St. Pölten (OTS) – Auf Einladung von Landeshauptfrau Johanna
Mikl-Leitner fand heute,
Mittwoch, im NÖ Landhaus das traditionelle ökumenische Mittagessen
mit den Repräsentanten der römisch-katholischen und der evangelischen
Kirche im Bundesland Niederösterreich statt. Der Einladung folgten u.
a. auch der neue Erzbischof von Wien, Josef Grünwidl, der St. Pöltner
Diözesanbischof Alois Schwarz, der evangelische Superintendent
Michael Simmer und zahlreiche Äbte der niederösterreichischen Stifte
und Klöster, wie zum Beispiel auch der neue Abt des Stiftes Melk,
Ludwig Wenzl.
Die Landeshauptfrau erinnerte in ihrer Rede eingangs an die drei
großen Jubiläen, die 2025 gefeiert werden: 80 Jahre Ende des Zweiten
Weltkrieges, 70 Jahre Unterzeichnung des Staatsvertrages und 30 Jahre
Mitgliedschaft in der Europäischen Union. „Ein Jahr, das uns zeigt,
was uns ausmacht, was uns trägt und wofür wir dankbar sind“, betonte
sie: „Dass wir heute in Frieden, Freiheit und Wohlstand leben dürfen,
ist keine Selbstverständlichkeit und wurde von den Generationen vor
uns hart erarbeitet.“ In Niederösterreich habe man das Gedenkjahr
auch zu einem „Mitmachjahr“ gemacht, so Mikl-Leitner: „Denn nur wer
die Vergangenheit kennt, kann die richtigen Schritte in die Zukunft
setzen.“
Die Landeshauptfrau bedankte sich auch für das Miteinander von
Politik und Kirche und nannte dafür beispielhaft drei Bereiche. So
sei das Miteinander erstens vor allem auch dann wichtig, „wenn es
darum geht, unsere christlichen Wurzeln zu bewahren, denn sie sind
Teil unserer Identität.“ Es brauche ein klares Bekenntnis zu Werten
wie Zusammenstehen, Solidarität und Nächstenliebe. Niederösterreich
werde am Kreuz in Schulen, Kindergärten und Spitälern sowie am
Religionsunterricht in den Schulen festhalten, betonte sie: „Weil wir
Brauchtum und Tradition, wie etwa auch das Martinfest oder den
Nikolaus, hochhalten wollen. Darum sprechen wir auch von
Christkindlmärkten und Adventmärkten und nicht von Wintermärkten.“
Zum Zweiten brauche es das Miteinander auch dann, „wenn es um die
Keimzelle unserer Gesellschaft geht: die Familie“, hielt Mikl-Leitner
weiter fest. „Arbeiten wir gemeinsam an einer Kultur, in der der
Familie der Stellenwert zukommt, den sie sich verdient, denn sie ist
das Herz unserer Gesellschaft“, appellierte sie, das Thema Familie
„noch mehr in den Mittelpunkt zu stellen“.
Drittens ortete die Landeshauptfrau „eine gemeinsame
Verantwortung für unser historisches und kulturelles Erbe“, und
erinnerte an gemeinsame Kraftanstrengungen im Zusammenhang mit der
Erhaltung der Klöster und Stifte in Niederösterreich. Als Beispiele
nannte sie etwa die Arbeiten in Melk, oder auch in Zwettl, Lilienfeld
oder Klosterneuburg: „Unsere Stifte und Klöster sind Orte des
Glaubens, der Orientierung und der Spiritualität.“
Dieses Mittagessen sei „ein Zeichen der Wertschätzung und des
guten Miteinanders“, bedankte sich der neue Erzbischof von Wien,
Josef Grünwidl, für die Einladung. Er ging auch auf „das Miteinander
im ökumenischen Bereich“ und „das Miteinander von Diözesen, Stiften
und Klöstern“ ein und betonte: „Wir sind gemeinsam bereit,
zusammenzuarbeiten für das Wohl der Menschen im Land und eine
Perspektive der Hoffnung in unsere Zeit zu bringen.“
Der evangelische Superintendent Michael Simmer bezeichnete das
ökumenische Mittagessen als „Zeichen der Wertschätzung uns gegenüber
und gegenüber dem wofür wir stehen“. In einer Zeit der
„multisynchronen Krisen“ wolle die christliche Botschaft „Hoffnung
machen“. Die Zuständigkeiten von Politik und Kirche „treffen sich
insbesonders in einem Punkt, nämlich wie schaffen wir es, aus Angst
wieder Zuversicht zu machen“, meinte er.