Brüssel (OTS) – Seit 22. Oktober 2025 steckt das Tiertransportsschiff
Spiridon II vor
der türkischen Küste fest. 500 Rinder, teilweise trächtig, harren
unter schlimmsten Bedingungen ohne medizinische Versorgung und unter
Mangelernährung seit Wochen auf dem Schiff aus. Die Tiertragödie rund
um die Rinder, die aus Uruguay stammen, zeigt das systematische
Problem der Tiertransportexportindustrie auf. Die Grünen fordern
weiterhin eine verkürzte Transportzeit und eine Förderung von
regionalen Schlachthöfen, zum Schutz von Tieren und unserer
regionalen Landwirtschaft.
Der neue Vorschlag zur EU-Tiertransportverordnung steckt aufgrund
der Blockaden der Mitgliedsstaaten und der europäischen Volkspartei
seit Monaten im Europaparlament fest. „Die Verweigerungshaltung und
der fehlende Wille der EU-Staaten und der europäischen Volkspartei,
das Tierleid auf der Straße zu lindern, ist ein handfester
politischer Skandal. Konservative Politiker*innen im Rat und EP
können sich nicht einmal auf eine Minimalforderung wie reduzierte
Transportzeiten einigen. Lieber decken sie die Agrarindustrie und
deren Interesse. Dabei fordert eine Mehrheit der EU-Bürger*innen seit
langem Verbesserungen und ein Ende des Tierleids auf Rädern, sowie
Schiffstransporte und den Export von Tieren“, so Thomas Waitz, EU-
Delegationsleiter der Grünen und Agrarsprecher.
Hintergrund: Die EU-Kommission hat Ende 2024 auf Druck des
Europaparlaments und Zivilgesellschaft aus ganz Europa einen neuen
Vorschlag für die veraltete Tiertransportverordnung von 2005
vorgelegt. Seitdem steckt das Gesetz sowohl im Rat als auch im
Europaparlament fest.Thomas Waitz verhandelt das Gesetz im
Landwirtschaftsausschuss im Europaparlament.