Deutschlands Präsident Steinmeier trug sich ins Goldene Buch der Stadt Wien ein

Wien (OTS) – Der deutsche Bundespräsident, Frank-Walter Steinmeier,
hat sich
heute, Dienstag mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender ins Goldene Buch
der Stadt Wien eingetragen. Bürgermeister Michael Ludwig empfing
gemeinsam mit hochrangigen Vertreter*innen der Stadt Wien das
Staatsoberhaupt und seine Gattin samt Delegation im
Stadtsenatssitzungssaal des Rathauses. Steinmeier ist derzeit zu
einem dreitägigen Staatsbesuch in Österreich. Anlass ist unter
anderem die Eröffnung des Neubaus der Deutschen Botschaft in Wien am
Mittwoch.

In seiner Ansprache betrachtete der Stadtchef die Eintragung
Steinmeiers als große Ehre und Wertschätzung für die
Bundeshauptstadt. „Es ist ein Moment der doppelten Ehre“, so Ludwig.
„Einerseits für jene, die sich damit in die Geschichte Wiens
einschreiben, andererseits für die Stadt selbst, die so festhält,
welche bedeutenden Persönlichkeiten Wien besucht haben“. Das Goldene
Buch sei, wie Ludwig betonte, „ein Spiegel der Zeit“, in dem jedes
Kapitel ein Stück Geschichte mit dem Weltgeschehen verbinde.

Bürgermeister Ludwig hob hervor, dass die Stadt mit Steinmeier
eine Persönlichkeit ehre, die über Jahrzehnte hinweg die politische
und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands entscheidend
mitgeprägt habe. Steinmeiers Wirken stehe, so der Bürgermeister, „für
Verlässlichkeit, Verantwortung und die Kunst des Ausgleichs in
unruhigen Zeiten“.

Die engen Verbindungen zwischen Österreich und Deutschland
bezeichnete Ludwig als Fundament gemeinsamer Werte: Demokratie,
Rechtsstaatlichkeit und Solidarität. Diese Prinzipien seien, wie
Ludwig ausführte, „Leitmotive in Steinmeiers politischem Handeln“.
Wien und Deutschland verbinde eine lange Tradition intensiver
Zusammenarbeit in Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft und Kultur. Die
Eröffnung der neuen Deutschen Botschaft in Wien sei deshalb für
Ludwig „mehr als ein symbolischer Akt“. Sie sei vielmehr Ausdruck
einer lebendigen Partnerschaft und ein Signal für den Zusammenhalt
Europas.

Der Wiener Bürgermeister würdigte Steinmeier zudem als
überzeugten Europäer, „einen gestandenen Europäer“, der wisse, dass
die europäische Idee nicht in Brüssel oder Straßburg allein entstehe,
sondern „im täglichen Miteinander der Menschen.“ Mit Klarheit und
großem Verständnis setze sich Steinmeier für ein Europa ein, das
Vielfalt als Stärke und Solidarität als Fundament begreife, so Ludwig
weiter. Der deutsche Bundespräsident verkörpere jene Haltung, „die
wir in diesen Zeiten so dringend brauchen: Mut zum Dialog, Respekt
vor Differenzen und die Überzeugung, dass Kompromisse kein Zeichen
von Schwäche, sondern von Stärke sind“.

Ein starkes, demokratisches und weltoffenes Deutschland sei, so
Ludwig weiter, unverzichtbar für die Einheit Europas. Gerade bei
Themen wie Klimaschutz, Energie und Verkehr zeige sich, wie eng die
Zukunft beider Länder miteinander verflochten sei. Wien sehe sich
dabei als „Partnerstadt Europas“ und als Ort sozialer Innovation,
leistbaren Lebens, klimafreundlicher Mobilität und digitalen
Humanismus. Neben politischen Gemeinsamkeiten verwies Ludwig auch auf
die kulturelle Verbundenheit des deutschen Bundespräsidenten mit
Österreich. Steinmeiers Liebe zur Literatur, insbesondere zur
österreichischen, habe sich etwa in seiner Laudatio auf Christoph
Ransmayr bei der Verleihung des Ludwig-Börne-Preises 2020 gezeigt.
Darin habe Steinmeier vom „Vermächtnis des Hauses Österreich“
gesprochen, wo „Vielfalt, Widerspruch und Humanität zusammenfinden“.
Diese Wertschätzung der österreichischen Kultur sei für Wien eine
besondere Ehre, da die Stadt stets ein Zentrum europäischen Denkens
gewesen sei, sagte Ludwig.

Der Eintrag in das Goldene Buch, so Ludwig, werde dieses „als
Zeichen unserer Freundschaft und unseres gemeinsamen europäischen
Glaubens an Demokratie, Freiheit und Menschlichkeit veredeln“, so der
Wiener Bürgermeister abschließend.

Zwtl.: Zur Person

Frank-Walter Steinmeier, geboren 1956 in Detmold, zählt zu den
prägenden politischen Persönlichkeiten der deutschen
Nachkriegsgeschichte. Im Jahr 1975 trat er in die Sozialdemokratische
Partei Deutschland ein. Nach seiner Tätigkeit im Bundeskanzleramt
unter Gerhard Schröder wurde er 1999 Chef des Bundeskanzleramts und
war später als Außenminister (2005–2009 und 2013–2017) maßgeblich an
der deutschen und europäischen Außenpolitik beteiligt.
Zwischenzeitlich amtierte er auch als Vizekanzler. Seit 2017 ist
Steinmeier Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland und wurde
2022 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. (Schluss) kri