Skandal um blaues Gedenken in Wels: Die Pogromnacht als „Vergnügungsveranstaltung“

Wien (OTS) – Diesen Dienstag ehrt die FPÖ den Nazi und Judenhasser
Franz Dinghofer
durch ein nach ihm benanntes Symposium im Parlament. Vergangene Woche
hat der Welser FPÖ-Bürgermeister Andreas Rabl zu einem Gedenken an
die Reichspogromnacht eingeladen.

„Das ist eine Heuchelei sondergleichen“, sagt Willi Mernyi ,
Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). „Rabl schweigt
zur Nazi-Ehrung seiner Partei und missbraucht die Holocaust-Opfer.“

Ein Eintrag auf der Homepage zur Bewerbung der Stadt Wels (
www.wels.at ) macht Rabls ‚Gedenken‘ endgültig zum Skandal.

„Da wurde nicht etwa eine Kundgebung zur Reichspogromnacht
angekündigt, sondern die Reichspogromnacht selbst“, ist der
Vorsitzende der Welser Initiative gegen Faschismus, Werner Retzl ,
entsetzt. „Und damit die Leserinnen und Leser das auch richtig
einordnen können, nennt der Eintrag die Pogromnacht eine
Vergnügungsveranstaltung.“

Das Mauthausen Komitee hat den Eintrag mit einem Screenshot
festgehalten (siehe www.mkoe.at/presse). „War das bewusste Verhöhnung
oder nur grenzenlose Gefühllosigkeit?“, fragt Willi Mernyi . „Man
muss sich vorstellen, was in Holocaust-Opfern und ihren Nachkommen
vorgeht, wenn sie so etwas lesen.“

„Die Ausrede, das passiere halt irgendwie, zieht nicht. Der
nationalsozialistische Massenmord ist keine Gaudi und darf auch auf
der Werbeplattform der Stadt Wels nicht so dargestellt werden“,
betont Werner Retzl . „Bürgermeister Rabl trägt jedenfalls die
politische Verantwortung. Nach seinen vielen bisherigen
‚Einzelfällen‘ ist das ein weiterer Rücktrittsgrund!“