Wien (PK) – Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner informierte
den
Tourismusausschuss des Nationalrats im Rahmen einer aktuellen
Aussprache über die nächsten Phasen zur Weiterentwicklung der
Tourismus-Strategie. „Die Vision T“ soll im Sommer 2026 stehen. Schon
demnächst soll eine Erhöhung des Kontingents für Saisoniers aus dem
Westbalkan präsentiert werden. Außerdem standen den Abgeordneten der
Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) Walter Veit und
ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer für Fragen zur Verfügung.
Weiterentwicklung des „Plan T“ zur „Vision T“
Der österreichische Tourismus sei eine Erfolgsgeschichte, die
weitergeschrieben werden soll, sagte Tourismus-Staatssekretärin
Elisabeth Zehetner im Ausschuss. Der Tourismus bringe einen Mehrwert
für die Wertschöpfung in ganz Österreich, daher werde in ihrem
Ressort ambitioniert an der Weiterentwicklung der Tourismus-Strategie
gearbeitet. Der Strategieprozess zur „Vision T“ sei vor dem Sommer
mit einer 360°-Analyse gestartet worden, an der sich unter anderem
über 800 Beschäftigte aus der Tourismusbranche beteiligten, ließ sie
wissen. Auf Basis der Ergebnisse seien ab Herbst fünf Gipfel mit
Expertinnen und Experten geplant, die sich mit verschiedenen Aspekten
beschäftigen. Die Themen reichen vom Mehrwert des Tourismus, über
ökologische Nachhaltigkeit, Innovation und Digitalisierung,
wirtschaftliche Resilienz bis hin zu Arbeitsmarkt und Fachkräfte. Es
sollen konkrete Maßnahmen ausgearbeitet werden, die zur Stärkung des
Standorts beitragen. Im Frühjahr sind Stakeholder-Dialoge in den
Bundesländern geplant, bevor die Ergebnisse im Sommer 2026
konsolidiert als „Vision T“ ein Zukunftsbild für Österreichs
Tourismus zeichnen sollen.
Mit der Neuregelung der Trinkgeldpauschale soll es laut der
Staatssekretärin demnächst zu mehr Rechtssicherheit und Planbarkeit
für Mitarbeitende und Betriebe kommen. An der Saisonkontingent-
Verordnung werde intensiv gearbeitet. Sie soll rechtzeitig vor der
Wintersaison auf den Weg gebracht werden.
Erhöhung des Saisonkontingents für EU-Beitrittskandidaten
Bereits nächste Woche soll eine Einigung zur Erhöhung des
Kontingents für Saisoniers aus den EU-Beitrittskandidatenländern am
Westbalkan verkündet werden, lies Staatssekretärin Zehetner auf
Nachfrage von ÖVP-Mandatar Franz Hörl wissen. So soll es sich
ausgehen, dass in der Wintersaison genügend Arbeitskräfte zur
Verfügung stehen, meinte sie. Die entsprechenden Fonds sollen im
Gleichklang umgesetzt werden.
Dominik Oberhofer (NEOS) äußerte Unverständnis darüber, warum man
den Arbeitsmarkt nicht auch für Saisoniers aus Albanien öffne.
Generell sprach er sich für mehrjährige Vereinbarungen aus. Auch
Barbara Neßler (Grüne) meinte, es brauche langfristige Lösungen. Die
Streichung des Ersatzkraftverfahrens würde sofort wirken, ebenso
könnte man die Rot-Weiß-Rot-Karte für die EU-Beitrittsländer öffnen,
schlug sie vor.
Grundsätzlich soll sich Österreich zu einer Ganzjahresdestination
entwickeln, da es auch eine Chance für Ganzjahresarbeitsplätze sei,
sagte die Staatssekretärin zu Peter Manfred Harrer (SPÖ). Mit einem
Kulinarik-Schwerpunkt werde schon jetzt versucht, die Nebensaisonen
zu beleben.
Trinkgeldpauschale: Lösung für Härtefälle geplant
Angesichts der Neuregelung der Trinkgeldpauschale fragte Michael
Fürtbauer (FPÖ) nach dem Umgang mit Härtefällen. Der
Gesetzesvorschlag, der derzeit begutachtet werde, sehe eine Amnestie
für laufende Prüfverfahren vor, sagte Zehetner. Es soll auch eine
Lösung für diejenigen gefunden werden, die bereits Nachzahlungen
getätigt haben. Man sei auf der Suche nach rechtlichen Spielräumen.
Sebastian Schwaighofer (FPÖ) wollte wissen, ob angesichts
unrealistischer Abschreibungen geplant sei, die Absetzung für
Abnutzung (AfA) im Tourismus zu ändern. Auch Elisabeth Götze (Grüne)
interessierte sich dafür. Die Staatssekretärin stellte unter Verweis
auf das Regierungsprogramm eine Änderung in Aussicht, konnte
allerdings keinen Zeitplan nennen. ÖHV-Präsident Veit schlug das
Modell der funktionellen Abschreibung vor, wie es in Deutschland
üblich sei.
Gegenüber den Mandataren Schwaighofer und Hörl gab Zehetner
außerdem zu verstehen, dass sie sich auf EU-Ebene dafür einsetze,
eine Verordnungs-Änderung zugunsten eines einheimischen Tarifs zu
erwirken. Wenn die Heimat mit Gästen geteilt wird, sollte den
Einheimischen etwas zurückgegeben werden, wovon sie profitieren,
meinte sie.
Über Attraktivierungs-Kampagnen zur Förderung des Images der
Tourismusbranche informierte sich Melanie Erasim (SPÖ). Die bereits
von ihrer Vorgängerin auf den Weg gebrachte Kampagne „Team Tourismus“
laufe laut Zehetner gut. Bei der Lehrlingsbefragung der ÖHV würden
die Betriebe gut wegkommen, sagte Veit. Wichtig sei aus seiner Sicht,
den Stellenwert der Lehre innerhalb der kleinstrukturierten Branche
zu heben.
Katrin Auer (SPÖ) erhielt von der Staatssekretärin die Auskunft,
dass es sich bei 85 % aller Fördermittel der Tourismusförderung um
Kleinkredite handle und Franz Jantscher (SPÖ) erfuhr, dass im Rahmen
der „Vision T“ Indikatoren erarbeitet werden sollen, um nachhaltiges
Wachstum im Tourismus sowohl quantitativ als auch qualitativ zu
messen. Aus Sicht von ÖHV-Generalsekretär Gratzer geht es um
wirtschaftliche, aber auch soziale und ökologische Faktoren.
Klimaveränderungen müssten mit Alternativkonzepten vorbeugend
begegnet werden, meinte Zehetner zu Tina Angela Berger (FPÖ), die
sich nach Maßnahmen zur Unterstützung von Betrieben erkundigte, um
einen Strukturverlust im Wintertourismus zu verhindern.
Christoph Steiner (FPÖ) sprach das Problem von „Fake Reviews“ auf
Buchungsplattformen an. Dieses beschäftige den ÖHV intensiv, so der
Generalsekretär. Obwohl einiges in diesem Bereich reguliert sei, gäbe
es Lücken, um die Plattformen in die Verantwortung zu nehmen, meinte
er. Staatssekretärin Zehetner bezeichnete das Anliegen als
nachvollziehbar, es handle sich aber nicht um ein Tourismus-Problem,
sondern um eine Herausforderung für alle Branchen. Sie befände sich
im Austausch mit den Buchungsplattformen und werde sich bemühen, die
jeweiligen Meldestellen für die Betriebe transparenter zu machen. (
Fortsetzung Tourismusausschuss) fan