Wien. (OTS) – „Die Gewerkschaftsfrauen sind 365 Tage im Jahr aktiv
gegen Gewalt am
Arbeitsplatz und in den Betrieben und gegen häusliche Gewalt. Wege
aus der Gewalt stehen allen Frauen und Mädchen zu – egal woher sie
kommen, wer Gewalt gegen sie ausübt oder wie viel sie im Geldbörsel
haben“, sagt die gf. Bundesfrauenvorsitzende und Vizepräsidentin des
ÖGB, Christa Hörmann, zum Auftakt der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt
an Frauen und Mädchen“.
Jede dritte Frau in Österreich ist von körperlicher, psychischer
und / oder sexueller Gewalt betroffen, jede fünfte Frau von Stalking
– in den eigenen vier Wänden oder am Arbeitsplatz. Das vor einem Jahr
auch von Österreich ratifizierte ILO-Übereinkommen gegen Gewalt und
Belästigung am Arbeitsplatz ist seit September in Kraft. Jetzt gehe
es darum, es mit Leben zu füllen: „Papier ist geduldig. Wir
Gewerkschaftsfrauen packen an und kämpfen für Maßnahmen, damit Gewalt
und Belästigung am Arbeitsplatz nachhaltig bekämpft werden und vor
allem das Arbeitsleben betroffener Kolleginnen und Kollegen
gewaltfrei wird“, so Hörmann weiter.
Ein wesentlicher Baustein im Kampf gegen Gewalt ist die Förderung
der ökonomischen Unabhängigkeit von Frauen, erklärt Hörmann: „Deshalb
fordern wir gerade innerhalb des Aktionszeitraums der Kampagne 16
Tage gegen Gewalt sehr bewusst einmal mehr die gerechte Entlohnung
aller Kolleginnen, insbesondere in sogenannten Frauenberufen!“.
Gewaltschutzprävention in Unternehmen ermöglichen und
unterstützen
Wenn der Kampf gegen Gewalt nachhaltig sein soll, müssen alle
ihren Beitrag leisten, auch die Arbeitgeber. „Sie sind dazu
verpflichtet, Verantwortung für Schutz und Prävention am Arbeitsplatz
zu übernehmen, Gefahren auszuräumen und nachhaltige Maßnahmen zu
setzen. Das am besten in einem partizipativen Prozess mit
Präventivfachkräften, Arbeits- und Organisationspsycholog:innen, und
den Mitarbeiter:innen“, ergänzt ÖGB-Bundesfrauengeschäftsführerin
Dorottya Kickinger. Die Gewerkschaftsfrauen sind im Rahmen des
Projekts „Wege aus der Gewalt – Aktiv gegen häusliche Gewalt mit
Betriebsratsarbeit“ bereits aktiv. „Öffentliche Statements,
insbesondere häusliche Gewalt abzulehnen, sind hilfreich. Zielführend
wäre es vor allem, Beschäftigten und insbesondere Führungskräften die
Teilnahme an Gewaltpräventionsschulungen zu ermöglichen, um das dort
vermittelte Wissen in Zusammenarbeit mit Betriebsrät:innen und
Personalvertreter:innen allen Kolleg:innen weitergeben zu können“, so
Kickinger und Hörmann: „Das ist eine Bringschuld: Prävention in der
Arbeitswelt ist Verantwortung von Arbeitgeber:innen.“
Informationen zum Projekt „Wege aus der Gewalt – Aktiv gegen
häusliche Gewalt mit Betriebsratsarbeit“, das vom Ministerium für
Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gefördert
wird: https://www.oegb.at/wege-aus-der-gewalt