Wien (OTS) – Bürgermeister Michael Ludwig, Vizebürgermeisterin und
Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál und die Bundesministerin für Arbeit,
Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Korinna Schumann,
nahmen die feierliche Benennung gemeinsam mit Bezirksvorsteher-
Stellvertreterin Julia Lessacher sowie im Beisein zahlreicher
Ehrengäste, darunter Karin Risser, Witwe von Rudolf Hundstorfer,
Tochter Birgit Hundstorfer, Christian Meidlinger, Erster Präsident
des Wiener Landtages und Vorsitzender younion _ Die
Daseinsgewerkschaft, Nationalratsabgeordneter Angela Lueger,
Vorsitzender-Stellvertreterin younion _ Die Daseinsgewerkschaft,
Volkshilfe Geschäftsführerin Tanja Wehsely, Karin Ramser, Direktorin
von Wiener Wohnen sowie Bewohner*innen des Gemeindebaus vor.
„Rudi Hundstorfer wuchs als Arbeiterkind auf und verbrachte den
Großteil seiner Kindheit in bescheidenen Verhältnissen. Seine jungen
Erwachsenenjahre waren von der Ära Bruno Kreisky geprägt, einer Zeit
des Aufbruchs, der Vollbeschäftigung, sozialer Justiz- und
Bildungsreformen, die einen stabilen Mittelstand in Österreich
ermöglichten. Rudi Hundstorfer hat sein Wirken schon früh in den
Dienst der Menschen gestellt, sich in der Gewerkschaft engagiert. Er
war ein sehr fleißiger, strebsamer und bescheidener Mensch,
umgänglich, aber unbeugsam, wenn es um die Sicherung und Verbesserung
der Rechte und Lebensumstände der Bevölkerung ging.
Rudi war eine starke Persönlichkeit, wenn es schwierig wurde,
wenn sich Krisen abzeichneten, hat er die Ärmel unaufgeregt
aufgekrempelt und losgelegt. Er war ein unersetzlicher Politiker, der
viel Positives für die Bevölkerung erreicht hat und ein
liebenswürdiger Wegbegleiter, den wir immer vermissen werden“,
würdigte Bürgermeister Michael Ludwig den früheren Bundesminister.
„Mit Rudi Hundstorfer ehren wir heute einen Politiker und
Menschen, dem die Daseinsvorsorge für die Bevölkerung unendlich
wichtig war. Chancengleichheit und Bildung für junge Menschen,
gerechte Löhne, leistbares Wohnen, soziale Absicherung, faire
Pensionen und ein gutes Pflegesystem – für all das hat er sich mit
seiner ganzen Kraft und aus ganzem Herzen eingesetzt. Gegen die
Aufweichung sozialer Errungenschaften hat sich Rudi zäh gestemmt. Er
hat Österreich positiv nachhaltig geprägt. Seine Tatkraft,
Verbindlichkeit, aber auch die große Wertschätzung, die er allen
Menschen entgegengebracht hat, werden uns immer in Erinnerung
bleiben. Es freut mich sehr, diesen neuen Gemeindebau seinem Andenken
widmen zu können“, unterstrich Vizebürgermeisterin und
Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál .
„Rudi Hundstorfer stand wie kaum ein anderer für Solidarität,
Zusammenhalt und Menschlichkeit. Zwei Eigenschaften zeichneten ihn
ganz besonders aus: sein soziales Gespür für Menschen und seine große
Kunst, Menschen zu verbinden. Er konnte zuhören, Brücken bauen und
Zuversicht geben. Für ihn war Politik nie Selbstzweck, sondern immer
ein Werkzeug, um das Leben anderer Menschen zu verbessern. Möge
dieser Gemeindebau ein Ort sein, der Begegnung ermöglicht, den
Zusammenhalt stärkt und Hoffnung schenkt – ganz im Sinne von Rudi
Hundstorfer“, betonte Korinna Schumann, Bundesministerin für Arbeit,
Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian erklärte anlässlich der
Hofbenennung: „Rudi Hundstorfer hat sein gesamtes Leben in den Dienst
der arbeitenden Menschen gestellt. Als Gewerkschafter hat er
unermüdlich dafür gekämpft, dass alle Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer unter fairen, sicheren und würdevollen Bedingungen
arbeiten und leben können. Der Wiener Gemeindebau steht seit jeher
für genau diese Werte. Darum wird ihm mit der Eröffnung des Rudolf-
Hundstorfer-Hofs ein besonders passendes und würdiges Denkmal
gesetzt.“
„Mit der Benennung des Gemeindebaus NEU in der Stumpergasse 56
nach Rudolf Hundstorfer setzen wir ein würdiges Zeichen für einen
Menschen, der viele Jahre in Mariahilf gelebt und für unseren Bezirk
großes Engagement gezeigt hat. Sein Grätzl lag ihm sehr am Herzen.
