SPÖ-Heide/Regner: Faire Arbeitsbedingungen auch hinter der Kamera!

Wien (OTS) – Gestern Abend wurde im Europäischen Parlament eine neue
Studie der
Internationalen Föderation der Kameraleute vorgestellt, die erstmals
einen umfassenden Einblick in die Arbeitsrealität von Kameraleuten
und Filmcrews in Europa gibt. SPÖ-EU-Abgeordnete Hannes Heide und
Evelyn Regner zeigen sich bestürzt über die Ergebnisse der Studie und
fordern Maßnahmen auf EU-Ebene: „Bewegte Bilder sind zu einem
prägenden Element unserer Zeit geworden. Sie begegnen uns täglich auf
Desktops, Mobilgeräten und öffentlichen Bildschirmen und formen dabei
auf subtile, aber tiefgreifende Weise, wie wir die Welt wahrnehmen.
Kameraleute sind die unsichtbaren Erzähler:innen unserer Zeit. Doch
hinter dem Glanz und Glamour der Filmindustrie verbergen sich oft
harte Realitäten. Die neue Studie der Internationale Föderation der
Kameraleute zeigt deutlich, wie prekär die Arbeitsbedingungen vieler
Kameraleute in Europa sind. Viele beginnen ihre Dreharbeiten, bevor
überhaupt ein Vertrag vorliegt, und über die Hälfte wird in die
Selbstständigkeit gedrängt, weil Produzent:innen Verantwortung und
Sozialabgaben umgehen wollen. Statt künstlerischer Freiheit erleben
viele Unsicherheit und Druck: Arbeitswochen mit mehr als 48 Stunden
sind keine Ausnahme, unbezahlte Überstunden längst zur Regel
geworden. Auch in der Vor- und Nachbereitung wird oft ohne Entlohnung
gearbeitet, aus Angst, sonst keinen Folgeauftrag zu bekommen. Und
Frauen haben es noch schwerer. Fast 70 Prozent der Kamerafrauen
berichten von Diskriminierung, ungleicher Bezahlung oder fehlenden
Aufstiegschancen.“ ****

Kurt Brazda, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeitsbedingungen
des Internationalen Verbandes der Kameraleute (IMAGO), unterstreicht
die Dringlichkeit: „Wir erwarten politische Maßnahmen, um diese
Situation so bald wie möglich zu verbessern, denn wir wollen in einem
Umfeld arbeiten, das auf Respekt und Würde basiert – um die Qualität
des europäischen Filmschaffens zu sichern.“

Heide und Regner sehen ebenfalls raschen Handlungsbedarf: „Die
Ergebnisse zeigen, dass künstlerische Leidenschaft zu oft mit
prekären Strukturen und fehlender Absicherung bezahlt wird. Wenn wir
wollen, dass Europas kulturelle Vielfalt lebendig bleibt, müssen wir
auch den Menschen hinter den Kulissen stabile und gerechte
Rahmenbedingungen bieten. Programme wie Creative Europe spielen dabei
eine entscheidende Rolle für die Förderung der europäischen Kultur-
und Kreativwirtschaft. Sie müssen daher erhalten und ausgebaut
werden. Kreative Arbeit ist keine Leidenschaft, die man ausnutzen
darf, sondern ein unverzichtbarer Teil unserer europäischen Kultur.“
(Schluss) jw/ff