Vatikanstadt/Wien (OTS) – Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von
Wien. Papst Leo XIV. ernannte
den bisherigen Apostolischen Administrator der Erzdiözese Wien am
Freitag zum Nachfolger von Kardinal Christoph Schönborn (80). Die
Entscheidung wurde mittags im vatikanischen Pressebulletin
veröffentlicht. Der 62-jährige Grünwidl leitete die Wiener Erzdiözese
seit 22. Jänner 2025 bereits interimistisch, nachdem Papst Franziskus
(2013-2025) das altersbedingte Rücktrittsgesuch Schönborns genau an
dessen 80. Geburtstag angenommen hatte. Zur Ernennung des neuen
Erzbischofs läutete die Pummerin des Wiener Stephansdoms.
Grünwidl wurde am 31. Jänner 1963 im niederösterreichischen
Hollabrunn geboren und wuchs in Wullersdorf auf. Nach der Matura trat
er ins Wiener Priesterseminar ein und studierte Theologie an der
Universität Wien sowie Konzertfach Orgel an der Musikuniversität
Wien. Nach der Priesterweihe 1988 war Grünwidl Kaplan bzw. Kurat in
Pfarrgemeinden in Wien-Leopoldstadt und Wiener Neustadt sowie ab 1993
Diözesanjugendseelsorger der Erzdiözese Wien. Von 1995 bis 1998
arbeitete er als erster Sekretär des damals neu ernannten Wiener
Erzbischofs Christoph Schönborn.
Danach wechselte Grünwidl wieder in die Pfarrseelsorge. Von 1998
bis 2014 war er Pfarrer in Kirchberg am Wechsel, Feistritz, St.
Corona und Trattenbach im südlichen Niederösterreich, anschließend
bis 2023 Pfarrmoderator in Perchtoldsdorf bei Wien. Über mehrere
Jahre hinweg wirkte er parallel auch als Dechant. Von 2016 bis 2023
war er zudem geschäftsführender Vorsitzender des Wiener Priesterrats.
Anfang 2023 ernannte Kardinal Schönborn Josef Grünwidl zum
Bischofsvikar für das Vikariat Süd der Erzdiözese Wien. Das Vikariat
ist eine der drei territorialen Verwaltungseinheiten der Erzdiözese,
in der mehr als eine Million Katholiken leben und die neben der Stadt
Wien auch das östliche Niederösterreich umfasst.
Mit der Bestellung zum Apostolischen Administrator kam Grünwidl
zu Jahresbeginn 2025 bereits übergangsmäßig an die Diözesanspitze. In
dieser Rolle profilierte er sich als seelsorgeorientierter und
kommunikativer Leiter. Er befürwortet eine freie Diskussion zu Themen
wie Zölibat, Frauenämter oder Synodalität, äußerte sich dabei jedoch
zurückhaltend. Als Administrator nahm er mehrere Frauen ins diözesane
Leitungsteam auf.
Grünwidl ist in der kirchlichen Basis verankert, pastoral
erfahren und ein dialogbereiter Zuhörer. Er selbst versteht seine
Aufgabe vor allem spirituell. Kirche brauche weniger
Strukturdebatten, sondern mehr geistliche Tiefe, erklärte er
mehrfach. In seiner ersten Stellungnahme zur Ernennung betonte er,
Gott wolle ihn „nicht perfekt, sondern verfügbar“.
(Laufend aktualisierter Kathpress-Themenschwerpunkt zur Ernennung
des neuen Wiener Erzbischofs unter: www.kathpress.at/erzbischof-
gruenwidl)
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