WWF und GLOBAL2000 zeigen Weg zu naturverträglicher Energiewende

Wien (OTS) – Österreich kann eine naturverträgliche Energiewende bis
2040
schaffen, damit seine Klimaziele erreichen, die Versorgungssicherheit
gewährleisten sowie neue Arbeitsplätze generieren. Das zeigt das
aktuelle Energie-Szenario Naturverträgliche Energiewende (NAWEND) von
WWF Österreich und GLOBAL2000, modelliert von der Austrian Power Grid
(APG). Kernpunkte sind dabei der naturverträgliche Ausbau von Solar-
und Windkraft, eine Energiespar-Offensive und gesetzlich verankerte
Klima- und Naturschutzpläne. „ Intakte Natur ist eine wichtige
Verbündete gegen die Klimakrise. Daher muss die Politik die
Energiewende umfassend und naturverträglich gestalten. Damit stärken
wir die Versorgungssicherheit, lösen uns aus der teuren Abhängigkeit
von Erdöl, Erdgas und Kohle aus dem Ausland und schützen gleichzeitig
unsere Natur ”, sagt Karl Schellmann vom WWF.

Von der Importabhängigkeit zum grünen Netto-Stromexporteur bis 2050
Durch die von WWF und GLOBAL2000 vorgeschlagenen Maßnahmen sinkt der
Energieverbrauch, die Klimaneutralität wird erreicht und Kosten in
Wirtschaft und Haushalten werden gespart. „ Es müssen jetzt die
gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die
naturverträgliche Energiewende auf Schiene zu bringen. Dazu gehören
verbindliche Ausstiegspläne für Öl- und Gasheizungen, umfassende
Energiespar-Programme, Investitionen in die Mobilitätswende und der
naturverträgliche Ausbau erneuerbarer Energien. Damit kann Österreich
bis 2050 sogar zum grünen Netto-Stromexporteur werden ”, sagt
Johannes Wahlmüller von GLOBAL2000.

Neben dem naturverträglichen Ausbau von Solar- und Windkraft braucht
es laut NAWEND-Szenario auch eine Energiespar-Offensive. Das bedeutet
etwa bessere Gebäudedämmung, eine Abkehr vom Individualverkehr hin zu
öffentlichen Verkehrsmitteln sowie einen Umstieg auf erneuerbare
Energien in energieintensiven Industriesektoren. Durch die vom WWF
und GLOBAL2000 vorgeschlagenen Maßnahmen würde sich bis zum Jahr 2050
der Energieverbrauch im Sektor Mobilität um 72 Prozent, im
Gebäudesektor um 40 Prozent und in der Industrie und
Energiewirtschaft um 14,5 Prozent reduzieren. Jede eingesparte Tonne
CO₂ zählt dabei auch auf EU-Ebene: Verfehlt Österreich seine
Klimaziele, müssen Emissionszertifikate in Milliardenhöhe als
Ersatzleistung zugekauft werden. Eine erfolgreiche Energiewende
vermeidet diese Ausgaben und schafft Spielraum für Investitionen in
die Zukunft.

Als weiteren Kernpunkt einer naturverträglichen Energiewende fordern
WWF und GLOBAL2000 gesetzlich verankerte Klima- und Naturschutzpläne.
Vor allem der zügellose Bodenverbrauch ist in Österreich nach wie vor
ein großes Problem. Unverbaute und intakte Natur muss daher rasch
besser geschützt werden. Auch das trägt zentral zum Erreichen der
Klimaziele bei. „Mit einem sparsamen, erneuerbaren und
naturverträglichen Kurs können wir Österreich unabhängiger, sicherer
und zukunftsfähiger machen”, sagen WWF und GLOBAL2000.

Methodik
Für die Berechnung des Szenarios hat die APG das Berechnungstool zur
Verfügung gestellt, das mit den Annahmen von WWF und Global2000
befüllt wurde. Die Annahmen reichen von Energieverbrauch über die
Umwandlung bis Energiebereitstellung. Eine Position der APG lässt
sich aus den Ausführungen nicht ableiten.