Wien (OTS) – Ein flammendes Plädoyer für Sicherheit im Mieten, für
gemeinschaftliches Eigentum, einen starken Mieter*innenschutz und für
„ein Recht auf Eigenes und Geborgenheit statt Besitz als absolute
Sachherrschaft“ hat Architektin und Stadtplanerin Univ.-Prof.in Dr.in
Gabu Heindl heute, Samstag, in ihrer Keynote beim SPÖ-Themenrat in
Wien gehalten. Heindl betonte, dass es „leider nicht so ist, dass
alle Menschen in Österreich gute Wohnverhältnisse vorfinden“. Umso
wichtiger sei daher ein „Paradigmenwechsel hin zu Wohnen als
öffentliche Aufgabe und hin zu mehr sozialem Wohnbau“. Dazu brauche
es u.a. eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik und soziale
Widmungskategorien, um Spekulation einen Riegel vorzuschieben.
Architektin Heindl bekräftigte weiters, dass „Wohnen ein
Menschenrecht ist und dass es politische Aufgabe ist, Wohnen als
Menschenrecht besser rechtlich zu verankern“. Vor dem Hintergrund der
Notwendigkeit eines starken Mieter*innenschutzes begrüßte Heindl
ausdrücklich die von der SPÖ durchgesetzten Mietpreiseingriffe und
die Verlängerung der Mindestbefristung von Mietverträgen als „gute
und wichtige erste Schritte“. ****
Um eine sichere Wohnsituation für alle zu schaffen, gelte es,
solidarisch zu sein und für einen starken Mieter*innenschutz zu
sorgen. Durch Privatisierung, den Verlust von Wohnungen durch
Spekulation mit Leerstand, Mietvertragsbefristungen und
Mieterhöhungen gebe es viel Unsicherheit im Mieten. Spekulativer
Leerstand als „Besitz, der zerstört“, während andere keinen Wohnraum
haben, sei ein Skandal, so Heindl in ihrer Keynote zum Thema „Recht
auf Wohnen“. Umso wichtiger sei es daher, hier dagegenzuhalten und
die Sicherheit im Mieten zu stärken – etwa durch mehr sozialen
Wohnbau oder Mietpreiseingriffe, so Heindl, die hier auch auf die
Errungenschaften des Roten Wien beim sozialen Wohnbau verwies. (
Forts.) mb/lw