Alpenverein verleiht strengstes Umweltgütesiegel im Alpenraum – vier weitere Hütten ausgezeichnet

Graz (OTS) – Das alpenweit strengste Gütesiegel für ökologisches und
klimafreundliches Betreiben und Bewirtschaften von Beherbergungs- und
Gastronomiebetrieben tragen überraschenderweise nicht Gaststätten und
Unterkünfte im Tal, sondern Hütten am Berg. Denn mit dem
„Umweltgütesiegel der Alpenvereine“ setzt der Alpenverein seit Jahren
Maßstäbe und macht deutlich, wie sich Technik und Bewirtschaftung auf
Hütten besonders energieeffizient und umweltfreundlich gestalten
lassen. Im Rahmen der ÖAV-Jahreshauptversammlung in Graz wurden nun
vier weitere Hütten von Alpenvereinssektionen aus Salzburg,
Oberösterreich und der Steiermark ausgezeichnet.

Das „Umweltgütesiegel der Alpenvereine“ würdigt seit über 25
Jahren jene Hütten der Alpenvereine in Österreich, Deutschland und
Südtirol, die sich durch ein besonders umweltfreundliches Betreiben
und Bewirtschaften hervorheben. „Unser Ziel ist es dabei, den
ökologischen Fußabdruck der Alpenvereinshütten so klein wie möglich
zu halten“, erklärt Georg Unterberger, Leiter der Abteilung Hütten
und Wege im Österreichischen Alpenverein . Dies kann nur
funktionieren, wenn sich die Alpenvereinssektionen und
Hüttenwirtsleute mit den Leitbildern, Klimaschutzkonzepten und
Nachhaltigkeitsstrategien der Alpenvereine identifizieren. Bei
Neuinvestitionen verpflichten sich die verantwortlichen Sektionen,
auf den aktuellen Stand der Technik zu setzen, um negative
Umweltauswirkungen bestmöglich zu reduzieren.

Strengste Kriterien im Alpenraum

Die Alpenvereine sind mit ihren Schutzhütten gemeinsam der größte
Beherberger im Alpenraum. Der Österreichische Alpenverein betreibt
insgesamt 225 Hütten, 72 davon tragen bereits das Umweltgütesiegel.
„Obwohl unsere Hütten unter den herausfordernden Bedingungen des (
hoch)alpinen Umfelds geführt werden, haben unsere Recherchen ergeben,
dass es im Alpenraum kein strengeres Gütesiegel für ökologisches und
klimafreundliches Betreiben und Bewirtschaften von Beherbergungs- und
Gastronomiebetrieben gibt“, berichtet Georg Unterberger . „Mit diesem
Siegel haben die Alpenvereine ein Leuchtturmprojekt und zugleich ein
starkes Instrument entwickelt, das die Themen Nachhaltigkeit sowie
Umwelt- und Klimaschutz im alpinen Raum sichtbar macht und
vorantreibt – und zwar gerade dort, wo der Klimawandel besonders
spürbar ist: in den Bergen.“

Hälfte der bewirtschafteten Hütten bis 2033 emissionsneutral

Seit 2024 unterstützt der Österreichische Alpenverein Hütten mit
Umweltgütesiegel mit einer eigenen Förderung. Im Rahmen seiner
Klimastrategie sollen bis 2033 mindestens 50 Prozent der
bewirtschafteten Alpenvereinshütten im Betrieb weitgehend
emissionsneutral sein und damit die Kriterien des Umweltgütesiegels
erfüllen.

Vier weitere Hütten ausgezeichnet

Im Rahmen seiner Jahreshauptversammlung mit rund 500 Funktionär*
innen in Graz zeichnete der Österreichische Alpenverein am 18.
Oktober 2025 vier weitere Hütten mit dem Umweltgütesiegel aus:

Sölden-Hütte (Tennengebirge, Salzburg, Alpenverein Salzburg)

