Kurzfristig sparen – langfristig verlieren

Österreich (OTS) – Laut Medienberichten soll das Vorarlberger
Kinderdorf und das
Institut für Sozialdienste allein in der Kinder- und Jugendhilfe fast
2 Mio. Euro einsparen – eine Summe, die Vertrauen und Zukunftschancen
für Kinder kostet.

Die angekündigten Kürzungen sorgen für Empörung! Der Dachverband
Österreichischer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen (DÖJ) warnt
eindringlich vor den Folgen dieses Einschnittes. Es ist, als wollte
man Feuer nun mit Öl löschen.

Dazu das kuriose Versprechen des Landes: Leistungsstunden bleiben
gleich, kosten nun aber weniger. „ Das ist ein Rechenfehler mit
Ansage : Als wären die Fachkräfte bisher massiv überbezahlt gewesen.
Das Gegenteil ist der Fall“, meint DÖJ-Geschäftsführer Hubert Löffler
, selbst langjähriger Pionier der Vorarlberger Jugendhilfe. Er
argumentiert weiter: „Wer behauptet, mit weniger Wasser gleich viele
Brände löschen zu können, sollte keine Feuerwehr führen“.

Bereits jetzt sei in der österreichischen Jugendhilfe die
Fachkräftesituation dramatisch . Nach einem Bericht der
Volksanwaltschaft arbeitet rund die Hälfte des Personals in
Österreichs Kinder- und Jugendhilfe ohne qualifizierte Ausbildung.
Zudem seien die Einrichtungen deutlich unterfinanziert!

Die Kinder- und Jugendhilfe ist eine „Feuerwehr“ für gefährdete
Kinder, keine freiwillige Wohltätigkeit
Rund 13.000 Kinder und Jugendliche leben derzeit außerhalb ihrer
Familien, etwa 50.000 erhalten auf Grund ihrer Gefährdung ambulante
Unterstützung.
„ Wer jetzt Jugendhilfekosten kürzt, spart kurzfristig im Budget,
riskiert aber langfristig höhere Sozialausgaben, psychische
Belastungen und gesellschaftliche Spaltung “, gibt DÖJ-Obmann
Herowitsch-Trinkl zu Bedenken.

Appell an Landespolitik und Gesellschaft
Der DÖJ sieht eine gefährliche Entwicklung: Leistungen der
Jugendhilfe werden als flexible Budgetposten behandelt – doch gekürzt
werden hier Beziehungen, Stabilität und Lebensperspektiven von
Kindern .

Er appelliert an die Vorarlberger und alle anderen
Landesregierungen , gesetzliche und soziale Verantwortung für Kinder
und Jugendliche nicht dem Budget zu opfern.

Kinder- und Jugendhilfe ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe,
keine freiwillige Sozialleistung !

Wer bei Kindern spart, verliert langfristig doppelt – in Geld,
Vertrauen und Zukunft .

Vorarlberg darf kein Beispiel dafür werden, wie man soziale
Verantwortung kaputtspart.