Wien (OTS) – „In Österreich passieren jährlich etwa 100.000
Knochenbrüche, die
durch Osteoporose verursacht werden – also ein Knochenbruch alle fünf
Minuten“, berichtet Andreas Stippler, Fachgruppenobmann für
Orthopädie und Orthopädische Chirurgie in der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK) im Vorfeld des Welt-Osteoporose-Tags am 20.
Oktober. „Durch Früherkennung bei Fachärztinnen und -ärzten für
Orthopädie sowie durch präventive Maßnahmen im Alltag lassen sich
Brüche oftmals vermeiden“, appelliert Stippler, mehr auf seine
Knochengesundheit achtzugeben.
Zwtl.: Wer ist gefährdet
„Osteoporose ist eine Erkrankung des Knochenstoffwechsels. Sie
ist durch eine zunehmende Abnahme der Knochendichte gekennzeichnet,
da der Körper schneller Knochenmasse ab- als wieder aufbaut. Die vom
Schwund betroffenen Knochen werden porös, wodurch ihre Stabilität
sinkt und es leichter zu Knochenbrüchen kommt“, erklärt Stippler. Die
Erkrankung trete in den meisten Fällen in höherem Lebensalter auf,
vor allem Frauen ab 50 und Männer ab 60 seien betroffen. Frauen
erkrankten viel häufiger als Männer, da nach den Wechseljahren die
Produktion des knochenschützenden weiblichen Geschlechtshormons
Östrogen nachlasse. „Gefährdet sind auch Menschen, die sich langen
Cortisontherapien unterziehen müssen, Personen mit Magen – und
Darmerkrankungen, Frauen in der Schwangerschaft oder Krebspatienten.
Ein ungesunder Lebensstil mit Bewegungsmangel und exzessivem Nikotin-
und Alkoholkonsum kann den Knochenschwund ebenso begünstigen“, weiß
der Orthopäde.
Zwtl.: Früherkennung hilft
Da Osteoporose lange unbemerkt bleiben könne, sei eine
frühzeitige Diagnose eines erhöhten Risikos für Knochenbrüche von
enormer Bedeutung. „Neue diagnostische Methoden ermöglichen eine
Bestimmung des individuellen Knochenbruch-Risikos und somit auch
individuelle Beratung.“ Aber auch nach jedem Knochenbruch sollte eine
Abklärung auf eine mögliche Osteoporose-Erkrankung folgen. „Denn
viele Brüche treten schon in der Vorphase, der sogenannten
Osteopenie, auf, und mit rechtzeitiger Diagnose können
entgegenwirkende Maßnahmen besser und effektiver greifen. Das ist
insbesondere im Hinblick auf die kommende Wintersportsaison wichtig,
wo es zu vermehrten Stürzen und Schenkelhalsbrüchen kommt“, sagt
Stippler.
Zwtl.: Präventive Maßnahmen entscheidend
Eine ganz große Bedeutung in der Prävention von Knochenbrüchen
ist neben medikamentösen Behandlungen dem eigenen Handeln
beizumessen. „Für eine zielführende Basistherapie ist neben einer
ausreichenden Zufuhr von Calcium und Vitamin D auch regelmäßige,
knochenbelastende Bewegung entscheidend. Denn um das Knochenwachstum
zu fördern, braucht es regelmäßigen Impact auf die Knochen“. Daher
sollte zwei Mal in der Woche Krafttraining auf dem Programm stehen.
Erfolge zeige auch die sogenannte Galileo-Therapie, bei dem
Gerätevibrationen reflektorische Muskelkontraktionen erzeugen und
dadurch auch zu einer Verbesserung der Knochengesundheit beitragen,
weist Stippler abschließen auf mögliche Maßnahmen zum Schutz der
Knochen hin.