03. Oktober: Demo vor dem Parlament & Solidaritätskonzert – ME/CFS sichtbar machen, Versorgung sichern

Wien (OTS) – Thema ist die katastrophale Versorgungslage von Menschen
mit ME/CFS (
Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) – sowohl
medizinisch als auch finanziell. Reden werden unter anderem die ÖG
ME/CFS , Dr. Georg Psota ,
Birgit Meinhard-Schiebel und Matthias Mollner zugesagt.

Worum es geht:
Gesundheitsinstitutionen, Behörden und Politik weigern sich seit
Jahrzehnten, ME/CFS und andere Postakute Infektionssyndrome (PAIS)
entsprechend anzuerkennen. Die Last der Erkrankungen und deren
sozioökonomische Auswirkungen wird so auf Betroffene und Angehörige
abgeschoben, während öffentliche Infrastruktur fehlt .
Wer keine Kraft hat, fällt durch’s Raster, denn das Recht auf
staatliche Absicherung erhalten letztendlich nur die wenigsten – mit
schweren Folgen für Einkommen, Wohnen und Gesundheit.

Das Handeln der Politik in Bezug auf ME/CFS spiegelt die Logik,
die auch während der Corona-Krise angewendet wurde: die Auswirkungen
der Pandemie auf private Haushalte und vor allem auf Frauen
abzuwälzen, obwohl es nach mehreren Jahrzehnten des Ignorierens
endlich gesellschaftliche Lösungsansätze braucht.
Verbesserungen in der Versorgung von Menschen mit ME/CFS und anderen
Postviralen Infektionssyndromen sind eine öffentliche Aufgabe, keine
Privatsache .

Unsere Forderungen:

– Anerkennung von ME/CFS und anderen Postakuten Infektionssyndromen
durch die PVA und die Gesundheitsinstitutionen. Die schikanöse
Behandlung von Betroffenen muss ein Ende haben.

– Soziale Absicherung : Rascher Zugang zu Leistungen, barrierearme
Verfahren, Entlastung für Angehörige.

– Medizinische Versorgung : Es braucht zeitnah spezialisierte
kassenärztliche Ambulanzen – der aktuelle Planungsstand in Österreich
ist mit Ausnahme des Burgenlands eine Zumutung für Erkrankte.

– Ausfinanzierung von Forschung : Schaffung einer bundesweiten
Datenbasis und langfristige Finanzierung von Forschung.

Zwtl.: Zitat – Sandra Steinmüller (Sprecherin, MUT):

„Als ME/CFS-Erkrankte werden wir vom Gesundheitssystem unsichtbar
gemacht und aussortiert. Unterstützung und Pflege werden ins Private
verlagert. Viele von uns werden durch mangelnde Hilfeleistung in die
Armut gedrängt und der nicht enden wollende, völlig überzogene
Begutachtungs-Marathon verschlimmert unseren Gesundheitszustand immer
weiter. Das macht ME/CFS und andere Postakute Infektionssyndrome zu
einer sozialen Krise. Alleine in Österreich sind nach einer Schätzung
der MedUni Wien rund 75.000 ME/CFS-Erkrankte von dieser Krise
betroffen. Statt diese Menschen und ihre Angehörigen weiter damit
alleine zu lassen, braucht es soziale Absicherung und adäquate
medizinische Versorgung!“

Im Anschluss an die Kundgebung findet ab 19:00 Uhr ein
Solidaritätskonzert statt. Die Spenden des Abends fließen direkt in
die Unterstützung von ME/CFS-Betroffenen. Geplant sind Konzerte von
Karl Max, Cäspian, DJ Lucy Bakanal, DJ Rich Parents und DJ Odi .