FPÖ – Kolm: „Flughafen Innsbruck braucht strategische Standortpolitik statt kommunalpolitisches Zuständigkeitswirrwarr“

Wien (OTS) – FPÖ-Wirtschaftssprecherin NAbg. Dr. Barbara Kolm aus
Innsbruck
forderte einmal mehr eine klare strategische Neuausrichtung für den
Flughafen Innsbruck. „Der Flughafen ist kein Nebenprojekt der
Kommunalpolitik, sondern ein zentraler Standortfaktor für Tirols
Wirtschaft, Tourismus und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Wer
hier nur verwaltet statt gestaltet, gefährdet Arbeitsplätze und
Wertschöpfung“, sagte Kolm.

Kritik übte Kolm insbesondere an der aktuellen
Eigentümerstruktur: „Dass die Innsbrucker Kommunalbetriebe – ein
Unternehmen, das sich mit wichtigen Aufgaben wie Müllabfuhr, Wasser-
und Stromversorgung auskennt – maßgeblich über die Zukunft eines
internationalen Flughafens mitentscheiden, ist fachfremd und somit
ein strategischer Fehler. Internationaler Luftverkehr ist kein
kommunales Kerngeschäft.“ Die Beteiligung der IKB müsse daher
dringend beendet werden. „Wenn Stadt und Land es mit dem Wirtschafts-
und Tourismusstandort Tirol ernst meinen, dann müssen sie die IKB-
Beteiligung zurücknehmen und den Flughafen aus diesem
kommunalpolitischen Korsett befreien“, betonte Kolm. Das derzeitige
Zuständigkeitswirrwarr zwischen Stadt, Land und IKB sei nicht
zukunftsfähig und blockiere notwendige strategische Entscheidungen.

Kolm warnte vor den Folgen einer verkehrspolitischen Haltung, die
sich zunehmend an moralethischen statt verantwortungsethischen
Maßstäben orientiert: „Wer Mobilität nur als Klimaproblem betrachtet,
statt als Voraussetzung für wirtschaftliche Teilhabe, schwächt Tirols
Anbindung an die Welt. Der Flughafen Innsbruck ist die entscheidende
standortpolitische Frage. Der Bedeutungsverlust des Flughafens ist
kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Politik, die sich aus der
Verantwortung stiehlt und sich hinter einer fadenscheinigen Moral
versteckt.“

Angesichts der aktuellen Entwicklungen drängt Kolm auf rasches
Handeln: „Der Aufsichtsrat muss sofort professionalisiert und
entpolitisiert werden. Was es jetzt braucht, ist eine handlungsfähige
Eigentümerstruktur, die strategisch denkt und operativ umsetzt. Der
Flughafen darf nicht länger Spielball parteipolitischer Interessen
sein.“

Die FPÖ bekenne sich klar zum Flughafen Innsbruck als Lebensader
für Tirol, „wir brauchen eine geeignete Eigentümerstruktur, damit
eine aktive Standortstrategie entwickelt werden kann. Wir brauchen
strategische Investitionen in die Streckenentwicklung. Kurzfristig
braucht es etwa ein Entgegenkommen bei den Gebühren und ganz konkrete
finanzielle Anreize für Airlines – etwa bei den Kosten der Simulator-
Anflugschulungen für den speziellen Kategorie-C-Flughafen Innsbruck“,
erklärte Kolm.

Die FPÖ-Wirtschaftssprecherin zeigte sich für neue Ansätze offen,
mahnte jedoch zur Vorsicht bei strukturellen Eingriffen: „Man muss
kritisch anmerken, dass eine Übernahme des Flughafens Innsbruck durch
den Flughafen Wien aus wettbewerblichen Gründen – insbesondere im
Bereich Tourismus und Charter – nicht unproblematisch wäre. Tirol
braucht eigenständige Lösungen, die den Wettbewerb stärken, nicht
schwächen. Der Flughafen ist kein unerwünschtes Auslaufmodell,
sondern ein bedeutendes Zukunftsprojekt. Tirol braucht Anbindung und
nicht Abkopplung. Wer das versteht, muss jetzt handeln“, so Kolm.