Wien (OTS) – „Es wird Zeit, Studieren wieder leistbar zu machen“,
sagt Ilkim
Erdost, Bereichsleiterin Bildung in der AK Wien. „Sonst können sich
bald wieder nur noch die Kinder von Reichen ein Studium leisten.“
Modellrechnungen der AK bestätigen die heutige Kritik der
Hochschüler_innenschaft an den hohen Kosten eines Studiums.
Erstsemestrige müssen allein für den Studienstart bis zu knapp 2.700
Euro hinlegen. „Die hohen Kosten zwingen zur Arbeit neben dem Studium
und halten in letzter Konsequenz vom Studieren ab“, so Erdost. Die AK
fordert unter anderem höhere Studienbeihilfen und Maßnahmen gegen
hohe Mietkosten für Studierende.
Bereits der Studienanfang geht ordentlich ins Geld, zeigt eine
Modellrechnung der AK. Die AK Expertinnen haben dafür die
Studienstartkosten für Fachhochschul-Studierende und für Jus-
Studierende berechnet.
+ 2.676 Euro kostet der Studienstart Jus-Studierende, die einen
Platz in einem WG-Zimmer finden können. Zahlen müssen sie die Kaution
fürs Zimmer (1.000 Euro), die erste Miete (550 Euro), die
notwendigsten Möbel (500 Euro für Schreibtisch, Bett und Kasten), das
iPad mit Studierendenrabatt (369 Euro), das Semesterticket (75 Euro),
den ÖH-Beitrag (21,20 Euro) und die Bücher auf der Literaturliste für
die Studieneingangs- und Orientierungsphasen-Prüfung (49,80 Euro).
+ 1.825,56 Euro kostet der Studienstart für Fachhochschul-
Studierende, die ein Einzelzimmer im Studierendenwohnheim bekommen
haben. Zahlen müssen sie die Kaution fürs Zimmer (500 Euro), die
erste Miete (417 Euro), den günstigen Laptop mit Studierendenrabatt (
449 Euro), das Semesterticket (75 Euro), die Studiengebühr an der
Fachhochschule (363,36 Euro) und den ÖH-Beitrag (21,20 Euro).
Studierende mussten bereits 2023 mehr als die Hälfte ihres Geldes
für Wohnen und Essen ausgeben, konkret 59 Prozent, zeigte damals die
Studierendensozialerhebung. Seither sind gerade die Preise für Wohnen
und Essen weiter gestiegen. „Es wird Zeit, Studieren wieder leistbar
zu machen“, sagt Ilkim Erdost. „Studieren darf nicht wieder zum
Privileg der Kinder von Reichen werden.“
Die AK verlangt höhere Studienbeihilfen – die Beträge müssen voll
an die Teuerung angepasst werden. Dringend nötig ist der Ausbau
leistbarer Studierendenwohnheime. Generell muss es Freifahrt für
Jugendliche unter 25 in Ausbildung geben. Und an den Fachhochschulen
müssen die Studiengebühren abgeschafft werden.