Wien (OTS) – Insgesamt 20 Klimaschutzprojekte von
Gesundheitseinrichtungen wurden
am 20. Oktober 2025 von Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig
als Vorzeigeprojekte für den Klimaschutz ausgezeichnet. Bereits zum
dritten Mal konnten Gesundheitseinrichtungen ihre
gesundheitsfördernden Klimaschutzprojekte in sechs verschiedenen
Kategorien einreichen, darunter Gebäude und Energie, Mobilität,
Ernährung oder Bewusstseinsbildung und Kommunikation.
„Mit ihrem engagierten Einsatz zeigen die teilnehmenden
Einrichtungen, dass ein klimafreundliches Gesundheitssystem nicht nur
möglich, sondern bereits heute in Realisierung ist. Sie übernehmen
eine wichtige Vorbildfunktion für den gesamten Gesundheitsbereich und
leisten einen aktiven Beitrag zum Schutz unseres Klimas – und damit
auch zur Förderung und zum Schutz der Gesundheit“, betonte
Königsberger-Ludwig im Rahmen der Preisverleihung.
Auch der Gesundheitssektor muss seinen Beitrag zum Klimaschutz
leisten, ist er doch für rund sieben Prozent des CO2-Ausstoßes in
Österreich verantwortlich. Eine wichtige Basis für diesen Beitrag ist
die im Juli 2024 veröffentlichte nationale „Strategie klimaneutrales
Gesundheitswesen“, die in einem partizipativen Prozess mit
Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, Stakeholdern und
Expertinnen und Experten erarbeitet wurde.
„Es ist von besonderer Bedeutung, herausragende und innovative
Gesundheitseinrichtungen vor den Vorhang zu holen“, zeigte sich
Königsberger-Ludwig überzeugt. „Von ihrem Engagement können wir
lernen, Wissen bündeln und gezielt weitergeben. Mit dem Award
schaffen wir nicht nur Aufmerksamkeit für klimafreundliche
Initiativen im Gesundheitswesen, sondern setzen auch ein starkes
Zeichen: für mehr Klimaschutz, für mehr Gesundheit – und für eine
zukunftssichere Versorgung.“
Der Best Practice Award: Klimafreundliche
Gesundheitseinrichtungen richtet sich an Krankenhäuser, Senioren- und
Pflegeeinrichtungen, Primärversorgungseinheiten, Ambulanzen,
Apotheken und Arztpraxen. Gesucht wurden innovative
Leuchtturmprojekte in den Kategorien Gebäude und Energie, Mobilität,
Abfall-, Ressourcenmanagement und nachhaltige Beschaffung, Ernährung,
Grünräume sowie Kommunikation und Bewusstseinsbildung.
Die Leiterin der Abteilung Klimaneutralität und nachhaltige
Transformation an der Gesundheit Österreich GmbH, Ruperta
Lichtenecker, zeigte sich begeistert von den in diesem Jahr
eingereichten Projekten: „Die ausgezeichneten Projekte zeigen
eindrucksvoll, wie sich Klimaschutz und Gesundheitsförderung in
Gesundheitseinrichtungen wirkungsvoll miteinander verbinden lassen.
Sie demonstrieren, welche vielfältigen Vorteile mit nachhaltigem
Handeln einhergehen: Energie- und Ressourcenverbrauch werden
reduziert, Kosten werden gesenkt und gleichzeitig wird ein
gesundheitsförderndes Umfeld für Patientinnen, Patienten und
Mitarbeiter:innen geschaffen. Darüber hinaus leisten die
Einrichtungen einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und stärken die
Versorgungssicherheit im Gesundheits- und Pflegebereich nachhaltig.“
Eine Kommission aus Fachexpertinnen und Fachexperten der Bereiche
Klima und Gesundheit bewertete die eingereichten Projekte nach den
folgenden Kriterien: Beitrag zum Klimaschutz bzw. Ausmaß der
erzielten Treibhausgasreduktionen, Innovationscharakter und
langfristige Wirkung der gesetzten Maßnahmen, Reproduzierbarkeit und
Bereitschaft zum Wissenstransfer sowie Beitrag zur
Gesundheitsförderung.
In der Kategorie Gebäude und Energie wurden der Neubau der
Psychiatrie am LKH Bruck, die SZL Seniorenzentren Linz, die
Nachhaltige Sanierung der Krankenpflegeschule der
Oberösterreichischen Gesundheitsholding GmbH, sowie das
Landeskrankenhaus Hochzirl – Natters ausgezeichnet. In letzterem gilt
der Zubau der Neurologie als Pilotprojekt für Green and Healing
Architecture. Durch den ressourcenschonenden Neubau und ein
nachhaltiges Betriebskonzept wird nicht nur aktiver Klimaschutz
betrieben; zugleich verbessert sich auch die Innenraumqualität
deutlich und die umgebende Natur wird sinnvoll in die Gestaltung
integriert.
