Wien (OTS) – „Der Start ist gemacht, viele Maßnahmen sind angestoßen,
aber Europa
muss jetzt konsequent nachschärfen. Beim Bürokratieabbau und beim
Binnenmarkt brauchen wir mehr Entschlossenheit und für die
Unternehmen spürbare Fortschritte – vor allem: Wir müssen viel
schneller werden “, erklärt Georg Knill, Präsident der
Industriellenvereinigung (IV), im Rahmen des Treffens der
Präsidentinnen und Präsidenten der europäischen Arbeitgeber- und
Industrieverbände (Council of Presidents of BusinessEurope – COPRES)
in Nikosia, Zypern. Bei einem Treffen mit dem zypriotischen
Präsidenten Nikos Christodoulides sowie dem EU-Kommissar für
Fischerei und Ozeane Costas Kadis standen die Schwerpunkte der
Ratspräsidentschaft Zyperns sowie die Blue Economy im Mittelpunkt.
Realistischer Klimapfad zentral für Europas industrielle Stärke
Besonders dringlich bleibt für Europas Industrie die
Ausgestaltung des EU-Klimaziels 2040. „Das Minus-90-Prozent-Ziel ist
eine enorme Herausforderung für die Unternehmen, vor allem für die
energieintensive Industrie in Europa. Energieintensive Betriebe
stehen bereits heute unter hohem Kosten- und Wettbewerbsdruck,
deshalb braucht es einen Klimapfad, der realistisch, wirtschaftlich
tragfähig und international anschlussfähig ist“, betont Knill. Das
geplante Auslaufen der ETS-Freizuteilungen ab 2026 bis 2034 ist für
Knill „nicht tragbar, solange Energiepreise, Infrastruktur und
globale Wettbewerbsbedingungen nicht annähernd vergleichbar sind“.
Auf der jüngst unter Federführung Österreichs erzielten Review-
Klausel für den EU-Emissionshandel ab 2028 gilt es aufzubauen und
Allianzen zu schmieden, um wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und
leistbare Energiepreise für die europäische und auch österreichische
Industrie zu gewährleisten.
Bürokratie konsequent abbauen – Binnenmarkt vertiefen
Knill begrüßt die ersten Omnibuspakete der EU-Kommission zur
Entlastung von Unternehmen, fordert jedoch weitere Schritte und
rasche Umsetzung: „Europa braucht echte Regulierungsentlastung.
Bürokratieabbau ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor –
überambitionierte oder wirklichkeitsfremde Regulierung kostet Zeit,
Geld und Innovationskraft.“
Ebenso entscheidend ist die Stärkung des Binnenmarkts, der
Europas größter Standortvorteil ist, aber noch zu fragmentiert ist.
„Wir brauchen weniger Hürden, effizientere Verfahren und faire
Wettbewerbsbedingungen“, so Knill. Vorrang haben eine stärkere
Harmonisierung der Regeln, offenere Märkte sowie bessere
Rahmenbedingungen für Innovation und Fachkräfte.
Über BusinessEurope
BusinessEurope, Europas bedeutendster Arbeitgeberdachverband,
vertritt mehr als 25 Millionen kleine, mittlere und große Unternehmen
in Europa. Der Verband vereint 42 Arbeitgeber- und Industrieverbände
aus 36 Ländern und ist offizieller Arbeitgeberpartner des
Europäischen Sozialen Dialoges. Die IV wurde bereits im Jahr 1986,
also neun Jahre vor dem österreichischen EU-Beitritt, als offizielle
und einzige Vertreterin Österreichs Mitglied.