Gründungstag der Ersten Republik – SPÖ-Bundesbildung: „Demokratische Errungenschaften gegen neue Bedrohungen verteidigen“

Wien (OTS) – Am 12. November 1918 wurde in Wien die Erste Republik
ausgerufen –
ein historischer Wendepunkt, der das Ende der Monarchie und den
Beginn der demokratischen Selbstbestimmung markierte. Mehr als ein
Jahrhundert später erinnert SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender und
Dritter Präsident des Wiener Landtags Gerhard Schmid an die bleibende
Bedeutung dieses Tages und mahnt zugleich, die demokratischen
Errungenschaften gegen neue Bedrohungen zu verteidigen. „Das
Vermächtnis der Männer und Frauen, die 1918 für die Gründung der
Republik gekämpft haben, ist untrennbar mit unserem heutigen
Verständnis von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit verbunden“,
erklärt Schmid am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. „Sie haben
unter schwierigsten Bedingungen für eine demokratische Republik
gestritten – und uns damit den Weg geebnet, in Freiheit und sozialem
Frieden leben zu können.“ ****

Die Gründung der Republik war auch ein Triumph über alte
Herrschaftsstrukturen. Sie bedeutete das Ende der Privilegien des
Adels und den Beginn einer neuen Epoche politischer Teilhabe und
sozialer Verantwortung. Besonders hebt Schmid die oft übersehene
Rolle der Frauen hervor, die für Gleichberechtigung und politische
Mitbestimmung kämpften: „Dieses Vermächtnis der Frauen wollen wir in
Würdigung unserer Geschichte und in Kenntnis der Unterbrechung der
Demokratie durch zwei Faschismen ganz besonders hochhalten“, betont
Schmid. Gerade die Erfahrungen der autoritären Regime des 20.
Jahrhunderts zeigen, wie zerbrechlich Demokratie sein kann. Umso
wichtiger sei es heute, sie aktiv zu leben und zu verteidigen.

„Heute geht es wieder darum, die Demokratie und die
Rechtsstaatlichkeit zu sichern, für Sozialität, Gerechtigkeit und die
Erhaltung beziehungsweise Weiterentwicklung des Wohlfahrtsstaates
einzutreten“, so Schmid weiter. „Das sind wir den Männern und Frauen
schuldig, die damals die Republik unter schwierigsten Bedingungen
erkämpft haben.“

Die soziale Demokratie bleibt damit nicht nur ein historisches
Projekt, sondern eine tägliche Verpflichtung. Sie fordert, den
gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und allen Menschen gleiche
Chancen auf Teilhabe zu ermöglichen.

Einen aktuellen Blick auf diese Entwicklung wirft SPÖ-
Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, der auf den tiefen
Wandel seit 1918 hinweist und die Verbindung zu den Herausforderungen
des digitalen Zeitalters herstellt: „Mit dem Ende der Herrschaft des
Adels kam es 1918 zur Ausrufung einer Republik. Das bedeutet, dass
keine Herrschaftssysteme aufgrund von Vererbung mehr möglich sind,
sondern aufgrund demokratischer Wahlen und der Möglichkeit, dass sich
alle Menschen am politischen Prozess beteiligen.“

Markytan warnt zugleich vor einer neuen Form gesellschaftlicher
Ungleichheit: „Heute sprechen wir von einer Form des digitalen
Feudalismus, wenn es darum geht, dass wir immer weniger Menschen die
Möglichkeit geben, an den normalen Prozessen teilzunehmen, die
zunehmend von digitalen Algorithmen gesteuert werden.“ Damit knüpft
Markytan an seine Analyse im Beitrag „Feudalismus – die Rückkehr
eines überholten Herrschaftssystems“ in der Zeitschrift „Zukunft“ an,
in dem er beschreibt, wie wirtschaftliche Machtkonzentration und
algorithmische Kontrolle neue Abhängigkeiten schaffen. Demokratie, so
Markytan, müsse sich auch im digitalen Raum behaupten, um ihrer
Grundidee treu zu bleiben.

Am Ende steht ein gemeinsames Bekenntnis, das Schmid mit
Nachdruck formuliert: „Es lebe die Republik.“

SERVICE: Artikel mit Fotos vom Gedenken beim Republikdenkmal:
https://spoe-bildung.at/2025/11/12/12-november-2025-es-lebe-die-
republik-das-vermachtnis-von-1918-und-die-verantwortung-der-
gegenwart/ (Schluss) bj