Oberhalb von Werfenweng auf 1.526 m liegt die Sölden-Hütte (ehem. Dr.
-Heinrich-Hackel-Hütte) als Aussichtsloge im Herzen des
Tennengebirges. Die Hüttenwirte der Sölden-Hütte setzen auf
Regionalität und Nachhaltigkeit: Auf den Tisch kommen selbstangebaute
Kräuter und selbstangebautes Gemüse sowie Produkte kleiner regionaler
Betriebe. Die Stromversorgung erfolgt über einen Netzanschluss mit
Ökostrom-Tarif, das Abwasser wird ins Tal geleitet. Ressourcen werden
bewusst geschont: Für die Gäste gibt es anstelle einer Dusche eine
Waschgelegenheit am Brunnen, die Hüttenreinigung erfolgt mit
umweltfreundlichen, bewusst dosierten Mitteln. Bewegungsmelder senken
den Stromverbrauch. Mit einer klaren Kommunikation lädt das
Hüttenteam seine Gäste ein, den Aufenthalt aktiv umweltfreundlich
mitzugestalten.

Hofalm-Hütte (Ennstaler Alpen, Oberösterreich, Alpenverein Spital
am Pyhrn/OÖ)

Die Hofalm-Hütte liegt auf 1.305 m Seehöhe oberhalb von Spital am
Pyhrn und westlich des Großen Pyhrgas. Gäste werden auf der Hofalm-
Hütte zu einem bewussten Umgang mit Ressourcen eingeladen. Eine
besondere Aktion ganz im Sinne des Umweltgütesiegels ist die „Freie
Nacht fürs Klima“: Wer öffentlich anreist, übernachtet an zwei
ausgewählten Tagen der Sommersaison kostenlos. Fertigprodukte haben
in der Hüttenküche keinen Platz – gekocht wird mit regionalen, teils
biologischen Zutaten. Auch technisch setzt die Hütte auf
Nachhaltigkeit: Strom liefert eine Photovoltaik-Anlage, die Reinigung
des Abwassers erfolgt in einer biologischen Kläranlage. Eine Dusche
steht den Gästen nicht zur Verfügung.

Lambacher Hütte (Totes Gebirge, Oberösterreich, Alpenverein
Lambach/OÖ)

Die Lambacher Hütte auf 1.432 m liegt neben dem Sonnkogel (1.437
m) zwischen Bad Goisern und Altaussee. Die Hütte ist eine
Selbstversorgerhütte, die an Wochenenden im Sommer zusätzlich von
ehrenamtlichen Mitgliedern des Alpenverein Lambach bewirtschaftet
wird. Die Bewirtschaftung mit einer einfachen Küche und der
technischen Ausstattung ist vorbildlich und entspricht den Kriterien
des Umweltgütesiegels und der allgemeinen Wertehaltung des
Alpenvereins. Es gibt keine fossilen Energieträger, die
Photovoltaikanlage ist auf die Anforderungen abgestimmt und
bedarfsgerecht dimensioniert. Die Trinkwasserversorgung erfolgt über
die Fassung des Regenwassers, das sparsam in Tagesmengen zu
Trinkwasser aufbereitet wird. Die Abwasserentsorgung geschieht über
eine Trockentoilette mit anschließender Verrieselung.

Rotgüldensee-Hütte (Ankogelgruppe, Salzburg, Alpenverein
Graz/STMK)

Die Rotgüldensee-Hütte liegt auf 1.740 m Seehöhe am Fuße des
Großen Hafners und am Ufer des Unteren Rotgüldensees. Die
Hüttentechnik ist sehr einfach aufgebaut. Ein Stromanschluss an das
öffentliche Netz ist vorhanden, da die Hütte direkt am Speichersee
liegt. Die Abwasserreinigung erfolgt über eine mechanische
Vorreinigung und eine nachgeschaltete Tropfkörperanlage. Die
gereinigten Abwässer werden nach genauer Prüfung dem Rotgüldenbach
zugeführt. Die Trinkwasserversorgung mit Tagesspeicher und UV-Anlage
ist zuverlässig, ein zentraler Kachelofen sowie ein Küchenherd sorgen
für die Beheizung. Die Speise- und Getränkekarte ist von den
Hüttenwirtsleuten vielfältig und möglichst regional gestaltet. Kuchen
und Brot werden täglich frisch gebacken.

Weitere Informationen zum Umweltgütesiegel:
www.alpenverein.at/portal/huetten-wege/guetesiegel-und-
kampagnen/umweltguetesiegel/umweltguetesiegelhuetten.php