Land&Forst Betriebe Österreich zu EUDR-Änderungen: Vereinfachungsvorschläge verfehlen Probleme der Praxis völlig

Wien (OTS) – Die Land&Forst Betriebe Österreich üben massive Kritik
an der heute
von der EU-Kommission vorgestellten Überarbeitung der
Entwaldungsverordnung (EUDR). Die vielfach geäußerten Probleme der
Praxis wurden auch im neuen Vorschlag ignoriert. Die präsentierten
Vereinfachungen entpuppen sich bei Begutachtung der Details als
Mogelpackung ohne tatsächliche Vereinfachung für die Marktteilnehmer.

Die EU-Kommission präsentierte heute einen scheinbaren
Vereinfachungsvorschlag zur EU-Entwaldungsverordnung. Die von der
Kommission präsentierten Überschriften vermitteln den Eindruck einer
Erleichterung für Waldbesitzer und Unternehmen in der Lieferkette –
doch der Schein trügt. Bei näherer Betrachtung des Vorschlags
insbesondere der Anhänge, zeigt sich, dass sich am Status Quo de
facto wenig ändert. Ganz im Gegenteil, die versprochene Verschiebung
um ein Jahr hält nicht. Für Waldbesitzer bleiben die gleichen
Verpflichtungen und die Problematik Abermillionen Referenznummern in
den Lieferketten bleibt.

„ Der EUDR-Vorschlag ist ein Paradebeispiel dafür, wie weit die
Europäische Kommission inzwischen von der Realität der Betriebe
entfernt ist “, betont LFBÖ-Präsident Konrad Mylius. „ Die Probleme
der Praxis wurden nicht richtig erkannt und der vorliegende Vorschlag
gefährdet nach wie vor funktionierende, nachhaltige Lieferketten und
Arbeitsplätze, ohne dem Klimaschutz tatsächlich zu dienen. “

Zu den Fakten: Für Primärproduzenten bleibt der Aufwand für die
EUDR de facto derselbe. Auch Klein- und Kleinstunternehmen werden
durch den Änderungsvorschlag überhaupt nicht entlastet und müssen
weiterhin die volle Sorgfaltspflicht erfüllen, Kontaktdaten, Geodaten
ihrer Produktionsflächen, sowie jährliche Mengen preisgeben und
Eingaben im EU-Informationssystem tätigen. Damit bleibt die
technische Hürde durch die verpflichtende Registrierung im EU-
Informationssystem und Weitergabe der Identifikationsnummer nicht
verändert. Die Veröffentlichung sensibler betrieblicher Informationen
ist damit ebenfalls weiterhin ein problematischer Aspekt.

Bestehen bleibt auch das Sammeln und Weitergeben von immensen
Mengen an Referenz- bzw. Identifikationsnummern für die
nachgelagerten Marktteilnehmer, die damit unverändert hoher
bürokratischer Aufwand trifft. Datenmengen, die eigentlich unter
anderem Auslöser für die angekündigte Überarbeitung sind.

Darüber hinaus wird die verschobene Umsetzungsfrist für kleinere
Marktteilnehmer bis Ende 2026 in der Praxis kaum bei den Betroffenen
ankommen, da mittlere und große Unternehmen der nachgelagerten
Lieferkette mit Ende 2025 bereits Referenznummern und
Identifikationsnummern sammeln und weitergeben müssen. Diese werden
von den vermeintlich ausgenommenen Marktteilnehmern in der
Zulieferkette eingefordert.

„ Die Hoffnung liegt nun beim Parlament und beim Rat, diese
Scheinvereinfachung nicht zu akzeptieren. “, betont LFBÖ-Präsident
Konrad Mylius. „ Wir fordern die versprochene Verschiebung für alle
Marktteilnehmer zu halten, überbordende Informationspflichten durch
verhältnismäßige Dokumentationspflichten zu ersetzen und damit
endlich die notwendige Rechtssicherheit für die heimische Wirtschaft
zu schaffen. “

Die Land&Forst Betriebe Österreich sind die freiwillige
Vereinigung österreichischer Landbewirtschafter, mit der Zielsetzung,
Österreichs Wälder und Felder als betriebliche Grundlage und
gesellschaftlichen Mehrwert zu erhalten und Bewusstsein für die
Anliegen privater land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und deren
Tätigkeit zu schaffen. Die Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe
Österreich bewirtschaften zusammen mehr als ein Viertel des
österreichischen Waldes und produzieren jede fünfte Tonne des
österreichischen Getreides.

Kontakt

Land&Forst Betriebe Österreich
Paula Mayrhofer, MSc
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 (0)1 5330227
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