken, dass die Kosten für
Folgebehandlungen, notwendige Umbauarbeiten oder die finanziellen
Einbußen aufgrund von Invalidität nicht von der gesetzlichen
Unfallversicherung übernommen werden.
Im Zusammenhang mit Alpinunfällen ist die Deckung von
Bergekosten, Bergrettungseinsätzen und Bergungen von Pistendiensten
ein besonders wichtiges Thema. Gerade eine Bergung mittels
Helikopter, die nach Flugminuten verrechnet wird, kann rasch mehrere
tausend Euro kosten und wird nicht von der Krankenkasse bezahlt.
Helikoptertransporte können somit ohne private Unfallvorsorge ein
teures Nachspiel haben. „Eine private Unfallversicherung sollte
demnach für jede und jeden, aber insbesondere für
Wintersportbegeisterte, zur Grundausstattung gehören. Denn
Unfallleistungen durch monatliche lebenslange Rentenzahlungen
betragen nicht selten mehrere hunderttausend Euro. Allerdings ist
erst rund die Hälfte der österreichischen Bevölkerung privat
abgesichert. Hier gibt es noch Aufholbedarf,“ erklärt Dr. Ralph
Müller, Vizepräsident des VVO .
Eine private Unfallversicherung schließt die Lücke hin zur
gesetzlichen Unfallversicherung, indem sie auch den Freizeitbereich
abdeckt – weltweit und rund um die Uhr. Die oftmals drastischen
finanziellen Auswirkungen eines Freizeitunfalls – etwa
Einkommensverluste, Abdeckung fälliger Kreditraten, Sicherstellung
der bestmöglichen Betreuung bei Dauerinvalidität, Bezahlung der
Aufwände für den Umbau der Wohnung oder des Hauses und vieles mehr –
können nur durch eine private Unfallversicherung abgefangen werden.
Zwtl.: Tipps rund um Alpinunfälle:
–
Tourenplanung (Lawinenlagebericht, Wetter, Steilheit des
Geländes, Tourenlänge, Gruppengröße)
–
Notfallausrüstung mitführen (LVS-Gerät, Schaufel, Sonde, Erste-
Hilfe-Material, geladenes Mobiltelefon, evtl. Airbagrucksack)
–
Beim Unfall: Notruf 112 (Polizei) oder 140 (Leitstelle
Bergrettung) – Wo ist der Unfallort? Was ist passiert? Wie viele
Beteiligte? Wer ist der Anrufer?
–
Erste Hilfe leisten, vor Auskühlung schützen,
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