Wien (OTS) – Für eine wirksame Klimapolitik muss die Regierung in
mehreren
Bereichen weitreichende Maßnahmen umsetzen und Klimaschutz in der
Verfassung verankern. Zu diesem Entschluss kamen die Teilnehmenden
des diesjährigen Klimajugendrats der Bundesjugendvertretung (BJV).
Besonders dringend sei eine rasche Einigung der Regierungsparteien
auf ein neues Klimagesetz.
„Die Teilnehmenden haben zu Recht darauf gedrängt, dass das neue
Klimagesetz verbindliche Emissionsziele für alle Sektoren beinhalten
muss. Nur so können klare Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die
Klimaneutralität 2040 zu erreichen“, betont BJV-Vorsitzende Lejla
Visnjic.
Breite Palette an Forderungen
Rund 80 Teilnehmende zwischen 16 und 30 Jahren haben beim vierten
Klimajugendrat in einem ausführlichen Dialog mit Abgeordneten aller
Parlamentsparteien über ihre klimapolitischen Forderungen gesprochen.
Dabei haben die jungen Menschen u. a. eingefordert, dass
klimaschädliche Subventionen gestoppt werden. Stattdessen soll ein
sozial gerechtes Besteuerungssystem geschaffen werden, das
umweltschädliches Verhalten stärker besteuert.
Außerdem drängen sie auf mehr Klimabildung im Bildungswesen, auf
autofreie Zonen in Großstädten, eine stärkere Förderung von
Windenergie sowie darauf, dass öffentliche Verkehrsmittel vor allem
am Land und während der Nacht ausgebaut werden.
„Kinder und Jugendliche sind besonders stark von den Folgen der
Klimakrise betroffen. Klimapolitik darf daher nicht über die Köpfe
der jungen Generation hinweg gemacht werden. Wir appellieren an die
Politik, junge Menschen aktiv zu beteiligen und ihre Forderungen in
konkrete Maßnahmen einfließen zu lassen“, so Visnjic.
Zuspruch von den Abgeordneten
Die Abgeordneten zeigten sich beeindruckt von der
Entschlossenheit sowie dem Wissen der jungen Teilnehmenden und
bekannten sich dazu, Forderungen in ihrer weiteren politischen Arbeit
verstärkt aufzugreifen.
Folgende Politiker*innen nahmen am Dialog beim Klimajugendrat
teil:
–
SPÖ: Julia Herr, Elisabeth Feichtinger, Wolfgang Moitzi, Alois
Schroll, Paul Stich
–
ÖVP: Ernst Gödl, Tanja Graf, Carina Reiter
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Grüne: Leonore Gewessler, Lukas Hammer, Barbara Neßler, Ralph
Schallmeiner, Olga Voglauer
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NEOS: Michael Bernhard, Ines Holzegger
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FPÖ: Gerhard Deimek, Michael Fürtbauer, Thomas Spalt
Minister*innen meldeten sich mit Videobotschaft
Jugendministerin Claudia Plakolm und Klimaminister Norbert
Totschnig waren dienstlich verhindert und wandten sich per
Videobotschaft an die Jugendlichen. Sie dankten für das Engagement im
Klimaschutz und bekräftigten, sich in einem Austausch mit der BJV den
Forderungen der Teilnehmenden anzunehmen.
Klimaprojekte junger Menschen wurden ausgezeichnet
Der Klimajugendrat fand heuer von 6. bis 8. Oktober auf Einladung
von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz im Parlament statt und
wurde u. a. durch den Klima- und Energiefonds finanziert. Als Auftakt
verlieh die BJV am Montag im Nationalratssaal den Climate Action
Award an Klimaprojekte, die von jungen Menschen umgesetzt wurden.
Ausgezeichnet wurde in drei Kategorien.
Die Preisträger*innen des Climate Action Awards 2025 sind:
–
Kategorie Klimakunst & -kultur: „Arts for Change – Change for
Arts“ des Vereins forum n
–
Kategorie Klimaaktion: „Strom von morgen – heute von uns gebaut“
der Technischen Fachschule Haslach
–
Kategorie Klimadialog: „Klimagefühle-Workshop“ der Psychologists
for Future Austria
BJV wird Forderungen der Teilnehmenden weitertragen
Die Forderungen des Klimajugendrats fließen nun in die weitere
Arbeit der BJV als Interessenvertretung ein. „Die Bekämpfung der
Klimakrise ist mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Wir
setzen uns dafür ein, dass die Regierung entschlossen reagiert und
Klimaschutz wieder mehr Priorität bekommt“, betont Visnjic
abschließend.