Die Kategorie Mobilität entschieden das Krankenhaus der
Elisabethinen Klagenfurt und die Privatklinik Wehrle-Diakonissen in
Salzburg für sich. Letztere trägt mit dem Blutprobentransport per
Fahrradkurier zu einer ökologischen, umweltfreundlichen sowie
qualitätsvollen Zustellung von Blutproben bei.
In der Kategorie Abfall-, Ressourcenmanagement und nachhaltige
Beschaffung konnten das Landeskrankenhaus Feldkirch, das Krankenhaus
Göttlicher Heiland in Wien und das LKH-Universitätsklinikum Graz mit
ihren Projekten überzeugen. In letzterem werden medizinische
Großgeräte wie CT- und MRT-Anlagen auf den neuesten Stand der Technik
gebracht und Altgeräte von den Herstellerfirmen wiederaufbereitet (
„refurbished“), um weitere Jahre in den Einrichtungen der Holding in
Gebrauch zu bleiben. Dies verlängert den Lebenszyklus deutlich und
reduziert gleichzeitig den CO2-Fußabdruck, der mit der Herstellung
neuer Geräte verbunden wäre.
In der Kategorie Ernährung erhielten die Geriatrischen
Gesundheitszentren der Stadt Graz, das Krankenhaus der Barmherzigen
Brüder Salzburg sowie das LKH Villach eine Auszeichnung. Das LKH
Villach setzt mit seinem Projekt auf eine allumfassende
gesundheitsförderliche und klimafreundliche Ernährung nach dem
Prinzip der Planetary Health für Patientinnen, Patienten,
Mitarbeiter:innen und externe Catering-Empfänger:innen des Spitals.
In der Kategorie Grünräume wurden die Klinik Hietzing, das
Krankenhaus der Elisabethinen Klagenfurt und das St. Anna
Kinderspital in Wien prämiert. Das St. Anna Kinderspital zeigte dabei
auf beeindruckende Weise, dass auch im urbanen Umfeld
Begrünungsmaßnahmen, beispielsweise in Form von Dachgärten, möglich
sind. Es soll daher als Vorbild für weitere Projekte in ähnlicher
Form dienen. Zudem ist dieses Vorzeigeprojekt aus der Verbindung von
Natur, Bewegung und spielerischem Lernen für Kinder als integrativem
Bestandteil eines ganzheitlichen Heilungsprozesses entstanden.
Die Kategorie Bewusstseinsbildung und Kommunikation entschieden
die Mavie Med Holding, das LKH-Universitätsklinikum Graz und das
Rehabilitationszentrum Ederhof in Iselsberg-Stronach in Osttirol für
sich. Das Rehabilitationszentrum sieht für seine jugendlichen
Patientinnen und Patienten, die nach Organtransplantationen oftmals
psychischen Belastungen ausgesetzt sind, mit seinem Projekt eine
Chance, positive Zukunftsbilder zu stärken und Klimaschutz als etwas
Verbindendes und Stärkendes zu vermitteln. Dabei geht es
beispielsweise um Upcycling, Naturerkundung und Konsumreflexion.
Darüber hinaus erhielten der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV)
für das Projekt „Kriterienkatalog für regeneratives und nachhaltiges
Bauen im Wiener Gesundheitsverbund“ und die Österreichische
Gesundheitskasse (ÖGK) für das Projekt „Nachhaltigkeit vorleben –
ganzheitliche Energie- und Umweltpolitik als Erfolgsmodell“ einen
Sonderpreis der Jury . Im Rahmen der beiden Projekte wurden jeweils
zahlreiche Einzelmaßnahmen für eine ganzheitliche und
umweltfreundliche Nachhaltigkeitspolitik und entsprechende
Qualitätsstandards zielgerichtet gebündelt, um so an verschiedensten
Standorten Erfolge zu erzielen. Beide Projekte dienen als
systematische Grundlage und Multiplikator für klimafreundliches
Planen und Bauen im Gesundheitswesen.
Weitere Informationen zum Best Practice Award: „Klimafreundliche
Gesundheitseinrichtungen“ finden Sie unter:
https://goeg.at/klima_award_gesundheitseinrichtungen_2025
Finanziert aus Mitteln der Agenda Gesundheitsförderung.