FPÖ – Heinreichsberger: Betten-Kahlschlag im Orthopädischen Spital Speising gefährdet Gesundheitsversorgung

Wien (OTS) – Die I. Orthopädische Abteilung des Orthopädischen
Spitals Speising im
13. Bezirk wurde kürzlich von der Deutschen Kniegesellschaft (DKG)
als „Offizielles Kniezentrum“ in den Bereichen Sportorthopädie,
Osteotomie und Endoprothetik zertifiziert. In ganz Europa existieren
derzeit nur rund 80 solcher spezialisierten Kniezentren – in
Österreich lediglich zwei, darunter die hochspezialisierte Abteilung
in Speising. Jährlich werden dort rund 11.000 operative Eingriffe
durchgeführt.

Trotz dieser medizinischen Spitzenleistungen plant die Stadt Wien
im Zuge ihrer hausgemachten Finanzmisere massive Einsparungen im
Gesundheitsbereich. Laut Entwurf des Regionalen Strukturplans
Gesundheit (RSG) sollen in den kommenden fünf Jahren 800 Betten im
Bereich der Orthopädie abgebaut werden – ein Großteil davon im
Orthopädischen Spital Speising.

„Dieser Schritt zeigt erneut die kurzsichtige und
verantwortungslose Gesundheitspolitik der Stadt Wien“, kritisiert FPÖ
-Bezirksparteiobmann und Klubobmann Mag. Georg Heinreichsberger. Die
Orthopädie sei ein Fachgebiet, in dem stationäre Aufenthalte zwingend
notwendig seien – auch aufgrund des höheren Alters der Patientinnen
und Patienten sowie häufiger Begleiterkrankungen. „Jedem außer
Gesundheitsstadtrat Hacker ist klar, dass die bisherige Anzahl an
Eingriffen bei einem derart massiven Bettenabbau nicht
aufrechterhalten werden kann“, so Heinreichsberger.

Schon jetzt sind die Wartezeiten alarmierend: 30 Wochen auf eine
Hüftoperation, 38 Wochen auf eine Knieoperation und neun Wochen bei
Eingriffen an der Wirbelsäule. Eine weitere Reduktion der Kapazitäten
würde diese Wartezeiten dramatisch verlängern und die Versorgung der
Bevölkerung massiv verschlechtern.

Neben dem Bettenabbau stehen auch Budgetkürzungen im Raum, was
innerhalb der Belegschaft zu großer Verunsicherung führt. Es wird
bereits von Personalreduktionen, Leistungsabbau, Schließungen,
Zusammenlegungen und einer deutlichen Verschlechterung der
Gesundheitsversorgung gesprochen. „Die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter fürchten zurecht um ihre Arbeitsplätze und um die Zukunft
dieser wichtigen Einrichtung“, erklärt Heinreichsberger.

Der Bezirksparteiobmann fordert daher den amtsführenden Stadtrat
der Geschäftsgruppe Soziales, Gesundheit und Sport mit Nachdruck auf,
den RSG 2030 in der vorliegenden Form umgehend zurückzuziehen und die
geplanten Einsparungen in den Ordensspitälern vollständig rückgängig
zu machen.

„Die Gesundheit der Wiener Bevölkerung ist kein Sparpaket. Wer
bei hochspezialisierten Einrichtungen wie Speising den Rotstift
ansetzt, gefährdet Patientensicherheit, verlängert Wartezeiten und
riskiert den Verlust medizinischer Exzellenz“, so Heinreichsberger
abschließend.