Mannheim und Salzbergen (OTS) – Die thermische
Abfallbehandlungsanlage der SRS EcoTherm in Salzbergen
geht neue Wege in der Fahrerkommunikation: Als erste Anlage ihrer Art
bietet sie digitale Unterweisungen in derzeit 13 Sprachen an. Ziel
ist es, sprachliche Barrieren zu überwinden, die durch den
europaweiten Fahrermangel und den internationalen Fahrereinsatz immer
stärker zunehmen – und damit zugleich die Sicherheit und Effizienz am
Standort deutlich zu erhöhen.
Mit QR-Codes direkt am Werkstor erhalten Fahrer leicht
verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf ein Smartphone. Die
Inhalte kombinieren Text, Bilder und Piktogramme und führen durch
alle relevanten Anwendungsfälle: von der Anlieferung von Müll,
Weißkalk oder Ammoniakwasser bis zur Abholung von Reststoffen oder
Schlacke. Neben praktischen Abläufen enthalten die digitalen Slider
auch klare Sicherheitsanweisungen und Notfallprotokolle.
„Wir erleben seit Jahren verstärkt, dass viele Fahrer kein oder
nur wenig Deutsch und oft auch kein Englisch sprechen“, erklärt
Markus Bünker, Verantwortlicher für den Betrieb der TAS bei der SRS
EcoTherm. „Wir mussten immer mal wieder Fahrer wegschicken, weil eine
Unterweisung schlicht nicht möglich war. Mit der neuen Lösung können
wir nun alle Fahrer erreichen – unabhängig von ihrer Herkunft oder
Sprachkenntnissen. Damit verbessern wir die Verständigung, senken
Unfallrisiken und sorgen für reibungslosere Abläufe.“
Als Industrieanlage der KRITIS-Infrastruktur nimmt die SRS
EcoTherm ihre Verantwortlichkeiten und gesetzlichen Verpflichtungen
sehr ernst. Durch eine bessere Verständlichkeit will sie sichergehen,
dass der Fahrer die Dinge richtig handhabt, wenn er Betriebsmittel
anliefert und abholt und dass seine persönliche Sicherheit und die
der Technik der Anlage nicht gefährdet ist. Es geht auch darum, der
Nachweispflicht von Unterweisungen nachzukommen. Geplant ist deshalb
eine direkte Anbindung an das System an der Waage bzw. am Empfang:
Fahrer sollen künftig erfasst werden und nur dann verpflichtend
unterwiesen werden, wenn sie neu am Standort sind, länger nicht mehr
dort gearbeitet haben oder sich relevante Abläufe geändert haben.
„Für uns ist die digitale Unterweisung mehr als eine praktische
Lösung im Alltag – sie ist ein wichtiger Baustein unserer
Digitalstrategie“, betont Erwin Junker, Betriebsleiter der SRS
EcoTherm. „Wir wollen Innovation dort einsetzen, wo sie wirklich
einen Unterschied macht: für die Sicherheit, die Effizienz und die
Menschen, die täglich mit uns zusammenarbeiten. Das Projekt ist ein
gutes Beispiel dafür, wie wir Verantwortung mit modernen Technologien
verbinden.“
Auch Mitarbeiter vor Ort erhoffen sich zunehmend eine
Erleichterung: „Viele unserer Fahrer kennen wir seit Jahren, da ist
die Verständigung kein Problem und sie kennen sich hier bestens aus.
Aber bei den neuen sind wir oft mit Händen und Füßen zugange und oft
müssen wir sie begleiten um diese an der Lade- oder Entladestelle
persönlich einzuweisen. Das dauert immer 20-30 Minuten und ist ohne
eine gemeinsame Sprache gar nicht zu stemmen – heute reicht ein
kurzer Scan“, so Ralf Dehmel, Mitarbeiter an der Waage. „Erste
Erfahrungen zeigen, dass v.a. spanische Fahrer sich als besonders
offen erweisen – sie zücken sofort ihr Smartphone, scannen den Code
und folgen den Anweisungen.“
Für die Einführung der QR-Code-basierten, mehrsprachigen
Unterweisungen hat die SRS EcoTherm eine Lösung der Firma Loady
gewählt und zeigt, wie Digitalisierung praxisnah eingesetzt werden
kann: zur Steigerung der Sicherheit, zur Entlastung der Mitarbeiter
und als klare Antwort auf die Herausforderungen des internationalen
Fahrermarktes – bei gleichzeitiger Erfüllung der KRITIS-
Anforderungen.
Über SRS EcoTherm
Die SRS EcoTherm GmbH mit Sitz in Salzbergen betreibt eine
moderne Anlage zur thermischen Abfallbehandlung mit einer jährlichen
Verbrennungskapazität von 120.000t. Sie generiert bei Nennlast der
Anlage pro Stunde ca. 50 Tonnen Dampf, die im Industriekraftwerk des
Kunden verstromt werden. Die ausgekoppelte Wärme dient zur Versorgung
der am Standort befindlichen Produktionsanlagen des Kunden mit
klimafreundlichem Prozessdampf. Als zuverlässiger Partner des Kunden
steht sie für nachhaltige Energie- und Entsorgungslösungen und setzt
auf moderne Digitalisierungskonzepte und Ressourcenschonung.
Über Loady
Loady ist ein 2023 in Mannheim aus der Chemiebranche heraus
gegründetes Startup. Mit seiner zentralen Drehscheibe für
standardisierte Ladeanforderungen beseitigt Loady eine jahrzehntealte
Bruchstelle in der Logistik. Indem sie ein einheitliches Verständnis
schafft und die Mehrsprache Kommunikation erleichtert, ermöglicht die
Plattform eine reibungslose, digitale Zusammenarbeit aller
Beteiligten. Für Verlader, Warenempfänger und Logistikdienstleister
bedeutet das effizientere und kostengünstigere Abläufe und einen
klarer Beitrag zur Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele. Loady
bietet Schnittstellen für gängige Logistikanwendungen und außerdem
Online-Ansichten für Disponenten und Fahrer – verfügbar in 13
Sprachen – und ist optimal zugeschnitten für die internationale
Logistik.