Wien (OTS) – Sie war eine der einflussreichsten Frauen der Gegenwart
– die
englische Umweltaktivistin und UN-Friedensbotschafterin Jane Goodall.
Berühmt geworden durch ihre Arbeit mit Schimpansen in Afrika, tourte
sie seit 1986 als Vortragende um die Welt. In memoriam Jane Goodall
zeigt „Universum History“ am Freitag, dem 3. Oktober 2025, um 22.35
Uhr in ORF 2 und auf ORF ON das von Lorenz Knauer gestaltete Porträt
„Die Lebensreise der Jane Goodall“.
In Afrika leistete Jane Goodall Pionierarbeit – ihre Erkenntnisse
zum Verhalten der Schimpansen revolutionierten die Wissenschaft. Doch
1986 änderte sich das Leben der gebürtigen Engländerin grundlegend –
in diesem Jahr tauschte sie die Einsamkeit der Urwälder gegen ein
Leben als Aktivistin und Vortragende. Seither tourte sie um die Welt
und kämpfte Tag für Tag für die Rechte aller Lebewesen auf dem
Planeten. Mit ihrer Stiftung für Tierschutz und dem Sozialprojekt
„Roots & Shoots“ war sie weltweit unermüdlich aktiv.
Die Lebensreise der Jane Goodall begann 1934 in London: Hier kam
sie am 3. April zur Welt, hier träumte sie schon in jungen Jahren von
Afrika. Dank ihrer Willenskraft ließ sich dieser Traum auch
verwirklichen. Ohne finanzielle Mittel und ohne wissenschaftliche
Ausbildung begann sie mit 23 Jahren, Affen zu beobachten und zu
studieren. Ausgerüstet „nur mit einem Stift, einem Notizbuch und mit
Leidenschaft“, wie sich Goodall erinnerte. Und ihre Forschungen über
wildlebende Schimpansen in Tansania fruchteten: So konnte sie bereits
in den 1960er Jahren nachweisen, dass Primaten für ihre Nahrungssuche
Werkzeuge einsetzen.
Nach dem Tod ihres zweiten Mannes Mitte der 1980er Jahre gab
Goodall ihrem Leben eine neue Richtung – seitdem widmete sie sich
vollends ihrer Vortragstätigkeit. Nichts weniger als „das Leben auf
der ganzen Welt zu verbessern“ wurde zu ihrer Lebensaufgabe, wie
Biograf Anthony Collins in „Die Lebensreise der Jane Goodall“
berichtete. Ein Unterfangen, das Goodall enorme Opfer abverlangte. So
nahm sie jährlich mindestens 300 Reisetage für ihren unermüdlichen
Kampf für mehr Gerechtigkeit in Kauf. Sie hatte Projekte in mehr als
100 Ländern initiiert, darunter auch in Österreich.
„Die Lebensreise der Jane Goodall“ zeigt mit faszinierenden
Filmaufnahmen, wie sehr die Engländerin ihr Leben in den Dienst der
Primaten und später des Kampfes um mehr Gerechtigkeit gelegt hat. Die
Dokumentation spart auch menschliche Enttäuschungen – etwa zwei
gescheiterte Ehen – nicht aus, und zeigt Goodall als sensible, aber
schier unendlich entschlossene Frau.