Über Jahrzehnte hat Rudolf Hundstorfer durch sein Engagement im
Gemeinderat und als Sozialminister den sozialen Zusammenhalt
gefördert“, weiß Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Julia Lessacher
und fügt hinzu: „Der Rudolf-Hundstorfer-Hof ist ein Paradebeispiel
für modernen sozialen Wohnbau in zentraler Mariahilfer Lage. Hier
verbinden sich leistbarer Wohnraum, ökologische Standards und
generationenübergreifendes Zusammenleben – genau jene Werte, für die
Rudolf Hundstorfer zeit seines Lebens gekämpft hat.“
Christian Meidlinger, Erster Präsident des Wiener Landtages und
Vorsitzender younion _ Die Daseinsgewerkschaft , betonte: „Dass nun
ein Gemeindebau den Namen von Rudolf Hundstorfer trägt, ist ein
würdiges Andenken an einen Mann, der sich Zeit seines Lebens für die
Jugend und die Lehrlingsausbildung eingesetzt hat. Es ist auch ein
Auftrag an uns alle, sein Vermächtnis weiterzutragen. Sein Name wird
bleiben, wo Menschen gemeinsam leben, füreinander einstehen und die
Werte hochhalten, für die er eingetreten ist.“
Der neue Gemeindebau in der Stumpergasse beheimatet neben 45
leistbaren Gemeindewohnungen auch eine betreute Wohngemeinschaft der
Volkshilfe für Senior*innen: „Mitten in der Stadt, im Herzen von
Mariahilf, entsteht die queere Senior*innen-WG ‚Vielfalt‘. Ein Ort,
an dem Gemeinschaft und Zusammenhalt gelebt werden. Das hätte Rudolf
Hundstorfer sehr gefreut, denn er setzte sich immer dafür ein,
Menschen in die Mitte der Gesellschaft zu holen“, so Volkshilfe Wien
Geschäftsführerin Tanja Wehsely.
Rudolf Hundstorfer – ein Leben für soziale Gerechtigkeit
Rudolf Hundstorfer wurde am 19. September 1951 in Wien-Favoriten
geboren.
Nach Volks- und Hauptschule begann er ab 1966 eine Lehre als Bu
̈rokaufmann bei der Stadt Wien. Später – in den 1970er- Jahren –
holte er die Matura nach und absolvierte die Beamtenaufstiegspru
̈fung.
Bereits früh engagierte sich Hundstorfer in der Gewerkschaft,
1998 wurde er zum Landesvorsitzenden der Wiener Gewerkschaft der
Gemeindebediensteten gewählt. Den Vorsitz der Bundesorganisation
übernahm er 2001, ab 2003 fungierte er auch als Vizepräsident des
Österreichischen Gewerkschaftsbundes. Daneben war er von 1990 bis
2007 Mitglied, ab 1995 Erster Vorsitzender des Wiener Landtages bzw.
Gemeinderats.
2008 wechselte Hundstorfer als Bundesminister für Arbeit,
Soziales und Konsumentenschutz
in die Bundesregierung, der er bis Jänner 2016 angehörte, um sich
für das Amt des Bundespräsidenten zur Wahl zu stellen. Im Jahr 2018
wurde er zum Vorsitzenden der Wiener Volkshilfe gewählt, außerdem war
er Vorsitzender der Österreichischen Bundes-Sportorganisation. Das
Große Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik
Österreich wurde ihm im Jahr 2012 verliehen.
Rudolf Hundstorfer starb am 20. August 2019 auf der Insel Brač in
Kroatien.
Der „Rudolf-Hundstorfer-Hof – leistbare und lebenswerte
innerstädtische Wohnoase
Die 45 Wohnungen in zwei Gebäudeteilen des Gemeindebaus sind
zwischen 50 und 120 m2 groß und mit zwei bis fünf Zimmern
ausgestattet. Jede Wohnung verfügt über eine private Freifläche –
Balkon, Loggia oder Garten. Hohes Augenmerk wurde zudem auf
Barrierefreiheit gelegt.
Neben einem Spielplatz in dem mit Baum- und Strauchpflanzungen
begrünten Innenhof gibt es auch einen Gemeinschaftsraum im
Erdgeschoß, der als Multifunktionsraum für die Bewohner*innen
vielfältig nutzbar ist. Dazu zwei begrünte Gemeinschaftsterrassen,
eine davon mit Pergola und der Möglichkeit, gemeinsamen zu garteln.
Fernwärme und Photovoltaikanlagen auf den Dächern, außenliegender
Sonnenschutz zur Vermeidung sommerlicher Überhitzung, Pflanzentröge
sowie Holz-Alu-Fenster und -Balkontüren mit dreifacher
Isolierverglasung unterstreichen die hohe ökologische Wohnqualität.
Darüber hinaus ist die Fassade im Innenhof bodengebunden begrünt.